Neuer Vorbereitungsdienst in Teilzeit startet
20. Juni 2018

Ministerin Gebauer: Wir gehen neue Wege bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Erstmals können angehende Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen ihren Vorbereitungsdienst auch in Teilzeit absolvieren.

 
Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Erstmals können angehende Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen ihren Vorbereitungsdienst auch in Teilzeit absolvieren. Für den Starttermin am 1. November 2018 liegen aktuell 97 Bewerbungen vor. Schulministerin Yvonne Gebauer erklärte mit Blick auf das neue Ausbildungsmodell: „Wir wollen ein moderner Arbeitgeber sein und bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf neue Wege gehen. Mit pragmatischen Lösungen wird dem Nachwuchs der Einstieg in den Lehrerberuf erleichtert.“ Die Ministerin betonte, dass es heute immer mehr darauf ankomme, auch der persönlichen Lebenssituation der Bewerberinnen und Bewerber gerecht zu werden. „Auf lange Sicht kann diese Möglichkeit auch einen Beitrag zur Verringerung des Lehrermangels leisten“ so die Ministerin.
 
Der Vorbereitungsdienst in Teilzeit sieht vor, dass sich die Ausbildungszeit von 18 auf 24 Monate um sechs Monate verlängert. Im Gegenzug verringert sich die Arbeitszeit auf 75 Prozent. Diese Regelung ermöglicht auch weiterhin eine gemeinsame Seminarausbildung aller Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter, in Voll- und Teilzeit. In beiden Modellen ist wie bisher in der Regel ein Tag pro Woche im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung vorgesehen, während sich die wöchentliche Verpflichtung des Ausbildungsunterrichts verringert.
 
In Nordrhein-Westfalen gibt es mit dem 1. November und dem 1. Mai jedes Jahr zwei Starttermine für den Vorbereitungsdienst. Bewerbungsschluss für den 1. November 2018 war der 1. Juni dieses Jahres. Insgesamt haben sich für alle Lehrämter rund 5.000 Lehramtsstudierende beworben. Die eingegangenen Bewerbungen werden jetzt von den Bezirksregierungen bearbeitet. Nordrhein-Westfalen bildet so viele Lehrerinnen und Lehrer aus wie kein anderes Bundesland. Jedes Jahr können 9.000 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in den Vorbereitungsdienst für alle Lehrämter eingestellt werden.
 
Für den Vorbereitungsdienst in Teilzeit ist eine Änderung der Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Staatsprüfung (OVP) erforderlich. Nachdem das Landeskabinett dieser Änderung bereits zugestimmt hatte und auch eine Verbändebeteiligung eine positive Rückmeldung ergeben hat, wird Ministerin Gebauer die geänderte OVP voraussichtlich noch vor den Sommerferien in Kraft setzten.
 
Neue Teilzeitmodelle gibt es auch bei der Schulleitung. Schulministerin Gebauer hatte im April das Pilotprojekt „Topsharing“ als Teil des „Attraktivitätspakets Schulleitungen“ vorgestellt. Beim „Topsharing“ leiten zwei teilzeitbeschäftigte Schulleitungen eine Schule in gemeinsamer Verantwortung. Das Projekt startet zum Schuljahr 2018/19 im Regierungsbezirk Arnsberg an bis zu fünf Schulen.
 

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