Mehr Auszubildende in den Pflege- und Gesundheitsberufen in Nordrhein-Westfalen
Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen zeigt positive Entwicklung
Die Ausbildungszahlen in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen entwickeln sich in Nordrhein-Westfalen positiv. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in den Berufen und tragen dazu bei, den steigenden Fachkräftebedarf zu decken.
Die Ausbildungszahlen in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen entwickeln sich in Nordrhein-Westfalen positiv. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in den Berufen und tragen dazu bei, den steigenden Fachkräftebedarf zu decken. Das zeigt die aktuelle „Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen 2025 (LbG)“, die Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Gutachter Prof. Dr. Michael Isfort am Mittwoch, 29. April 2026, vorgestellt hat.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass unsere Anstrengungen zur Stärkung der Ausbildung in den Pflege- und Gesundheitsberufen wirken. Das ist ein wichtiges Signal für die Fachkräftesicherung. Gleichzeitig bleibt klar: Insbesondere vor dem Hintergrund des bis 2040 erwartbaren deutlichen Anstiegs der älteren Bevölkerung wird der Bedarf an qualifizierten Fachkräften auch in Zukunft hoch bleiben. Ein zentraler Baustein für die Fachkräftesicherung ist die Ausbildung. Deswegen ist es wichtig, dass wir möglichst viele junge Menschen für dieses Berufsfeld begeistern können“, erklärt Minister Laumann.
Der Bericht zeigt, dass nicht nur viele Menschen eine Ausbildung in den Pflege- und Gesundheitsberufen beginnen, sondern diese auch erfolgreich abschließen. In der generalistischen Pflegeausbildung stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge seit ihrer Einführung im Jahr 2020 von 14.457 auf 16.937 im Berichtsjahr 2024. Für das Berichtsjahr 2025 werden bereits 17.253 Neuverträge erwartet. Auch die Zahl der Absolventinnen und Absolventen wächst weiter: 2024 qualifizierten sich 10.412 Pflegefachkräfte für eine Berufstätigkeit in der Pflege, ein Anstieg von 3,5 Prozent beziehungsweise 349 Absolventinnen und Absolventen im Vergleich zum Vorjahr.
Zuwächse zeigen auch die Zahlen zur Pflegefachassistenz: Während es im ersten Jahr der Ausbildung im Jahr 2021 noch 1.317 Auszubildende waren, waren es 2024 bereits 6.123. 2025 waren es 7.001 Schülerinnen und Schüler, ein erneuter Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In den Therapie- und Gesundheitsfachberufen wie beispielsweise der Logopädie, der Anästhesietechnischen Assistenz (ATA) sowie der der Operationstechnischen Assistenz (OTA) setzt sich die positive Entwicklung ebenso fort: Im Jahr 2025 lagen die Schülerzahlen rund 56 Prozent höher als im Jahr 2017 vor Einführung der stufenweisen Schulgeldbefreiung ab September 2018.
„Die steigenden Ausbildungszahlen sind auch das Ergebnis gezielter Investitionen des Landes. In den vergangenen Jahren hat die Landesregierung rund 350 Millionen Euro für den Ausbau und die Modernisierung von Ausbildungsplätzen in Pflege- und Gesundheitsfachberufen investiert. Ein wichtiger Schritt war zudem die stufenweise Einführung der Schulgeldbefreiung in den Therapie- und Gesundheitsfachberufen“, so Minister Laumann.
Eine gute Erreichbarkeit beziehungsweise die gute Anbindung von Bildungseinrichtungen spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg eines Ausbildungsangebotes. Analysen der Landesberichterstattung zeigen für Nordrhein-Westfalen flächendeckend wohnortnahe Angebote für die Pflegeausbildung. Pflegebildungseinrichtungen sind aus allen besiedelten Siedlungsgebieten innerhalb von maximal 30 Minuten Fahrtzeit mit dem Pkw erreichbar.
Die steigenden Schülerzahlen im Ausbildungssystem beeinflussen den Arbeitsmarkt bereits jetzt positiv. Die in Rahmen der Landesberichterstattung erstellten Prognosen deuten darauf hin, dass der Ersatzbedarf durch Renteneintritte bei Pflegefachkräften bis 2030 kompensiert werden und der Fachkräftemangel in den Therapieberufen durch verstärkte Ausbildungsaktivitäten zunehmend abgeschwächt werden kann.
In der Gesamtschau zeigen sich die Ausbildungsstrukturen in Nordrhein-Westfalen stabil, sind jedoch mit spezifischen Herausforderungen konfrontiert. Der positive Einfluss der Schulgeldfreiheit, die robusten Entwicklungen in der Pflege und der deutliche Aufwuchs in der Pflegefachassistenz markieren zentrale Fortschritte in der Fachkräftesicherung. Zugleich verweisen die Befunde der aktuellen Landesberichterstattung auf bestehende Herausforderungen wie die Sicherung hoher Abschlussquoten oder die gezielte Gewinnung männlicher und ausländischer Auszubildender in bislang weniger erschlossenen Berufsgruppen.
Hintergrundinformationen
Seit mehr als 20 Jahren wird mit der „Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen“ die Ausbildungs- und Fachkräftesituation in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen dargestellt, analysiert sowie eingeordnet. Die Berichterstattung dient als Entscheidungsgrundlage zum Erhalt der Versorgungssicherheit in Nordrhein-Westfalen.
Die vorliegende Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen ist in fünf Teilberichten erschienen:
- Ausbildungssituation in den Pflege- und Gesundheitsberufen 2023
- Arbeits- und Beschäftigungssituation
- Bedarfsdeckung und Mangelprognose der Berufe
- Entwicklung in Nordrhein-Westfalen gesamt
- Ausbildungssituation in den Pflege- und Gesundheitsberufen 2024
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat die Dienstleistung, Innovation, Pflegeforschung GmbH (DIP) mit der wissenschaftlichen Erhebung, Beratung und Ausführung der aktuellen Berichterstattung beauftragt.
Die fünf Berichte und weiterführende Informationen finden Sie unter https://www.mags.nrw/landesberichterstattung.
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