Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen: „Ausbilden Jetzt!“ 2026 - Gemeinsam die Zukunft der beruflichen Ausbildung gestalten

21. April 2026
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In ihrem Spitzengespräch haben die Vertreterinnen und Vertreter des Ausbildungskonsenses dazu aufgerufen, angesichts wirtschaftlicher, demografischer und technologischer Veränderungen, die Fachkräftesicherung durch „Ausbilden jetzt!” entschlossen voranzutreiben.

Arbeit, Gesundheit und Soziales

In ihrem Spitzengespräch am Dienstag, 21. April 2026, haben die Vertreterinnen und Vertreter des Ausbildungskonsenses dazu aufgerufen, angesichts wirtschaftlicher, demografischer und technologischer Veränderungen, die Fachkräftesicherung durch „Ausbilden jetzt!” entschlossen voranzutreiben.

Dabei stehen Ausbildungsbetriebe nicht allein: Bund, Land, Kommunen, sowie Wirtschafts- und Sozialpartner bieten abgestimmte Förder- und Unterstützungsangebote, um jungen Menschen den Zugang zu hochwertiger Ausbildung zu erleichtern und Betriebe während der Ausbildung zu stärken. Diese Angebote sollen künftig noch stärker kommuniziert, genutzt und praxisnah weiterentwickelt werden.

Die berufliche Ausbildung bleibt ein zentraler Pfeiler für wirtschaftlichen Erfolg, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Stabilität. 

Die aktuellen Herausforderungen stellen Unternehmen, Berufskollegs und Fachkräfte vor wachsende Anforderungen. Gleichzeitig eröffnet die berufliche Ausbildung jungen Menschen vielfältige Chancen: Sie stärkt die persönliche Entwicklung, gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Perspektiven. Zugleich bringen Auszubildende neue Sichtweisen und Kompetenzen in die Betriebe ein und tragen damit zur Innovationskraft der Wirtschaft bei.

Der Ausbildungskonsens NRW ruft alle Partner dazu auf, sich in den kommenden Monaten klar und konsequent für die Fachkräftesicherung durch berufliche Ausbildung einzusetzen. Jetzt heißt es, auszubilden und gemeinsam Kräfte zu bündeln, um Ausbildungserfolge zu sichern.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Seit über 25 Jahren arbeiten Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften beim Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen eng zusammen, um jungen Menschen erstklassige Perspektiven zu eröffnen. Unser gemeinsames Ziel bleibt, Wohlstand und soziale Sicherheit dauerhaft zu sichern. Dafür brauchen wir motivierte Fachkräfte, die neugierig sind und anpacken wollen. Ihr Know-how und ihre Innovationskraft bilden das Fundament unserer Wettbewerbsfähigkeit. Eine gute Ausbildung ist und bleibt der entscheidende Schlüssel – für die Stärke unseres Standortes ebenso wie für den Einzelnen, für einen sicheren Arbeitsplatz und ein selbstbestimmtes Leben.“

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales: „Berufliche Ausbildung bietet jungen Menschen echte Chancen und stärkt zugleich mittel- und langfristig unseren Wirtschaftsstandort. Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten gilt es, auszubilden und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Mit den Angeboten zur Beruflichen Orientierung und Übergangsgestaltung der Landesinitiative ,Kein Abschluss ohne Anschluss` (KAoA), den 240 Coaches und Übergangslotsen aus dem Landesprogramm ,Ausbildungswege NRW` und dem Werkstattjahr NRW stellt das Land wichtige Unterstützung für einen erfolgreichen Berufseinstieg bereit. Zusätzlich erhöhen wir die Attraktivität und Qualität der dualen Ausbildung durch die Förderung der Überbetrieblichen Lehrgänge, der Modernisierung Überbetrieblicher Bildungsstätten und der Meisterprämie für die Ausbilderinnen und Ausbilder von morgen.“ 

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie und stellvertretende Ministerpräsidentin: „In Zeiten von Unsicherheit und Wandel suchen viele junge Menschen nach Orientierung und einer klaren Perspektive für ihre Zukunft. Umso ermutigender ist das klare, positive Signal des Spitzengesprächs Ausbildungskonsens. Junge und mutige Auszubildende, Praktikerinnen und Praktiker beweisen, wie viel Potenzial in der beruflichen Ausbildung steckt. Als Landesregierung stärken wir die berufliche Ausbildung – weil sie Sicherheit bietet, unsere Wirtschaft voranbringt und jungen Menschen echte Chancen für ihre Zukunft eröffnet. Ich meine es ernst mit der Generationengerechtigkeit.“

Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft: „Unser Talentscouting-Programm ist ein starker Partner für junge Menschen, den für sie passenden Bildungsweg zu finden. Talentscouts entdecken außergewöhnliche Leistungen innerhalb und außerhalb von Schule und fördern da, wo zu Hause nicht ausreichend unterstützt wird. Sie ermutigen Schulabgänger, ihre Ausbildung zielstrebig zu verfolgen und helfen bei der beruflichen Orientierung. Das Land hat das Programm noch einmal ausgeweitet, so dass 125 Talentscouts bis zu 670 Partnerschulen und 30.000 Schülerinnen und Schüler betreuen. Nordrhein-Westfalen setzt mit diesem begleitenden Beratungsangebot Maßstäbe in der Talentförderung. Inzwischen sind auch in Berlin, Hessen und Schleswig-Holstein und sogar in Innsbruck Talentscouting-Programme nach nordrhein-westfälischem Vorbild gestartet.“

Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung: „Eine Ausbildung ist für viele junge Menschen eine verlässliche Chance auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Schule hat die Aufgabe, die fachlichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Der Schulkompass NRW 2030 ist dafür die Klammer. Mit Angeboten zur Beruflichen Orientierung im Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen wir junge Menschen. Dabei sollen die Jugendlichen ihre Stärken entdecken und Praxiserfahrungen sammeln, damit der Einstieg in Ausbildung gelingt. Gemeinsam mit unseren Partnern im Ausbildungskonsens setzen wir uns dafür ein, dass kein junger Mensch auf diesem Weg verloren geht.“

Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit: „Derzeit stehen der NRW-Ausbildungsmarkt und damit die Sicherung von Fachkräften für die NRW-Wirtschaft vor einigen Herausforderungen. Gleichzeitig sehen wir gute Ansätze sowie gute Chancen für Unternehmen wie auch ausbildungsinteressierte Jugendliche. Ein positives Resultat des gemeinsamen Engagements aller Partner ist das stetig steigende Interesse junger Menschen an der Ausbildung – gegen den demografischen Trend und sogar trotz eines fehlenden gymnasialen Abiturjahrgangs. Doch mit Blick auf die Demografie sehen wir auch Verbesserungsbedarfe im Übergang Schule-Beruf. Dabei geht es nicht nur um die Berufsorientierung, die früher ansetzen und praxisnäher werden muss. Sondern um alle Phasen – von der allerersten Orientierung bis hin zur Begleitung während der Ausbildung. Jugendliche und Unternehmen müssen noch einfacher zusammenfinden, Abbrüche müssen zum Beispiel durch die Nutzung von Assistierter Ausbildung verhindert werden. Sorge bereitet uns der erneute Rückgang an Ausbildungsangeboten. Doch noch ist es nicht zu spät: Rund ein Viertel aller Jugendlichen bewirbt sich spät, in Frühjahr und Sommer ist die Dynamik am Ausbildungsmarkt besonders hoch. Daher lohnen sich Stellenmeldungen gerade auch im zweiten Halbjahr. Wer heute nicht ausgebildet wird, fehlt angesichts der Demografie bereits in drei Jahren als Fachkraft.“

Thorben Albrecht, Vorsitzender des DGB NRW: „Die Fachkräfte von morgen sichern wir nur, wenn alle jungen Menschen in NRW die Chance auf eine gute Berufsausbildung bekommen. Trotz aller Bemühungen auch im Ausbildungskonsens gehen aber nach wie vor zu viele Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer aus. Wir brauchen eine deutlich höhere Ausbildungsbereitschaft in NRW, derzeit bildet nur jedes fünfte Unternehmen aus. Um diese zu fördern, wirbt der DGB NRW für einen Zukunftsfonds Ausbildung, der die Ausbildungskosten gerechter auf alle Betriebe verteilt und gezielt Anreize schafft, zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.“

Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw): „Ausbildung bleibt für die Wirtschaft ein zentrales Anliegen. Das gilt auch in äußerst schwierigen Zeiten wie diesen. Unser ureigenes Interesse ist es, engagierten Nachwuchs zu gewinnen, um mittel- und langfristig den Fachkräftebedarf zu decken. Wir sind davon überzeugt, dass unsere duale Ausbildung dafür ein hervorragender Weg ist. Die nordrhein-westfälische Wirtschaft tut daher viel für Ausbildung: Von großen Berufsorientierungs-Initiativen über hohe Investitionen in eine moderne Ausbildung bis hin zur individuellen Unterstützung von Auszubildenden mit Startschwierigkeiten. Zur Realität gehört aber auch, dass die strukturelle Wirtschaftskrise unseres Landes nicht spurlos am Ausbildungsmarkt vorbei gehen kann. Der beste Impuls für eine Stärkung der Ausbildung wären daher jetzt echte Strukturreformen, die die Betriebe entlasten. Denn nur wer Vertrauen in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland hat, wird hierzulande auch in Ausbildung investieren.“

Jörn Wahl-Schwentker, Vizepräsident der IHK NRW: „Unsere Unternehmen stehen zu ihrer Verantwortung und bilden auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten weiter aus. Gleichzeitig setzen wirtschaftliche Schwäche, hohe Belastungen, Wettbewerbsnachteile und der Verlust industrieller Wertschöpfung viele Betriebe unter Druck. Das hat Folgen für Investitionen und Ausbildungskapazitäten. Zugleich bleiben vielerorts Ausbildungsplätze unbesetzt. Ebenso fehlt es bei einem wachsenden Teil junger Menschen an wichtigen Berufsstartkompetenzen. Umso wichtiger ist es, Unternehmen zu entlasten und junge Menschen durch die gezielte Förderung ihrer Talente bestmöglich auf Ausbildung vorzubereiten. Dafür müssen wir die gesamte Bildungskette stärken, von der frühkindlichen Bildung über die Schulen bis hin zu einer besseren Talent- und Berufsorientierung. Ausbildung ist Zukunftsweg für junge Menschen und zugleich Grundlage für Fachkräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Stärke in Nordrhein-Westfalen.“

Andreas Ehlert, Präsident von HANDWERK.NRW: „In Zeiten, in denen die Möglichkeiten der KI viele traditionelle Büro-Jobs in Frage stellen, ist eine Ausbildung im Handwerk eine echte Wertanlage für die Zukunft – insbesondere für all diejenigen, die als Gründer oder Übernehmer Lust auf Selbständigkeit haben. Mittelständisches Unternehmertum ist eine Karriereperspektive, für die wir bei jungen Menschen in Schule und Ausbildung gerade jetzt werben sollten.“

Berthold Schröder, Präsident Westdeutscher Handwerkskammertag: „Der Anstieg der Bewerberinnen und Bewerber in diesem Jahr ist eine echte Chance für das Handwerk: Mehr Handwerksbetriebe finden dadurch interessierte und geeignete Auszubildende, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Das Handwerk steht für Berufe mit Zukunft: krisenfest, sinnstiftend und weniger stark automatisierbar als andere Branchen. Und gerade in den vielen kleinen Unternehmen lernen junge Menschen besonders viel, da sie von Anfang an in den kompletten Arbeitsprozess eingebunden werden – sie wachsen mit Verantwortung, lernen Zusammenhänge und entwickeln Fähigkeiten, die ein Leben lang tragen.“

Kirsten Schwenke, Vorsitzende Freie Wohlfahrtspflege NRW: „Gerade in unsicheren Zeiten ist es besonders wichtig, junge Menschen zu stärken und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Dazu gehört vor allem auch eine gute berufliche Zukunft. Junge Menschen mit schwierigeren Startchancen brauchen vor allem jetzt unsere volle Unterstützung, damit wir nicht noch mehr im Übergangssystem verlieren. Wir müssen mehr auf die persönlichen Stärken, Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen schauen und sie gemeinsam unterstützen, ihren beruflichen Weg zu gehen. Dabei sind die Träger der Freien Wohlfahrtspflege wichtige und verlässliche Partner.“

Bernd Zimmer, Vorsitzender FREIE BERUFE NRW: „Die Duale Berufsausbildung leistet einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe, indem jungen Menschen praxisnahe Qualifikationen vermittelt werden und sie frühzeitig in wirtschaftliche sowie soziale Strukturen einbindet. Zugleich sichert dies unseren Apotheken, Büros, Kanzleien und Praxen den Fachkräftebedarf - selbst ausgebildet und passgenau. Die Freien Berufe bilden einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Frauen, aus und leisten so einen aktiven Beitrag zur Integration, zur Förderung interkultureller Kompetenzen und stärken die Chancengleichheit. Insgesamt wird dadurch nicht nur die individuelle Integration unterstützt, sondern auch der gesellschaftliche Zusammenhalt nachhaltig gestärkt. Gerade in dieser von Unsicherheiten geprägten Zeit gilt es, in die Zukunft zu investieren. Das gilt für Betriebe, sowie für die jungen Menschen. Das aktuelle Ausbildungsjahr zeigt, dass die Freien Berufe auch weiterhin den Trend hervorragender Ausbildungszahlen fortführen und motivierten Menschen über die Duale Berufsausbildung einen erstklassigen Einstieg in das Arbeitsleben mit anschließend besten Beschäftigungsmöglichkeiten bei vielfältigen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.“

Christian Schuchardt (Hauptgeschäftsführer Städtetag NRW), Dr. Martin Klein (Hauptgeschäftsführer Landkreistag NRW) und Christof Sommer (Hauptgeschäftsführer Städte- und Gemeindebund NRW): „Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen bleiben auch 2026 unverzichtbare Partner für gelingende Bildungsbiografien, erfolgreiche Übergänge in den Beruf und eine starke regionale Wirtschaft. Vor Ort entscheidet sich, ob junge Menschen Chancen erhalten, Betriebe Nachwuchs gewinnen und Teilhabe gelingt. Gerade angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleibt dies eine gemeinsame Aufgabe. Die berufliche Ausbildung ist dabei ein Erfolgsmodell – für junge Menschen, Unternehmen und starke Kommunen in einem zukunftsfähigen Nordrhein-Westfalen.“

Hintergrund Ausbildungskonsens NRW und regionale Ausbildungskonsense

Der Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen ist das Spitzengremium von Landesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kammern und Freien Berufen, der Bundesagentur für Arbeit und den Wohlfahrts- sowie den Kommunalen Spitzenverbänden, das wichtige Weichenstellungen im Bereich berufliche Orientierung, Ausbildung und Fachkräftesicherung legt.

Der Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen trifft sich regelmäßig auf Spitzenebene und mehrmals im Jahr auf Arbeitsebene.

Die regionale Umsetzung erfolgt auf der Ebene der 16 IHK-Bezirke in den regionalen Ausbildungskonsensen in Zusammenarbeit der zuständigen Partnerorganisationen.

 

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