Nordrhein-Westfalen und Schlesien vertiefen Zusammenarbeit für ein resilientes Europa – Ministerpräsident Wüst setzt Zeichen für europäische Partnerschaft
Ministerpräsident Wüst: Partnerschaft entsteht nicht durch Verträge allein, sondern durch Begegnung, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung
Ministerpräsident Hendrik Wüst nimmt am Dienstag, 19. Mai 2026, in der Woiwodschaft Schlesien mehrere Termine zur weiteren Vertiefung der Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und der polnischen Partnerregion wahr. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ausbau der Zusammenarbeit in zentralen Zukunfts- und Resilienzfragen, unter anderem in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Cybersicherheit, Strukturwandel und europäische Krisenvorsorge.
Ministerpräsident Hendrik Wüst nimmt am Dienstag, 19. Mai 2026, in der Woiwodschaft Schlesien mehrere Termine zur weiteren Vertiefung der Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und der polnischen Partnerregion wahr. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ausbau der Zusammenarbeit in zentralen Zukunfts- und Resilienzfragen, unter anderem in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Cybersicherheit, Strukturwandel und europäische Krisenvorsorge. Neben bilateralen Gesprächen mit Marschall Wojciech Saługa und einem trilateralen Treffen im Regionalen Weimarer Dreieck mit der französischen Partnerregion Hauts-de-France besucht Ministerpräsident Wüst Einrichtungen aus Medizin, Wissenschaft und Forschung, die beispielhaft für die enge europäische Zusammenarbeit und den gemeinsamen Austausch zu Resilienz und Innovation stehen.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Die Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und der Woiwodschaft Schlesien steht seit vielen Jahren für Vertrauen, Austausch und gemeinsame Verantwortung im Herzen Europas. Gerade in einer Zeit großer globaler Herausforderungen zeigt sich, wie wichtig verlässliche Partnerschaften sind. Schlesien ist für Nordrhein-Westfalen ein zentraler Partner, um Zukunftsthemen wie die Modernisierung unserer Industrieregionen und den digitalen Wandel gemeinsam voranzubringen. Unsere von Industrie geprägten Regionen verbindet der erfolgreiche Strukturwandel hin zu innovativen und modernen Wirtschaftsräumen. Nordrhein-Westfalen und Schlesien verbindet der Mut, Wandel nicht zu fürchten, sondern zu gestalten.
Zugleich gewinnt die Frage der Resilienz zunehmend an Bedeutung – sei es im Gesundheitswesen, bei der Energieversorgung oder im Bereich der Cybersicherheit. Auch hier können unsere Regionen voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Die enge Zusammenarbeit und die vielen persönlichen Begegnungen tragen dazu bei, unsere Partnerschaft weiter zu vertiefen und die deutsch-polnische Freundschaft mit Leben zu füllen. Denn starke Regionen sind ein starkes Fundament für ein geeintes und handlungsfähiges Europa.“
Bei einem bilateralen Gespräch mit Marschall Wojciech Saługa stehen die langjährigen und engen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Woiwodschaft Schlesien im Mittelpunkt. Beide Regionen verbindet nicht nur eine gemeinsame industrielle Tradition, sondern auch der erfolgreiche Weg ehemaliger Kohlereviere hin zu modernen Wirtschafts-, Forschungs- und Innovationsstandorten. Die Partnerschaft steht seit vielen Jahren für Vertrauen, konkreten Austausch und gelebte europäische Zusammenarbeit – in Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, innerer Sicherheit und Kultur. Gerade angesichts aktueller geopolitischer Herausforderungen gewinnt die enge Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen und Polen weiter an Bedeutung.
Das zeigt auch die neu ins Leben gerufene Initiative „Botschafterinnen und Botschafter Nordrhein-Westfalen–Schlesien“. „Partnerschaft entsteht nicht durch Verträge allein, sondern durch Begegnung, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung“, so Ministerpräsident Hendrik Wüst. Die Botschafterinnen und Botschafter sollen die Zusammenarbeit sichtbar machen, neue Impulse setzen und die Partnerschaft in ihre jeweiligen Netzwerke hineintragen. Die Reise begleiten als erste Botschafterinnen und Botschafter dieser Initiative Carsten Cramer, Sprecher der Geschäftsführung von Borussia Dortmund, die Intendantin der Kölner Philharmonie Ewa Bogusz-Moore, der frühere nordrhein-westfälische Minister und Staatsminister Prof. Christoph Zöpel, der deutsch-polnische Schauspieler und Sänger Mateusz Dopieralski (bekannt auch unter dem Künstlernamen Vito Bambino) sowie die Künstlerin Alice Musiol.
Carsten Cramer steht für die enge gesellschaftliche und sportliche Verbindung zwischen Nordrhein-Westfalen und Polen. Borussia Dortmund besitzt seit vielen Jahren eine große Strahlkraft in Polen – nicht zuletzt durch Spieler wie Jakub Błaszczykowski, Łukasz Piszczek und Robert Lewandowski. Ewa Bogusz-Moore, Intendantin der Kölner Philharmonie, steht als gebürtige Polin exemplarisch für den engen kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern. Prof. Christoph Zöpel wurde im oberschlesischen Gleiwitz geboren und engagiert sich seit vielen Jahren für die europäische Zusammenarbeit sowie den Dialog mit Mittel- und Osteuropa. Der deutsch-polnische Schauspieler und Sänger Mateusz Dopieralski, bekannt unter seinem Künstlernamen Vito Bambino, wurde in Kattowitz geboren und absolvierte seine Schauspielausbildung in Köln. In seiner künstlerischen Arbeit verbindet er seine polnischen Wurzeln mit seiner beruflichen Tätigkeit in Deutschland. Alice Musiol wurde in Kattowitz geboren und lebt heute in Köln. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich unter anderem mit Erinnerungskultur, Identität und europäischem Austausch auseinander.
In einem trilateralen Treffen mit dem schlesischen Marschall Wojciech Saługa sowie dem Vizepräsidenten des Regionalrats der französischen Partnerregion Hauts-de-France François Decoster wird zudem über die weitere Stärkung der Zusammenarbeit im Regionalen Weimarer Dreieck gesprochen. Das Regionale Weimarer Dreieck zeigt seit mehr als zwei Jahrzehnten, wie europäische Zusammenarbeit auf regionaler Ebene konkret gelebt werden kann – etwa durch die jährlich stattfindenden Formate Jugendgipfel, Kulturprojekte sowie den Expertenaustausch zum Strukturwandel. Insbesondere der Austausch junger Menschen und die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft leisten einen wichtigen Beitrag für ein starkes, handlungsfähiges Europa.
Im Rahmen der Reise besucht Ministerpräsident Wüst außerdem gemeinsam mit Vertretern des Universitätsklinikum Münster das Stanisław Sakiel Burn Treatment Center in Siemianowice Śląskie – eine der führenden Spezialkliniken für Brandverletzungen und rekonstruktive Chirurgie in Mittel- und Osteuropa. Die Einrichtung steht beispielhaft für resiliente Gesundheitssysteme und die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit in Krisenzeiten. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine leisten hochspezialisierte Zentren wie dieses einen wichtigen Beitrag zur Versorgung schwer verletzter Menschen sowie zum internationalen medizinischen Wissenstransfer. Aus diesem Grund werden das Stanisław-Sakiel-Zentrum und die Universitätsklinik Münster anlässlich der Reise des Ministerpräsidenten Ansätze für eine Zusammenarbeit prüfen, um die Resilienz beider Gesundheitssysteme gemeinsam zu stärken. Der Ministerpräsident wird deshalb unter anderem auch von Staatssekretär im Gesundheitsministerium Matthias Heidmeier sowie von Professor Alex W. Friedrich und Professor Tobias Hirsch vom Universitätsklinikum Münster begleitet. Bei einem Rundgang informiert sich Ministerpräsident Wüst über moderne Behandlungsmethoden, Notfallversorgung und Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheits- und Katastrophenvorsorge.
Im weiteren Verlauf der Reise besucht Ministerpräsident Wüst zudem das „CYBER SCIENCE Silesian Centre for Legal Engineering, Technology and Digital Competence“ und tauscht sich dort mit Studentinnen und Studenten über Fragen der Cybersicherheit, Digitalisierung und europäischen Zusammenarbeit aus. Das interdisziplinäre Zentrum zeigt, wie Forschung, technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung erfolgreich verknüpft werden können. Im Mittelpunkt stehen Themen wie der Schutz kritischer Infrastrukturen, digitale Resilienz sowie die Verbindung technischer und rechtlicher Perspektiven in komplexen Bedrohungslagen. Der Besuch unterstreicht zugleich die Bedeutung internationaler Forschungskooperationen innerhalb Europas. Vor diesem Hintergrund haben das CYBER SCIENCE Silesian Centre und das Exzellenzcluster CASA der Ruhr-Universität Bochum vereinbart, den Austausch bei diesen wichtigen Themen nachhaltig zu stärken. Mit der angestrebten Zusammenarbeit zwischen dem schlesischen Zentrum und der Ruhr-Universität Bochum eröffnet sich zusätzlich Potenzial für einen vertieften wissenschaftlichen Austausch und die Stärkung europäischer Cybersicherheitsnetzwerke.
Hintergrund Beziehungen Nordrhein-Westfalen – Schlesien
Woiwodschaften sind die größten polnischen Verwaltungsbezirke, vergleichbar mit den deutschen Ländern. Schlesien ist die am dichtesten besiedelte und am stärksten industrialisierte Region Polens. Die formelle Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen und Schlesien begann 2000 mit der Unterzeichnung der ersten „Gemeinsamen Erklärung über die Zusammenarbeit und den Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen“. Im Jahr 2021 unterzeichneten Ministerpräsident Laschet und Marschall Chełstowski eine neu gefasste „Gemeinsame Erklärung“, welche die Zusammenarbeit auf die wirtschaftliche und technologische Transformation der Regionen sowie auf die Förderung der zivilgesellschaftlichen und der europäischen Beziehungen ausrichtet. Diese wurde zuletzt im Jahr 2025 um weitere fünf Jahre verlängert. Nordrhein-Westfalen und Schlesien arbeiten darüber hinaus seit 2001 mit der französischen Region Hauts-de-France im Rahmen des Regionalen Weimarer Dreiecks zusammen.
Hintergrund Beziehungen Nordrhein-Westfalen – Polen
Polen gehört zu den Schwerpunktländern der internationalen Zusammenarbeit der Landesregierung. Die Beziehungen zwischen Polen und Nordrhein-Westfalen reichen bis weit ins 19. Jahrhundert zurück, als polnische Familien in der Schwerindustrie im Ruhrgebiet Arbeit fanden. Seit der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages 1991 hat sich die Zusammenarbeit Nordrhein-Westfalens mit Polen besonders dynamisch entwickelt. Heute ist sie aufgrund der lebendigen politischen, wirtschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und kulturellen Verbindungen enger denn je. Die intensiven Beziehungen finden ihren Ausdruck in zahlreichen Kooperationen und Projekten. Seit dem Jahr 2000 pflegt Nordrhein-Westfalen eine Regionalpartnerschaft mit der polnischen Woiwodschaft Schlesien.
Zwischen Nordrhein-Westfalen und Polen bestehen 83 Städte- und Kreispartnerschaften, 211 Schulpartnerschaften und mehr als 220 Hochschulkooperationen. Polen ist zudem der viertwichtigste Handelspartner Nordrhein-Westfalens. Inzwischen haben sich mehr als 400 polnische Unternehmen in Nordrhein-Westfalen niedergelassen. Die überdurchschnittlich qualifizierten polnischen Zuwanderinnen und Zuwanderer helfen, den hohen Fachkräftebedarf in Nordrhein-Westfalen zu decken. In Nordrhein-Westfalen leben mehr als 211.000 polnische Staatsangehörige. Darüber hinaus haben mehrere hunderttausend Menschen in Nordrhein-Westfalen polnische Wurzeln. Die sogenannte Polonia prägt das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben des Landes seit vielen Jahrzehnten mit – sei es als Menschen mit polnischer Staatsangehörigkeit, als Eingebürgerte oder Doppelstaatler, als Spätaussiedler mit polnischem Hintergrund oder als Nachkommen polnischer Familien. Die Landesregierung misst den Beziehungen zu Polen deshalb besondere Bedeutung bei. Begleitet wird die Reise unter anderem von Dr. Andreas Hollstein, dem Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Beziehungen zu Polen.
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