Hochwasserschutz beschleunigt: Minister Krischer weiht neuen Deich am Niederrhein ein
Projekt wurde durch gute Planung und effiziente Baustellenlogistik fast drei Jahre früher fertig als geplant
Nach nur zwei Jahren Bauzeit ist die Sanierung des Deichabschnitts zwischen Emmerich und Dornick durch den Deichverband Bislich-Landesgrenze abgeschlossen – knapp drei Jahre schneller als geplant. Der 2,6 Kilometer lange Abschnitt wurde grundlegend saniert und entspricht nun den aktuellen Regeln der Technik.
Nach nur zwei Jahren Bauzeit ist die Sanierung des Deichabschnitts zwischen Emmerich und Dornick durch den Deichverband Bislich-Landesgrenze abgeschlossen – knapp drei Jahre schneller als geplant. Der 2,6 Kilometer lange Abschnitt wurde grundlegend saniert und entspricht nun den aktuellen Regeln der Technik. Das Ergebnis ist ein Drei-Zonen-Deich, der rund 70 Zentimeter höher und mit etwa 60 Metern Deichlagerbreite doppelt so breit ist wie vorher. Mit der Fertigstellung des Abschnitts ist ein weiterer Baustein der 45 Kilometer langen grenzüberschreitenden Deichlinie geschafft. Insgesamt sichert dieser grenzüberschreitende Deichring auf beiden Seiten der deutsch-niederländischen Grenze rund 240.000 Menschen bei Hochwasser ab.
„Dieser Deich zeigt, was moderner Hochwasserschutz leisten muss: Entlang der großen Wasserstraßen brauchen wir robuste, durchdachte Bauwerke. Wir werden die Erfahrungen, wie solche Projekte beschleunigt werden können, stärker nutzen“, erklärte Umweltminister Oliver Krischer bei der Einweihung des Deichs. Unter anderem konnte der Deich schneller saniert werden als geplant, weil viele Arbeiten frühzeitig vorbereitet wurden und gut ineinandergreifen konnten. Rund 50.000 Kubikmeter Lehm standen aus anderen Projekten schon vor Ort bereit. Die bauausführende Firma arbeitete mit einer effizienten Baustellenlogistik. Bereits im Vergabeverfahren mussten die Unternehmen ein schlüssiges Bauablaufkonzept vorlegen, das ebenfalls zur zügigen Umsetzung beitrug.
Die Sanierung des Deichs war notwendig, weil der alte nicht mehr die gestiegenen technischen Anforderungen erfüllte. Querschnitt, Höhe und Schichtenaufbau entsprachen nicht mehr den modernen Anforderungen an Hochwasserschutz. Für die Baumaßnahme wurden mehr als eine halbe Million Kubikmeter Erde bewegt, zahlreiche Flächen angekauft und technische Besonderheiten berücksichtigt – darunter die Nähe zu Wohnhäusern und eine kommunale Straße als Deichverteidigungsweg. Der neue Deich bietet nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch Freizeitwert: Auf der Deichkrone wurde ein Radweg mit Aufenthaltsbereichen gebaut, finanziert von der Stadt Emmerich am Rhein. Straße und Radweg sind bereits nutzbar.
Die Baukosten für das Projekt belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro, von denen das Land Nordrhein-Westfalen 80 Prozent trägt. „Guter Hochwasserschutz ist für unsere Region überlebenswichtig. Wir haben hier einen wichtigen Abschnitt der Deichlinie stabilisiert – schneller als erwartet und unter anspruchsvollen Bedingungen. Aber eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Daher müssen die weiteren Abschnitte nun zügig vorangetrieben werden“, sagte Holger Friedrich, Geschäftsführer des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze. Um die gesamte Deichlinie seines Verbandsgebiets zu sanieren, sind weitere rund zwölf Kilometer zu erneuern.
Nordrhein-Westfalen beschleunigt den Hochwasserschutz
Nordrhein-Westfalen treibt den Hochwasserschutz deutlich voran. Mit dem Pakt für Hochwasserschutz bündelt das Land derzeit die Zusammenarbeit von Wasserverbänden, Kreisen und Kommunen, um Maßnahmen für ganze Flusseinzugsgebiete gemeinsam zu planen und schneller umzusetzen. Seit der Flut 2021 hat das Land rund 500 Projekte gefördert – von Deichsanierungen, Rückhaltebecken und Renaturierungsmaßnahmen über Starkregen- und Hochwasserschutzkonzepte bis zum Grunderwerb für künftige Maßnahmen. Parallel wurde das landeseigene Pegelnetz ausgebaut. Nach Abschluss des aktuellen Ausbauprogramms Ende 2025 werden es 122 Hochwassermeldepegel statt 84 im Jahr 2021 sein. Herzstück der neuen Warn- und Informationsstruktur ist die Hochwasserzentrale des LANUK in Duisburg, die künftig alle Hochwassermeldungen bündelt. Forschungsvorhaben wie StatExNi oder HüPros verbessern zudem die Datengrundlage sowie die Vorhersage von Extremwetter und helfen, Risiken früher zu erkennen. So verbindet NRW technischen Hochwasserschutz, ökologische Maßnahmen und moderne Frühwarnsysteme zu einem umfassenden Schutzkonzept.
Weitere Informationen:
- Fotos von der Deichsanierung in Dornick: https://www.umwelt.nrw.de/bildergalerie/deichsanierung-zwischen-dornick-und-emmerich
- Videoaufnahmen mit der Drohne können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden: presse@munv.nrw.de Sie zeigen die Arbeiten in einem früheren Stadium.
- Informationen zum Deichverband: https://www.DV-BL.de
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