Winterhilfe und Zusammenarbeit: Minister Liminski empfängt stellvertretende Gouverneurin aus Dnipropetrowsk

Minister Liminski: Wir wollen in wichtigen Zukunftsfeldern voneinander lernen / Seit Februar 2022 hat Nordrhein-Westfalen rund 13,5 Millionen Euro für Hilfen zugunsten der Ukraine bereitgestellt

3. November 2026
Porträtfoto

Minister Nathanael Liminski hat die stellvertretende Gouverneurin der Oblast Dnipropetrowsk, Iryna Hrytsai, in der Staatskanzlei empfangen. Schwerpunkt des Austauschs waren die Winterhilfen für die vom russischen Angriffskrieg schwer getroffene Region und die weitere Zusammenarbeit in der Regionalpartnerschaft.

Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei

Minister Nathanael Liminski hat am Dienstag, 3. November 2026, die stellvertretende Gouverneurin der Oblast Dnipropetrowsk, Iryna Hrytsai, in der Staatskanzlei empfangen. Schwerpunkt des Austauschs waren die Winterhilfen für die vom russischen Angriffskrieg schwer getroffene Region und die weitere Zusammenarbeit in der Regionalpartnerschaft, etwa bei Katastrophenschutz, Energiesicherheit und Gesundheitsversorgung. Iryna Hrytsai wird zudem am Mittwoch, 4. November 2026, den NRW Resilience Summit besuchen und an einem Roundtable mit deutschen Hilfsorganisationen teilnehmen. Ziel ist es, schnelle und zielgerichtete Winterhilfe für Dnipropetrowsk zu organisieren.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Nordrhein-Westfalen steht seit dem ersten Tag der russischen Vollinvasion fest an der Seite der Ukraine. Und das bleibt so. Deshalb haben wir schon 2023 als erstes Bundesland eine Regionalpartnerschaft mit Dnipropetrowsk geschlossen. Aus Partnern sind längst Freunde geworden. Die Menschen dort leben seit über vier Jahren im Ausnahmezustand. Viele haben Freunde und Angehörige oder ihr Zuhause durch russische Luftangriffe verloren. Das geht uns nahe. Wir werden nicht zulassen, dass Putins Kalkül, uns zu ermüden und zu spalten, aufgeht.

Wir helfen und wir lernen von unseren Freunden in Dnipropetrowsk: wie wir Menschen in Not retten, wie wir Verletzte versorgen, die der Krieg gezeichnet hat und wie wir handlungsfähig bleiben, auch wenn die Lage kaum schlimmer sein könnte. Deshalb bin ich dankbar, dass Iryna Hrytsai ihre Erfahrungen in den NRW Resilience Summit einbringt.“

Minister Nathanael Liminski: „Wir erleben in der Ukraine einen russischen Angriffskrieg, der sich nicht nur gegen militärische Ziele und Infrastruktur wendet, sondern gegen Zivilisten und gegen eine freie Ukraine in Europa richtet. Angesichts dieser Dimension und Bedeutung unterstützen wir aus Nordrhein-Westfalen heraus seit dem ersten Tag unsere ukrainischen Freunde. Die Partnerschaft mit Dnipropetrowsk ist nicht nur auf unmittelbare Nothilfe beschränkt – wir wollen in wichtigen Zukunftsfeldern langfristig zusammenarbeiten, voneinander lernen und damit auch einen Beitrag für Europas Sicherheit und Wirtschaftskraft leisten.“

Hintergrund: Die Hilfe im Überblick

Die Regionalpartnerschaft mit Dnipropetrowsk wurde im Februar 2023 begründet, als erste zwischen einem Bundesland und einer ukrainischen Region. Insgesamt hat die Landesregierung seit Februar 2022 rund 13,5 Millionen Euro für Hilfsinitiativen zugunsten der Ukraine bereitgestellt.

Humanitäre Hilfe: Gemeinsam mit dem Blau-Gelben Kreuz liefert das Land Hilfsgüter nach Dnipropetrowsk, darunter Blockheizkraftwerke, Generatoren, Krankenhausbetten, Wasseraufbereitungsanlagen sowie Feuerwehr-, Rettungs- und Polizeifahrzeuge. Dafür hat das Land bislang rund 1,37 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im Winter 2025/2026 kamen Spenden von nordrhein-westfälischen Unternehmen in Höhe von rund 130.000 Euro hinzu.

Gesundheit: Mit 750.000 Euro hat das Land eine Prothesenwerkstatt im Rehazentrum „Solonyy Lyman“ gefördert, die seit Juli 2026 in Betrieb ist. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Münster unterstützt es außerdem das Mechnikov-Krankenhaus dabei, kriegsbedingte Wundinfektionen schneller und gezielter zu behandeln (380.000 Euro). Über das Kleeblattsystem wurden bislang 564 Patientinnen und Patienten aus der Ukraine in Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen versorgt.

Vernetzung: Über ein Förderprogramm der Staatskanzlei wurden bislang 40 Kleinprojekte der kommunalen und zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit unterstützt. Die Zahl der kommunalen Partnerschaften zwischen Nordrhein-Westfalen und Dnipropetrowsk ist von null auf neun gestiegen, seit Februar 2023. Derzeit tauschen sich Feuerwehrleute aus Dnipropetrowsk am Institut der Feuerwehr NRW in Münster aus (1. bis 7. November 2026). Am 1. Dezember 2026 richtet die Universitätsallianz Ruhr in Essen den „Science Summit NRW-Ukraine“ aus.

Aufnahme in Nordrhein-Westfalen: Seit Februar 2022 hat Nordrhein-Westfalen rund 281.000 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. Im Schuljahr 2025/2026 besuchen rund 62.300 Schülerinnen und Schüler mit ukrainischer Staatsangehörigkeit eine Schule im Land.

 

Kontakt

Pressekontakt

Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei

Telefon: 0211-837-1715
E-Mail: axel.baeumer [at] stk.nrw.de

Bürgeranfragen

Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei

Telefon: 0211 837-1001
E-Mail: nrwdirekt [at] nrw.de