Innovationen mit Wirkung: Land und EU fördern acht Gründungsvorhaben im Wettbewerb Start-up Transfer.NRW

Ministerin Neubaur: In unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen entstehen jeden Tag Ideen mit großem Potenzial

3. Juni 2026
PHB Startups Team Tisch

Von ressourcenschonenden Materialien über intelligente Gebäudesteuerung bis hin zu innovativen Lösungen für die Lebensmittelindustrie: Acht vielversprechende Gründungsvorhaben aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen erhalten im Rahmen des Programms „Start-up Transfer.NRW“ rund 2,1 Millionen Euro.

Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie

Von ressourcenschonenden Materialien über intelligente Gebäudesteuerung bis hin zu innovativen Lösungen für die Lebensmittelindustrie: Acht vielversprechende Gründungsvorhaben aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen erhalten im Rahmen des Programms „Start-up Transfer.NRW“ rund 2,1 Millionen Euro. Mit dem Förderprogramm unterstützt die Landesregierung gemeinsam mit der Europäischen Union Forschende und Studierende dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Produkte, Dienstleistungen und Verfahren zu überführen. Bis 2027 stehen dafür aus Landesmitteln und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) insgesamt 24,3 Millionen Euro bereit. Anträge für die nächste Runde des Förderprogramms können von der jeweiligen Hochschule oder Forschungseinrichtung bis zum 31.07.2026 bei der Innovationsförderagentur NRW eingereicht werden.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „In unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen entstehen jeden Tag Ideen mit großem Potenzial. Ob ressourcenschonende Materialien, intelligente Gebäudetechnik oder neue Ansätze für die Lebensmittelwirtschaft – die Teams entwickeln Lösungen, die wirtschaftlichen Erfolg und Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Mit Start-up Transfer.NRW unterstützen wir dabei, aus Forschungsergebnissen marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und Innovationen dort wirksam werden zu lassen, wo sie gebraucht werden: in Wirtschaft und Gesellschaft.“

Das Programm „Start-up Transfer.NRW“ richtet sich an Gründerinnen, Gründer und Gründungsteams aus Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit Sitz oder Niederlassung in Nordrhein-Westfalen. Über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten können Gründungsvorhaben mit bis zu 270.000 Euro unterstützt werden. Gefördert werden:

  • die am Markt orientierte Weiterentwicklung von Forschungsergebnissen und Know-how zu Produkten, Dienstleistungen und Verfahren (Validierung, Proof of Concept, Prototyping),
  • die Vorbereitung einer Unternehmensgründung durch die Weiterentwicklung eines Geschäftsplanes für die Gründungs- und frühe Wachstumsphase,
  • die projektbegleitende Beratung durch einen branchenerfahrenen Coach.

Die Unternehmensgründung soll im Laufe des Projektes erfolgen; die Gründung selbst wird nicht gefördert.

Folgende Projekte sind zur Förderung empfohlen:

Circular Carbon Fiber, FhG - Institut für Produktionstechnologie, Aachen

Circular Carbon Fiber entwickelt ein im Labor erprobtes Verfahren zur Wiederverwertung von Kohlenstofffasern zur Marktreife. Kohlenstofffasern in thermoplastischen, endlosverstärkten Verbundkunststoffen werden in einem patentierten Verfahren wirtschaftlich und energiesparend gewonnen, wiederaufbereitet und erneut für anspruchsvolle Anwendungen zur Verfügung gestellt.

REHOS-Building Controls, RWTH Aachen

REHOS-Building Controls entwickelt eine flexible Software zur effizienten Regelung komplexer Energiesysteme in Gebäuden zur Marktreife. Mit der Software können ohne vertiefte Programmierkenntnisse komplexe Optimierungsstrategien implementiert, Inbetriebnahmekosten gesenkt sowie der Anlagenbetrieb energetisch und wirtschaftlich optimiert werden.

bamb:ustry, Fachhochschule Aachen

bamb:ustry etabliert Bambus als umweltfreundliche Alternative zu Kunststoff und Metall. Im Projekt wird der bislang laborbasierte Fertigungsprozess auf ein industriell skalierbares Niveau gehoben und eine hohe reproduzierbare Qualität sichergestellt.

Kuali, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Kuali verarbeitet nährstoffreiche Abfallstoffe und Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie durch Fermentation zu hochwertigen, funktionellen Lebensmitteln und Zutaten. Im Projekt wird die marktreife Skalierung dieser zirkulären Lebensmittelproduktion entwickelt.

Plaiout, Universität zu Köln

Plaiout entwickelt mit Pilotkunden die marktreife Skalierbarkeit einer bereits erfolgreich erprobten automatisierten Herstellung von Zeitungslayouts. Damit adressiert das Entwicklungsvorhaben die Herausforderungen hoher Produktionskosten von Zeitungsverlagen bei sinkendem Auflagevolumen und steigendem Fachkräftemangel.

DelphiCore, Universität Siegen

DelphiCore entwickelt die marktreife industrietaugliche Skalierbarkeit einer automatisierten Integration kalibrierbarer faseroptischer Sensoren in technische Bauteile von z. B. Windkraftanlagen, Flugzeugen oder Satelliten. Diese Implantation von Sensoren in den Herstellungsprozess von Bauteilen ermöglicht verlässliche Messungen, Zustandsüberwachung in Echtzeit und vorausschauende Wartung.

CLARIGEN, Universität Siegen

Die wissenschaftlich fundierte und KI-basierte Präventions-App CLARIGEN hilft Stress zu reduzieren, Bewältigungskompetenzen zu verbessern und Resilienz zu stärken.

GLÆR, Baukreisel e.V., Köln

GLÆR entwickelt ein patentgeschütztes System zur energetischen Ertüchtigung bestehender 2-fach verglaster Fenster zur Marktreife. Statt Fenstertausch wird ein industriell gefertigtes Aufrüstmodul von innen auf die vorhandene Verglasung aufgebracht, um den Wärmeverlust bei deutlich geringeren Investitionskosten zu reduzieren.

Weitere Informationen zum Programm und zur Antragstellung finden Sie unter 

https://www.efre.nrw/start-up-transfer-nrw

www.in.nrw/start-up-transfer-nrw

Hintergrund

Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen stehen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Funds (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität, Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen sowie strategische Technologien und Wettbewerbsfähigkeit.

Weitere Informationen finden Sie unter www.efre.nrw

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