Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes besucht Partnerregion Piemont in Italien
Im März 2022 hatten das Piemont und Nordrhein-Westfalen ein Partnerschaftsvereinbarung geschlossen
Der Besuch der Universität Politecnico di Torino steht im Mittelpunkt einer Reise von Kultur- und Wissenschaftsministerin Brandes in die nordrhein-westfälische Partnerregion Piemont. Die Ministerin folgte einer Einladung des italienischen Spitzenforschers Prof. Dr. Enrico Macii an die Polytechnische Hochschule.
Der Besuch der Universität Politecnico di Torino steht im Mittelpunkt einer Reise von Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes in die nordrhein-westfälische Partnerregion Piemont. Die Ministerin folgte einer Einladung des italienischen Spitzenforschers Prof. Dr. Enrico Macii an die Polytechnische Hochschule. Er hatte die Ministerin im Rahmen der gemeinsamen Bewerbung der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum um den Exzellenzstatus in Dortmund kennengelernt. Macii arbeitet als Professor für Computeringenieurwesen und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie eine bessere Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu schnellerer Transformation wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte gelingen kann.
Neben den Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Politecnico di Torino dient die Reise auch dazu, die Kontakte zum Start-up-Inkubator I3P und dem Kultur- und Forschungszentrum Polo del ’900 zu intensivieren. Zudem besucht Ministerin Brandes die „Artissima“, die wichtigste Messe zeitgenössischer Kunst Italiens.
Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Das Piemont und Nordrhein-Westfalen verbinden viele Gemeinsamkeiten – eine vielfältige Kulturlandschaft, exzellente Hochschulen und eine bewegte industrielle Geschichte. Beide Regionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen und suchen Antworten auf die großen Fragen der Zukunft, etwa die ressourcenschonende Energieversorgung mit Wasserstoff, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und der schnelle Transfer, um aus wissenschaftlichen Erkenntnissen neue Produkte zu entwickeln. Weil uns eine ganz ähnliche Geschichte mit dem Piemont verbindet, bin ich überzeugt davon, dass die Pflege der gemeinsamen Beziehungen in der Kultur und in der Wissenschaft für beide Seiten gewinnbringend ist.“
Beim Treffen mit Prof. Elena Maria Baralis, Prorektorin der Politecnico di Torino, werden Best-Practice-Beispiele ausgetauscht, wie es gelingen kann, aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Produkte zu entwickeln, aus denen Wertschöpfung erzielt werden kann. Die Hochschule ist international ausgerichtet mit Schwerpunkten in Architektur, Informatik und technologischer Innovation. Schon jetzt bestehen intensive Kooperationen mit der Exzellenzuniversität RWTH Aachen.
Das Gründerzentrum I3P wurde 1999 als Start-up-Inkubator der Polytechnischen Hochschule gegründet. Beteiligt sind neben Forscherinnen und Forschern der Hochschule auch Studentinnen und Studenten und externe Gründerinnen und Gründer. I3P bietet strategische Beratung, Coaching, Mentoring, Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung sowie geeignete Arbeitsräume. Inzwischen sind mehr als 500 Firmen aus dem Gründerzentrum hervorgegangen. Beim Treffen der Ministerin mit Präsident Giuseppe Scellato wird es auch um einen Austausch mit den nordrhein-westfälischen Inkubatoren Bryck im Ruhrgebiet sowie der Gateway Factory im Rheinland gehen. Für die Start-up-Szene sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch im Piemont sei es unerlässlich, die Kapitalmarktunion der EU zu vollenden, um für internationale Investoren attraktiver zu werden und insbesondere Deep-Tech-Gründern ausreichend Kapitalzugang zu ermöglichen. Nur ein gemeinsamer Kapitalmarkt mache Ausgründungen aus Europa konkurrenzfähig – insbesondere mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Das Kultur- und Forschungszentrum Polo del ’900 ist ein Zusammenschluss von 25 kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen und beschäftigt sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts und ihrer Bedeutung für Demokratie, Freiheit, Widerstand, Menschenrechte, Arbeit und gesellschaftlichen Wandel. Das Polo del ’900 richtet sich besonders an junge Menschen und möchte Geschichte mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten verbinden. Bei dem Treffen mit Stiftungspräsident Alberto Sinigaglia und Direktor Alessandro Rubini geht es um einen fachlichen Austausch über Erinnerungskultur, historisch-politische Bildung und neue Formate digitaler Geschichtsvermittlung.
Zur Artissima treffen sich jedes Jahr im Herbst Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Kunstszene in Turin. In diesem Jahr werden 183 Galerien aus 35 Ländern, darunter zwei aus Nordrhein-Westfalen, vertreten sein. Zum ersten Mal besucht Ministerin Brandes die international renommierte Kunstmesse, die sowohl als Plattform für die Förderung von Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern als auch als Treffpunkt für Sammlerinnen und Sammler, Kuratorinnen und Kuratoren aus der ganzen Welt gilt.
Hintergrund
Nordrhein-Westfalen pflegt gute und enge Beziehungen zu zahlreichen Ländern und Regionen auf der ganzen Welt und geht neue Partnerschaften ein. Davon profitieren Wirtschaft und Wissenschaft sowie Kultur und Zivilgesellschaft. Nordrhein-Westfalen verbindet mit Italien enge wirtschaftliche Beziehungen: Mit einem Handelsvolumen von 24,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 ist Italien auf Platz sechs der Handelspartner Nordrhein-Westfalens, vor Österreich und nach Polen.
Die Region Piemont ist mit 4,38 Millionen Einwohnern flächenmäßig die größte Festlandregion Italiens mit Außengrenzen zur Schweiz und zu Frankreich. In Nordrhein-Westfalen sind über 137.000 Menschen mit Wurzeln in Italien zuhause – das ist mehr als jeder fünfte in Deutschland lebende Italiener. Es bestehen 18 Städtepartnerschaften, darunter Köln mit Turin, Unna mit Pisa, Bonn mit Frascati und Oberhausen mit Iglesias. Düsseldorf hat im März 2016 eine neue Städtepartnerschaft mit Palermo vereinbart.
In Nordrhein-Westfalen existiert ein Netzwerk italienischer Einrichtungen. So hat die Italienische Handelskammer für Deutschland (ITKAM) ein Büro in Köln genauso wie die Deutsch-Italienische Wirtschaftsvereinigung MERCURIO, ein italienisches Kulturinstitut und die Kulturvereinigung Italia Altrove. Das italienische Generalkonsulat hat ebenfalls seinen Sitz in Köln, ein weiteres italienisches Konsulat befindet sich in Dortmund.