Ministerpräsident Wüst nimmt zum Abschluss seiner Reise an NRW-Türkei-Wirtschaftskonferenz teil
Wüst: Ausweitung von Visa-Erleichterungen für türkische Geschäftsleute ist starkes Zeichen und wichtiger Schritt
Am Mittwoch, 30. September 2026, nimmt Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Abschluss seiner dreitägigen Reise in die Türkei gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation aus Nordrhein-Westfalen an der NRW-Türkei-Wirtschaftskonferenz in Istanbul teil. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen sowie konkrete Kooperationen zwischen Partnern aus beiden Ländern.
Am Mittwoch, 30. September 2026, nimmt Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Abschluss seiner dreitägigen Reise in die Türkei gemeinsam mit einer Wirtschaftsdelegation aus Nordrhein-Westfalen an der NRW-Türkei-Wirtschaftskonferenz in Istanbul teil. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen sowie konkrete Kooperationen zwischen Partnern aus beiden Ländern. An der Konferenz nehmen auch Alparslan Bayraktar, Minister für Energie und natürliche Ressourcen und Mahmut Gürcan, stellvertretender Minister für Handel der Republik Türkei, teil. Die Konferenz wird von der landeseigenen Außenwirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.Global Business gemeinsam mit dem türkischen Außenwirtschaftsrat DEIK organisiert und bringt Unternehmen und Wirtschaftsvertreter aus Nordrhein-Westfalen und der Türkei zusammen, um bestehende Partnerschaften sichtbar zu machen und weitere gemeinsame Vorhaben zu entwickeln.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Nordrhein-Westfalen und die Türkei teilen eine gemeinsame Geschichte – die wir den Menschen verdanken, die vor Jahrzehnten aus der Türkei zu uns gekommen sind und zum Wohlstand unseres Landes beigetragen haben. Im Rahmen der Reise wurde deutlich, wie viel gemeinsame Zukunft aus dieser Geschichte erwachsen kann. Heute tragen Menschen und Unternehmen in beiden Ländern unsere Partnerschaft weiter. Mit den unterzeichneten Vereinbarungen schlagen wir auch bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ein neues Kapitel in den Beziehungen zur Türkei auf. Gerade in unsicheren Zeiten wollen wir verlässliche Lieferketten stärken und neue gemeinsame Projekte ermöglichen. Dafür brauchen wir auch schnellere Verfahren für Geschäftsvisa und eine modernisierte EU-Türkei-Zollunion.“
Neben einem C-Level Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern türkischer Unternehmen, dem türkischen Energieminister und dem stellvertretenden Handelsminister unterzeichnen Partner aus Nordrhein-Westfalen und der Türkei acht Absichtserklärungen (Memoranda of Understanding) zur weiteren Zusammenarbeit in Wirtschaft, Industrie, Energie, Logistik, Luftfahrt, Tourismus und Innovation:
- NRW.Global Business und der türkische Außenwirtschaftsrat DEİK unterzeichnen eine Rahmenvereinbarung, um Handel und Investitionen zu fördern, Unternehmen bei der Erschließung beider Märkte zu unterstützen und neue Geschäftskontakte zu vermitteln.
- Der Flughafen Köln/Bonn, der Flughafen Istanbul Sabiha Gökçen und HEAS vereinbaren eine Zusammenarbeit bei Digitalisierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit und der Weiterentwicklung des Flughafenbetriebs.
- Der Duisburger Hafen, Arkas und Mars Logistics beabsichtigen die Güterverkehre zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei zu stärken und multimodale Transportketten auszubauen.
- Die Messe Düsseldorf und der türkische Gießereiverband TÜDÖKSAD vereinbaren die Beteiligung türkischer Unternehmen an der Messe THE BRIGHT WORLD OF METALS 2027.
- Circular Valley und Fark Labs planen eine Innovationspartnerschaft zu Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger industrieller Entwicklung.
- Im Tourismus vertiefen die DERTOUR Group, die Reisesparte der REWE Group und Paloma Hotels ihre seit mehr als 40 Jahren bestehende Zusammenarbeit. Ihre Vereinbarung sichert Hotelkapazitäten für die Saison 2026/27 und sieht gemeinsame Marketingaktivitäten sowie eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Reiseangeboten und der Qualitätssicherung vor.
- Schmitz Cargobull und das türkische Unternehmen Orsan vereinbaren eine Zusammenarbeit im Nutzfahrzeugbereich.
- Der Energiekonzern Uniper und Biotrend planen gemeinsam den Bioethan-Markt zu entwickeln und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu eruieren.
Im Rahmen der Wirtschaftskonferenz begrüßte Ministerpräsident Wüst zudem spürbare zusätzliche Erleichterungen bei den Visaverfahren für Geschäftsreisende aus der Türkei. Kürzere Bearbeitungszeiten bei der Visavergabe gehören zu den drängendsten Anliegen der Unternehmen beider Länder.
Ab Herbst 2026 steht das Business-Fast-Track-Verfahren nun auch den Mitgliedsunternehmen des Deutsch-Türkischen Wirtschaftsrats (DTWR) von DEIK offen. Die Öffnung des Programms ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Die Erleichterungen bei den Visaverfahren für Geschäftsleute ist ein starkes Zeichen und ein wichtiger Schritt für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei. Lange und aufwendige Visaverfahren haben die Zusammenarbeit unserer Unternehmen über Jahre gebremst. Dass künftig weitere türkische Unternehmen ihre Geschäftsaktivitäten in Deutschland verlässlicher planen können, schafft die Grundlage für neue Investitionen und engere Partnerschaften. Das ist ein starkes und vor allem konkretes Signal auch für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Ich danke dem Auswärtigen Amt mit Minister Johann Wadephul, dass es diesen Weg geht. Ich bin der deutschen Botschafterin Sibylle Katharina Sorg und ihrem Team vor Ort dankbar für die Arbeit an diesem wichtigen Thema. Für uns in Nordrhein-Westfalen mit unseren besonders engen Beziehungen zur türkischen Wirtschaft sind die Erleichterung bei der Geschäftsvisa-Vergabe ein bedeutender Schritt.“
Neben den wirtschaftlichen Beziehungen stand die Verbindung zwischen den Menschen beider Länder im Mittelpunkt der Reise. Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigt damit auch die Lebensleistung der Menschen, die seit dem deutsch-türkischen Anwerbeabkommen von 1961 aus der Türkei nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind. Zum Abschluss seiner Reise geht Ministerpräsident Wüst gemeinsam mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen durch die Istanbuler Viertel Tophane und Karaköy. Der historische Stadtspaziergang erinnert an die ersten Schritte vieler Menschen auf ihrem Weg nach Deutschland.
Wirtschaftsbeziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei
Nordrhein-Westfalen und die Türkei sind wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Im Jahr 2025 wurden Waren im Wert von 11,2 Milliarden Euro zwischen beiden Ländern gehandelt. Damit entfiel 2025 rund ein Fünftel des deutsch-türkischen Handelsvolumens auf Nordrhein-Westfalen. Nordrhein-Westfalen importierte Waren im Wert von 7,3 Milliarden Euro aus der Türkei und exportierte Waren im Wert von 3,9 Milliarden Euro dorthin. Rund 1.300 türkische Tochterunternehmen sind in Nordrhein-Westfalen ansässig. Zugleich sind zahlreiche Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen in der Türkei tätig. Dazu zählt das Düsseldorfer Unternehmen Henkel, dessen Produktionsstandort bei Ankara Ministerpräsident Wüst am ersten Tag seiner Reise besuchte. NRW.Global Business unterhält zudem eine eigene Repräsentanz in Istanbul.
Angesichts geopolitischer Veränderungen gewinnt die Türkei für nordrhein-westfälische Unternehmen als Produktionsstandort und für die breitere Aufstellung ihrer Lieferketten an Bedeutung. Die Landesregierung wirbt während der Reise zugleich für weitere türkische Investitionen in Nordrhein-Westfalen.
Fotos der Reise des Ministerpräsidenten finden Sie hier: https://www.land.nrw/mediathek
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