Nationaler Gießerei-Dialog sendet klares industriepolitisches Signal
Zwölf Bundesländer, IG Metall und Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie verabschieden gemeinsames Positionspapier – Bundesregierung und EU zum Handeln aufgefordert
Mit dem ersten Nationalen Gießereidialog ist am Freitag, 10. Juli 2026, ein deutliches industriepolitisches Signal für den Erhalt einer Schlüsselindustrie des Industrie-Standortes Deutschland gesetzt worden. Erstmals haben sich die Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsminister von zwölf Bundesländern zusammen mit der IG Metall und dem Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) auf ein gemeinsames Positionspapier verständigt, das sich an die Bundesregierung und die Europäische Union richtet.
Mit dem ersten Nationalen Gießereidialog ist am Freitag, 10. Juli 2026, ein deutliches industriepolitisches Signal für den Erhalt einer Schlüsselindustrie des Industrie-Standortes Deutschland gesetzt worden. Erstmals haben sich die Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsminister von zwölf Bundesländern zusammen mit der IG Metall und dem Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) auf ein gemeinsames Positionspapier verständigt, das sich an die Bundesregierung und die Europäische Union richtet.
Die Botschaft ist eindeutig: Die deutsche Gießereiindustrie ist unverzichtbarer Bestandteil industrieller Wertschöpfungsketten und Voraussetzung für Resilienz, Transformation sowie sicherheits- und verteidigungspolitische Handlungsfähigkeit. Gleichzeitig befindet sich die Branche aufgrund hoher Energiekosten, wachsender internationaler Wettbewerbsverzerrungen, zunehmender Regulierung und anhaltender Nachfrageschwäche in einer außergewöhnlich schwierigen Lage. Deshalb benötigt sie jetzt eine entschlossene industriepolitische Begleitung.
Mit dem Positionspapier fordern die Beteiligten konkrete Maßnahmen in den Bereichen Energie, Transformation, Bürokratieabbau, fairer Handel und industrielle Resilienz: einen wirksamen Industriestrompreis mit einem Zielwert von fünf Cent pro Kilowattstunde, einen verbesserten Carbon-Leakage-Schutz statt einer Kürzung des EU-ETS-Produktbenchmarks für Eisenguss um 40 bis 50 Prozent, schnellere Netzanschlüsse für die Elektrifizierung von Schmelzprozessen sowie Förderprogramme, die auch beim Mittelstand ankommen. Die Ergebnisse des Nationalen Gießereidialogs sollen unmittelbar in die angekündigten Branchendialoge der Bundesregierung im Rahmen des Programms für Aufschwung und Beschäftigung einfließen, die am 2. Juli für das dritte Quartal 2026 angekündigt wurden.
Mona Neubaur, Wirtschaftsministerin Nordrhein-Westfalen: „Ohne Gießereien gibt es keine starke Automobilindustrie, keinen leistungsfähigen Maschinenbau und keine erfolgreiche klimaneutrale Transformation. Sie sichern Innovation, Beschäftigung und Resilienz unserer Lieferketten. Daher wollen wir die Gießereien zukunftsfähig machen: Mit dem Positionspapier machen die Länder gemeinsam mit den Sozialpartnern und der Branche klar, dass eine starke Industrie aktive Industriepolitik braucht. Jetzt müssen Bund und Europäische Union die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, damit unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen und investieren können.“
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin Baden-Württemberg: „Die Lage der Gießerei-Industrie in Deutschland ist wirklich sehr ernst. Wir müssen jetzt entschieden und gemeinsam daran arbeiten, die Zukunft dieser Schlüsselbranche zu sichern. Ohne wirkungsvolle Maßnahmen verlieren wir Kompetenzen und Arbeitsplätze, was sich auf unsere gesamte Wertschöpfung über nahezu alle Branchen hinweg auswirken wird. Eine unmittelbare Konsequenz ist die Steigung der Abhängigkeiten von ausländischen Akteuren. Das dürfen wir nicht zulassen.“
Clemens Küpper, Präsident Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie: „Der heutige Nationale Dialog ist ein wichtiges Signal für unsere Branche. Erstmals haben sich alle Gießerei-Länder klar zum Erhalt unserer Industrie bekannt. Mit dem gemeinsamen Positionspapier richten wir konkrete Erwartungen nach Berlin und Brüssel. Jetzt kommt es darauf an, dass diesem breiten politischen Schulterschluss zügig konkrete Maßnahmen folgen“.
Jürgen Kerner, 2. Vorsitzender der IG Metall: „Die Gießerei-Industrie mit ihren insgesamt rund 140.000 Arbeitsplätzen muss in Deutschland gesichert werden. Als hochmoderne Schlüsseltechnologie am Anfang industrieller Lieferketten ist sie für zahlreiche Branchen entscheidend. Zudem setzt sie auf Kreislaufwirtschaft und etabliert damit einen doppelten Standortvorteil: Rohstoffsouveränität und Klimaschutz. Für eine sichere Zukunft der Branche und der Beschäftigten braucht es jetzt: Wettbewerbsfähige Energiepreise, einen starken Carbon-Leakage-Schutz, der die Produktion hier sichert, sowie eine Industriepolitik, die die deutschen und europäischen Wertschöpfungsketten mit Local-Content-Regelungen stärkt.“
Das gemeinsame Positionspapier finden Sie zum Abschluss des Gießerei-Dialogs gegen 16.00 Uhr online unter: https://www.guss.de/themen/nationaler-giesserei-dialog-2026
Kontakt
Pressekontakt
Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie
| Telefon: | 0211 61772-143 |
|---|---|
| E-Mail: | presse [at] mwike.nrw.de |
Bürgeranfragen
Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie
| Telefon: | 0211 61772-0 |
|---|---|
| E-Mail: | nrwdirekt [at] nrw.de |