Belastetes Stollenwasser wird künftig gereinigt – Minister Krischer und Ministerin Neubaur besuchen Burgfeyer Stollen in Mechernich

Erftverband stellt Standort für die größte Schwermetallreinigungs-Anlage dieser Art vor

7. Januar 2026
phb Wasser Arbeiten Prüfen

Ein jahrzehntelang bestehendes Umweltproblem wird gelöst: Das mit Schwermetallen belastete Stollenwasser aus dem Mechernicher Bleiberg soll künftig gereinigt werden. Dazu haben Umweltminister Oliver Krischer, Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur und der Erftverband mit einer Erklärung im Dezember 2024 eine gemeinsame Lösung vereinbart und nun den geplanten Standort für die Anlage mit dem Erftverband besichtigt.

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Ein jahrzehntelang bestehendes Umweltproblem wird gelöst: Das mit Schwermetallen belastete Stollenwasser aus dem Mechernicher Bleiberg soll künftig gereinigt werden. Dazu haben Umweltminister Oliver Krischer, Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur und der Erftverband mit einer Erklärung im Dezember 2024 eine gemeinsame Lösung vereinbart und nun den geplanten Standort für die Anlage mit dem Erftverband besichtigt. Zurzeit bereitet der Verband den Standort für die geplante Behandlungsanlage vor. Das Land Nordrhein-Westfalen finanziert das Projekt vollständig aus Mitteln beider Ministerien. Da die Betriebskosten der Behandlungsanlage dauerhaft anfallen und das Projekt in dieser Form einzigartig ist, arbeiten die beiden Landesministerien gemeinsam mit dem Erftverband an einem Vertrag, der Finanzierung, Bau und Betrieb langfristig regelt. 

„Mit der neuen Anlage beseitigen wir eine historische Umweltbelastung. Das Stollenwasser wird künftig gereinigt, bevor es in unsere Bäche und Flüsse gelangt. Das ist gut für die Umwelt und die Gesundheit“, sagte Umweltminister Oliver Krischer. 

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Die innovative Wasseraufbereitung ist ein echter Fortschritt für den Umweltschutz und die Lebensqualität der Menschen vor Ort. Gemeinsam ermöglichen wir eine zukunftsfähige Lösung für den Burgfeyer Stollen, die weit über die Region hinaus Wirkung entfaltet. Ich freue mich, dass wir mit dem Erftverband einen starken und verlässlichen Partner für die schnelle Umsetzung dieses Projekts gewonnen haben.“

Über den rund 7,5 Kilometer langen Burgfeyer Stollen fließen jährlich etwa zehn Millionen Kubikmeter Wasser aus dem ehemaligen Bergbaugebiet bei Mechernich ab. Dieses Wasser ist durch den geologischen Untergrund der Mechernicher Erzlagerstätte und den Bergbau stark mit Schwermetallen belastet. Zu den nachgewiesenen Schwermetallen gehören Zink, Kupfer, Nickel, Blei, Cadmium, Kobalt und Arsen, die beim Durchströmen des Wassers gelöst werden.

Das Wasser tritt am Mundloch des Stollens aus, gelangt in den Veybach, weiter in die Erft und schließlich in den Rhein. So gelangen seit Jahrzehnten insgesamt mehr als 50 Tonnen Schwermetalle pro Jahr in die Gewässer. Für einzelne Parameter werden die gesetzlichen Umweltqualitätsnormen (UQN) in den betroffenen Gewässern deutlich überschritten, so etwa für Nickel und Cadmium im chemischen Zustand, während auch Zink und Kupfer maßgeblich zum schlechten ökologischen Zustand beitragen. Mit der neuen Behandlungsanlage werden die Schwermetalle künftig direkt vor Ort aus dem Wasser entfernt – und so die Gewässer bis zur Nordsee geschützt.

Eine Altlast aus Jahrhunderten Bergbau


Der Burgfeyer Stollen wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt, um die Gruben des Mechernicher Bleibergs zu entwässern. Der Bergbau reicht in der Region bis in die Römerzeit zurück und prägte Landschaft und Wirtschaft bis in die 1950er-Jahre. Die Schwermetallbelastung des Stollenwassers ist eine der letzten großen ungelösten Altlasten dieser Zeit, die nun angegangen wird.

„Wir freuen uns, dieses Jahrhundertprojekt aktiv mitzugestalten und auch mit dieser Anlage unsere Gewässer nachhaltig zu verbessern. Es ist gut und wichtig, dass das Land die Finanzierung dieses Großprojektes übernimmt“, erklärt Prof. Heinrich Schäfer, Vorstand des Erftverbandes.

Nach den Vorarbeiten am Standort folgen die detaillierte technische Planung und die Genehmigungsverfahren für die Anlage. Ziel ist es, die Schwermetalle dauerhaft aus dem Stollenwasser zurückzuhalten und die Wasserqualität von Veybach, Erft und Rhein deutlich zu erhöhen.  Das Umweltministerium stellt die Finanzierung von Planung und Bau der Anlage sicher, das Wirtschaftsministerium die Finanzierung der Betriebskosten. 

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