Land Nordrhein-Westfalen und EU fördern 20 grüne Start-ups mit insgesamt 10,7 Millionen Euro
Neuer Green Startup-Report 2026 zeigt Innovationskraft, Trends und Herausforderungen für die Szene
Land und Europäische Union stellen dafür rund 10,7 Millionen Euro bereit – deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen.
Neue Ideen für Umwelttechnologien entstehen dort, wo Forschung, Unternehmergeist und gezielte Förderung zusammenkommen. Nordrhein-Westfalen stärkt diese Entwicklung: In der fünften Einreichungsrunde des Wettbewerbs „Grüne Gründungen.NRW“ im Rahmen des EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 empfehlen unabhängige Gutachterinnen und Gutachter 20 Projekte zur Förderung. Land und Europäische Union stellen dafür rund 10,7 Millionen Euro bereit – deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen. Die betreffenden Unternehmen können damit ihre innovativen Prototypen entwickeln und erproben.
Das Fördervolumen wurde gegenüber den geplanten 6 Millionen Euro durch die Landesregierung erheblich aufgestockt. Grund sind die hohe Qualität der eingereichten Vorhaben und ihr technologisches Potenzial für den Umweltschutz. Die Projekte reichen von neuen Recyclingverfahren für Textilien und Kunststoffe über KI-gestützte Systeme für Energiemärkte und Kläranlagen bis hin zu energieautarken Sensorknoten für das industrielle Internet der Dinge.
Die zusätzlichen Mittel setzen in einem anspruchsvollen Marktumfeld ein klares Signal. Der gerade veröffentlichte Green Startup Report 2026 belegt: Die Zahl grüner Start-ups in Deutschland ist weitergewachsen. Nordrhein-Westfalen zählt mit 15,9 Prozent aller in den letzten zehn Jahren gegründeten grünen Start-ups neben Berlin und Bayern zu den drei stärksten Standorten bundesweit.
Umweltminister Oliver Krischer: „Grüne Start-ups entwickeln Lösungen, die unseren Alltag umwelt- und klimafreundlicher sowie ressourcenschonender machen – von sauberer Energie über nachhaltige Materialien bis zur intelligenten Kreislaufwirtschaft. Nordrhein-Westfalen gehört bundesweit zu den führenden Standorten der Umweltwirtschaft. Mit der erhöhten Förderung sorgen wir dafür, dass gute Ideen schneller in die Anwendung kommen.“
Der Green Startup Report 2026 belegt die technologische Stärke der Branche: 35 Prozent der investitionsfinanzierten grünen Start-ups verfügen über mindestens ein Patent. Im Durchschnitt reduzieren grüne Start-ups die Treibhausgasemissionen gegenüber marktüblichen Produkten und Technologien um mehr als 70 Prozent.
Mit „Grüne Gründungen.NRW“ unterstützt die Landesregierung mit ihrer Umweltwirtschaftsstrategie Start-ups bei der Entwicklung und Erprobung von Prototypen. Das Förderinstrument wurde 2023 im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 gestartet. In den ersten vier Wettbewerbsrunden wurden bereits 45 Projekte mit insgesamt rund 29 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln gefördert.
Die sechste Einreichungsrunde läuft noch bis zum 31. März 2026.
Diese Projekte werden vom unabhängigen Begutachtungsausschuss zur Förderung empfohlen:
2GreenEtching – Umweltfreundliches Laserstrukturieren
Ein laserbasiertes Strukturierungsverfahren ersetzt wasser- und chemikalienintensive Ätzprozesse in der Mikroelektronik und Mikrofluidik. Das spart Energie, vermeidet Schadstoffe und senkt Kosten.
• RayVen Laser GmbH (Bochum)
AdaptationReturn – ROI-Indikatoren für Klimaanpassung
Neue Kennzahlen machen Investitionen in Klimaanpassung vergleichbar, indem Nutzen, Kosten und vermiedene Schäden bewertet werden. Nordrhein-Westfalen dient als Pilotregion. Die Indikatoren werden in den Klimaatlas NRW integriert und gemeinsam mit Kommunen erprobt.
• Resilens UG (Wuppertal)
AERMI – Agentic AI für Energiemärkte
Regionale Energiemärkte werden durch ein KI-gestütztes Analysesystem in Echtzeit bewertet. Automatisierte Experten-Workflows analysieren Daten zu Strom, Gas, Emissionen und Wasserstoff und beschleunigen Investitionsentscheidungen für die Energiewende.
• Volatile GmbH (Köln)
autoBat – Automatisierter Vorentwurf von Batteriesystemen
Entwickelt wird ein neuartiges Batteriesystem mit lasttragendem Kühlsystem. Es ermöglicht schnelleres Laden, höhere Sicherheit und geringere Kosten. Ergänzend entsteht eine modellbasierte Entwicklungsumgebung für den automatisierten und passgenauen Systementwurf.
• leitspalt GmbH (Aachen)
AVANTEX – Zero-Emission-Recycling von Alttextilien
Eine neuartige Technologie erlaubt das umweltschonende Recycling gemischter Alttextilien wie Polyester-Baumwolle. Baumwolle bleibt als reine Zellulose erhalten, während Polyester wasserbasiert elektrochemisch in neue Faserbausteine zerlegt wird. Das Verfahren ist lösungsmittelfrei, energieeffizient und CO₂-arm.
• re.solution GmbH (Aachen)
CAS – Circular Aeroponic System
Durch ein aeroponisches Anbausystem für medizinisches Cannabis wird ein erdloser Anbau in geschlossenen Kreisläufen ermöglicht. Die rotierende Bauweise spart Wasser, Nährstoffe und Energie, senkt Kosten und verbessert die Produktqualität.
• Diamabis GmbH i. G. (Bochum)
EASy – Advanced Systems in Environmental Analytics
Ziel des Vorhabens ist es, einen Forschungsdemonstrator für moderne Umweltanalytik in eine Kleinserie zu überführen. Ressourcenschonende Fertigung, modulare Bauweise und intelligente Qualitätssicherung ermöglichen langlebige Sensorsysteme für die Wasseranalyse.
• EASY Photonics GmbH i. G. (Bad Lippspringe)
gomi – Kollaborationsplattform für nachhaltige Mobilität
Anhand einer offenen digitalen Plattform unterstützt das Projekt Kommunen bei der Integration neuer Mobilitätsangebote in nachhaltige Smart-City-Strategien. Sie schafft Transparenz, klare Regeln und vereinfacht die Zusammenarbeit mit Mobilitätsanbietern.
• mobilityHQ GmbH (Köln)
ImmunoBoost – Biogene Immunbooster für den Pflanzenschutz
Ein umweltfreundliches Pflanzenstärkungsmittel soll die natürliche Abwehr von Nutzpflanzen aktivieren und chemische Pestizide ersetzen. Ein intelligentes Hochdurchsatzverfahren identifiziert und testet wirksame biogene Naturstoffe effizient.
• AgPrime GmbH (Baesweiler)
KI-GasControl – KI-gestützte Deponiegasregulierung
Durch ein KI-basiertes System werden Deponiegase automatisiert und bedarfsgerecht gesteuert. Sensoren und Algorithmen analysieren Gasströme kontinuierlich, reduzieren Methanemissionen, ersetzen manuelle Prozesse und erhöhen die Energieausbeute.
• Schubert Energie- und Umwelttechnik GmbH (Bottrop)
MechSyn – Nachhaltige Mechanochemie
Entwickelt wird eine Prototypenanlage zur umweltfreundlichen Herstellung von Nanomaterialien und zum Abbau giftiger, langlebiger Abfälle. Das lösungsmittelfreie mechanochemische Verfahren spart Energie, senkt Kosten und reduziert den CO₂-Ausstoß deutlich. Der industrielle Prototyp soll nachhaltige Produktion ermöglichen und regionale Wertschöpfung stärken.
• MechSyn GmbH
METHANICA – Biologische Power-to-Methan-Technologie
Durch eine Power-to-Methan-Technologie wird grüner Wasserstoff und CO₂ mithilfe von Mikroorganismen effizient in Methan umgewandelt. Eine innovative Biochar-Trägerstruktur steigert dabei die Aktivität und Stabilität der biologischen Prozesse.
• METHANICA GmbH i.G. (Steinfurt)
MONOwaterproof – Zirkuläres Monolayer-Textil
Ein wasserdichtes Textil aus nur einer Materiallage wird vollständig recyclingfähig entwickelt. Durch den Verzicht auf zusätzliche Schichten oder problematische Beschichtungen ist das Material leichter, langlebiger und konsequent auf Kreislauffähigkeit ausgelegt.
• Texterial GmbH (Bochum)
Nerou.AI – KI-Betriebsassistent für Kläranlagen
Entwickelt wird ein digitaler Betriebsassistent. Er analysiert Betriebsdaten von Kläranlagen, erkennt Störungen frühzeitig und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. So werden Personal entlastet sowie Energie- und Ressourceneinsatz reduziert.
• nerou GmbH (Köln)
OR.EF – Orchestrator for Energy Flexibility
Durch eine webbasierte Energiemanagement-Plattform werden KMU unterstützt, ihren Energieeinsatz zu visualisieren, Strom smarter zu nutzen und Flexibilitäten gezielt zu vermarkten. So werden Kosten und CO₂-Emissionen reduziert.
• Gridty GmbH (Köln)
Power2Polymers – Prototypical Polymer Scaleup & Sampling
Eine innovative Polymertechnologie bringt neue nachhaltige Kunststoffe mit verbesserten Eigenschaften für Klebstoffe, Beschichtungen und Schmierstoffe in die industrielle Anwendung. Ein technischer Demonstrator bereitet die Skalierung vor und ermöglicht die Bemusterung von Industriepartnern.
• Power2Polymers GmbH (Aachen)
Rumen AI – Digitale Lösung für klimafreundliche Tierhaltung
Mithilfe drahtloser Sensoren überwacht die digitale Lösung die Entstehung von Methan und CO₂ im Pansen von Rindern. Die Datenanalyse ermöglicht eine optimierte Fütterung, bessere Tiergesundheit und geringere Emissionen.
• Rumen AI UG (Herdecke)
R-Trinity - Ressourcenschonende Wartung von Hochvoltbatterien
Das Vorhaben entwickelt ein dezentrales System zur nachhaltigen Nutzung von Hochvoltbatterien. Eine KI-gestützte Software entscheidet in Werkstätten vor Ort über Reparatur, Weiterverwendung oder Recycling.
• BHFM Technologies GmbH (Willich)
Zero Negative Energy (ZNE) – Energieautarke Sensorknoten
Entwickelt wird eine Systemarchitektur für batterielose, energieautarke Sensorknoten. Sie macht das Industrial Internet of Things nachhaltiger und wartungsarm. Die Sensoren gewinnen Energie selbst und passen Betrieb und Kommunikation automatisch an.
• Vanguard Cybernetics GmbH i. G. (Aachen)
Zwimem – Keramische Membranen zur CO₂-Abscheidung
Neuartige keramische Membranen mit innovativer Kanalstruktur ermöglichen höhere Durchsätze und bessere Trennleistung bei der CO₂-Abscheidung. Ziel ist eine wirtschaftliche Anwendung auch für kleinere Industrieunternehmen.
• Black Capture UG (haftungsbeschränkt) (Wesseling)
Zum Hintergrund
Das Land Nordrhein-Westfalen gehört zu den innovativsten Regionen der Europäischen Union und hat sich zum Ziel gesetzt, Vorreiter einer ökologischen Transformation im Sinne des Europäischen Green Deals zu werden. Der Förderwettbewerb „Grüne Gründungen.NRW“ in Federführung des Umweltministeriums von Nordrhein-Westfalen ist ein wesentlicher Baustein dahin. Realisiert wird der Förderwettbewerb im Rahmen des EFRE/JTF-Programms 2021-2027.
Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen steht aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro EU-Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität und Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen sowie strategische Technologien und Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Informationen finden Sie unter www.efre.nrw und #efrenrw.
Der Wettbewerb wird auch mit Mitteln der neuen EU-Plattform STEP ausgestattet. Mit STEP werden Projekte unterstützt, die für den europäischen Binnenmarkt neue und wegbereitende Elemente von erheblichem wirtschaftlichem Potenzial schaffen oder Wertschöpfungsketten unterstützen, um so strategische Abhängigkeiten zu verringern oder dem Mangel an Arbeits- und Fachkräften in der Europäischen Union entgegenzuwirken.
Weitere Informationen
https://www.efre.nrw.de/wege-zur-foerderung/foerderungen-in-2021-2027/gruene-gruendungen-nrw/
https://www.in.nrw/gruene-gruendungen-nrw
https://www.borderstep.de/publikation/green-startup-report-2026/
www.umweltwirtschaft.nrw.de
https://jetztbrauchtsumweltwirtschaft.nrw
https://www.umweltwirtschaft.nrw.de/aktuelles/newsletter/
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