Raumfahrt als Zukunftsindustrie: Nordrhein-Westfalen stärkt Europas technologische Souveränität

Industrietag Raumfahrt bringt Industrie, Forschung und Politik zusammen

27. Mai 2026
MP Wüst während seiner Rede vor einer Raumfahrtkapsel

Ministerpräsident Hendrik Wüst eröffnet am Mittwoch, 27. Mai 2026, im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) der ESA am DLR-Standort in Köln den ersten „Industrietag Raumfahrt Nordrhein-Westfalen“.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Hendrik Wüst eröffnet am Mittwoch, 27. Mai 2026, im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) der ESA am DLR-Standort in Köln den ersten „Industrietag Raumfahrt Nordrhein-Westfalen“. Die Veranstaltung, die von der Staatskanzlei gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE), AeroSpace.NRW, dem DLR und der ESA organisiert wird, bringt führende Köpfe aus Industrie, Mittelstand, Forschung und Politik zusammen. Ziel ist es, Nordrhein-Westfalen als führenden europäischen Standort für industrielle Raumfahrtanwendungen weiter zu stärken.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Raumfahrt ist längst mehr als Forschung und Exploration. Sie ist ein Industriethema und ein Schlüsselbereich für Europas Handlungsfähigkeit. Denn die Zeitenwende gilt auch im All. Verlässliche Satellitenkommunikation, präzise Navigation und hochauflösende Erdbeobachtung sind Grundlage für moderne Wirtschaftspolitik, wirksamen Katastrophenschutz und funktionierende Verteidigung. Europa muss bei diesen strategischen Fähigkeiten noch unabhängiger werden. Nordrhein-Westfalen ist das industrielle Herz Europas – und genau das macht unser Land zum idealen Raumfahrtstandort. Raumfahrt entsteht heute an den Schnittstellen zu Maschinenbau, Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien. Genau hier haben wir besondere Stärken. Mit dem GOVSATCOM-Hub in Köln wird Nordrhein-Westfalen zu einem zentralen Knotenpunkt für sichere Satellitenkommunikation in ganz Europa. Das ist ein starkes Signal für Europas Unabhängigkeit und eine große Chance für unsere Industrie, unseren Mittelstand und unsere Arbeitsplätze. Nordrhein-Westfalen hat sich auf den Weg gemacht – von der Kohle zur KI und in den Orbit. Wir werden diese Entwicklung mitgestalten.“

Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Mona Neubaur: „Raumfahrt ist heute Industrie-, Sicherheits- und Resilienzpolitik zugleich. Nordrhein-Westfalen bringt dafür die besten Voraussetzungen mit: eine starke industrielle Basis, exzellente Forschung und Unternehmen mit Schlüsselkompetenzen in Zukunftstechnologien. Mit dem GOVSATCOM-Hub übernehmen wir Verantwortung für Europas technologische und sicherheitspolitische Souveränität – konkret, hier in Köln. Der Industrietag Raumfahrt ist genau das richtige Format, um diese Stärken zusammenzubringen und gemeinsam die nächsten Schritte zu gehen.”

Stéphane Beemelmans (DLR): „Dass die Raumfahrt an Bedeutung gewinnt, zeigen die globalen Entwicklungen und die geopolitische Lage. Wir müssen unsere Weltraumkompetenzen weiter ausbauen. Dafür bedarf es der konsequenten Nutzung der Forschung und Entwicklung in der Raumfahrt. Beides trägt zur Stärkung des Wirtschafts- und Forschungsstandortes NRW bei. Das DLR leistet seinen Beitrag – als Kompetenzzentrum in NRW für Luft- und Raumfahrt. Gemeinsam mit unseren öffentlichen Stakeholdern, zu denen insbesondere auch das Land NRW gehört, und den starken Partnern vor Ort, wie ESA, Bundeswehr und Flughafen Köln-Bonn, wollen wir den Standort zum SPACEHUB COLOGNE stetig ausbauen“, sagt Stéphane Beemelmans, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DLR.“

Daniel Neuenschwander (ESA): „Nordrhein-Westfalen hat sich als ein bedeutender Luft- und Raumfahrtstandort in Deutschland etabliert, und wir bei der ESA sind stolz darauf, diese Exzellenz zu unterstützen. Mit dem Europäischen Astronautenzentrum, Heimat und Trainingsstätte unserer europäischen Astronautinnen und Astronauten, das in den kommenden Jahren wachsen wird, sowie mit der LUNA-Analoganlage, die gemeinsam von ESA und DLR betrieben wird, profitiert Köln von einer einzigartigen Expertise.“

Nordrhein-Westfalen hat sich zu einem der führenden europäischen Standorte für Raumfahrt entwickelt. Mit dem GOVSATCOM-Hub in Köln entsteht derzeit ein Schlüsselprojekt für die sichere Satellitenkommunikation in Europa, das vom Land mit 50 Millionen Euro unterstützt wird. Dieser Hub stärkt die digitale und sicherheitspolitische Souveränität Europas und soll künftig sichere Satellitenkommunikation für europäische Staaten und Behörden koordinieren.

Mehr als 80 spezialisierte Raumfahrtunternehmen und Institute entwickeln Hochleistungstechnologien – von Leichtbaukomponenten bis hin zu Software für die Satellitensteuerung. Insgesamt sind in NRW über 400 Unternehmen im Luft- und Raumfahrtsektor 
tätig.

In der Forschung setzt Nordrhein-Westfalen mit Einrichtungen wie der modernsten Mondsimulationshalle LUNA, der raumfahrtmedizinischen Anlage :envihab und dem Europäischen Astronautenzentrum in Köln internationale Maßstäbe. Mit JUPITER in Jülich verfügt Nordrhein-Westfalen zudem über Europas leistungsfähigste KI- und Supercomputing-Infrastruktur – eine Schlüsseltechnologie auch für die Verarbeitung der riesigen Datenmengen moderner Raumfahrt. Das im Januar 2026 veröffentlichte „Chancenpapier Raumfahrt“ setzt den strategischen Rahmen, um diese technologischen Stärken noch enger mit dem Mittelstand und Zukunftstechnologien zu verknüpfen.

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