„Produktives.NRW“: Neun Projekte mit Spitzentechnologie aus dem Rheinischen Revier und dem Ruhrgebiet setzen sich durch

Ministerin Neubaur: Wir geben einen kraftvollen Impuls für Wertschöpfung, sichere Jobs und ein starkes Europa

10. Juli 2026
phb Idee Innovation Glühbirne Gedanke

Kunststoff aus alten Autos, der energieeffizient recycelt wird. Synthetischer Treibstoff für Flugzeuge, hergestellt aus Bio-Abfällen. Ein klimafreundlicher Zementersatz, der CO2 bindet. Innovationen wie diese zeigen, wie die Industrie in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig wird – und Europa an Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit gewinnt.

Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie

Kunststoff aus alten Autos, der energieeffizient recycelt wird. Synthetischer Treibstoff für Flugzeuge, hergestellt aus Bio-Abfällen. Ein klimafreundlicher Zementersatz, der CO2 bindet. Innovationen wie diese zeigen, wie die Industrie in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig wird – und Europa an Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit gewinnt. Neun Unternehmen mit marktreifen Lösungen für nachhaltige Schlüsseltechnologien haben sich in der vierten Runde des Förderaufrufs „Produktives.NRW“ aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 durchgesetzt, den das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Umweltministerium durchführt. Für die ausgewählten Vorhaben stehen rund 90 Millionen Euro EU-Mittel aus dem Just Transition Fund für Ansiedlungen und Erweiterungen von Industrieanlagen im Rheinischen Revier und dem nördlichen Ruhrgebiet bereit. 

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Nordrhein-Westfalen ist stark, wenn Europa stark ist. Die ausgewählten Projekte zeigen, was Nordrhein-Westfalen zu bieten hat, um Europa unabhängiger, resilienter und wettbewerbsfähiger zu machen. Bei Kreislaufwirtschaft, Biotechnologie und Ressourceneffizienz ist Nordrhein-Westfalen europäische Spitze. Gemeinsam mit der EU geben wir einen kraftvollen Impuls für industrielle Wertschöpfung und sichere Jobs im Rheinischen Revier und im nördlichen Ruhrgebiet. Das ist intelligentes Wachstum, made in NRW.”

Diese Projekte sind zur Förderung ausgewählt: 

BodyClad – Ressourceneffiziente Prozessinnovation für nachhaltigen Oberflächenschutz, Euromat GmbH, Baesweiler

In Baesweiler soll eine Produktionsanlage für ein neuartiges Beschichtungsverfahren aufgebaut werden. Dabei werden spezielle Matten hergestellt, die auf die Oberflächen von Bauteilen aufgebracht und durch Wärme in eine widerstandsfähige metallische Beschichtung umgewandelt werden. Das Verfahren reduziert Materialverluste und setzt auf in Europa verfügbare Werkstoffe. Die Technologie bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten, unter anderem in der Agrarwirtschaft, der Windenergie, der Schifffahrt und in der Transport- und Energietechnik. 

Carbon2MinerMarl – Industrieller Aufbau einer CO2-Mineralisierungsanlage zur Produktion CO2-effizienter Baustoffe, Co-reactive GmbH, Marl

Die erste industriell betriebene Anlage zur CO₂-Mineralisierung in Deutschland soll in Marl entstehen. Dabei wird Kohlendioxid aus Industrieemissionen und der Umgebungsluft genutzt, um industrielle Nebenprodukte in klimafreundliche Ersatzstoffe für die Zementherstellung umzuwandeln. So wird CO₂ dauerhaft gebunden und die Herstellung nachhaltiger Baustoffe ermöglicht. 

CircuLactam – Zirkuläre Wertschöpfung für technische Kunststoffe in NRW, SECARA GmbH, Dormagen 

In der geplanten Anlage im Chempark Dormagen soll Kunststoff aus gemischten industriellen Abfallströmen und Altfahrzeugen energieeffizient recycelt und zu einem hochwertigen Grundstoff für die Kunststoffherstellung aufbereitet werden. Dadurch können fossile Rohstoffe ersetzt, CO₂-Emissionen deutlich reduziert und Wertstoffe im Kreislauf gehalten werden. Mit dem Projekt CircuLactam wird diese innovative Recyclingtechnologie erstmals im industriellen Maßstab umgesetzt und kann einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft leisten.

DAWN Extension, Synhelion Germany GmbH, Jülich 

Aus organischen Reststoffen mit erneuerbarem Strom klimafreundliche synthetische Kraftstoffe herstellen – das ist das Ziel des Projekts DAWN Extension. Dafür wird eine industrielle Demonstrationsanlage im Brainergy Park Jülich errichtet. Perspektivisch sollen nachhaltige synthetische Treibstoffe für die Luftfahrt mithilfe von Solarenergie produziert werden. Das Vorhaben leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Flugverkehrs.

EQUIPNEXT.NRW – Aufbau einer Fertigungsstätte für Produktionsanlagen der nächsten Generation von Batteriezellen, MANUGY GmbH, Pulheim

In Pulheim ist eine moderne Infrastruktur für die Serienmontage von Produktionsanlagen zur Batteriezellfertigung geplant. Kern des Vorhabens ist ein neuartiges, modular aufgebautes Maschinenkonzept, das flexibel an unterschiedliche Technologien angepasst werden kann. Ergänzt wird es durch Test- und Produktionsbereiche, die kontrollierte, zuverlässige Bedingungen für die Fertigung von Batteriezellen ermöglichen. 

Korrosionsschutz Oellers – Industrieller Aufbau einer Produktionsplattform für biobasierte Korrosionsschutzsysteme, Oellers-Immex GmbH & Co. KG, Aldenhoven

Mit dem Projekt der Oellers-Immex GmbH & Co. KG wird eine biobasierte Produktionslinie für den Korrosionsschutz im industriellen Maßstab umgesetzt. Dabei werden herkömmliche Beschichtungssysteme durch eine umweltfreundlichere Alternative ersetzt. Das Vorhaben stärkt die ressourcenschonende und nachhaltige Industrieproduktion.

Skalierung PolyCoat – Aufbau von Produktionsanlagen für kunststoffbeschichtete Glasfasern, FibreCoat GmbH, Aachen

Mit dem Projekt FibreCoat soll in Aachen eine industrielle Produktionsanlage für polymerbeschichtete Endlosfasern entstehen. Solche Fasern dienen als wichtiger Ausgangsstoff für leichte und zugleich stabile Bauteile. Sie kommen unter anderem in der Mobilitätsbranche und im Bauwesen zum Einsatz. Beim Projekt FibreCoat werden Glas- oder Basaltfasern bei der Herstellung direkt mit einer Kunststoffschicht versehen. So lassen sich weitere Verarbeitungsschritte verkürzen oder ganz vermieden. Das reduziert Materialverluste und spart Energie. 

UrbanSi – Gewinnung von Silizium und Eisenverbindungen aus urbanen Abfallströmen, NewCo/Lanxess, Dormagen

Die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Klärschlamm hat sich das Projekt UrbanSi zum Ziel gesetzt. Im Chempark Dormagen soll eine industrielle Demonstrationsanlage entstehen, in der aus den festen Rückständen von Klärschlamm Silizium- und Eisenverbindungen für die industrielle Nutzung aufbereitet werden. Die Rohstoffe finden unter anderem in der Glasfaser- und Halbleiterproduktion Verwendung. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft und zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen.

WaCoRe2Syn – Waste and CO2 Recycling 2 Syngas, Cyclize GmbH, Dormagen

Die Cyclize GmbH beabsichtigt den Bau einer voll elektrifizierten Anlage, mit der schwer verwertbare Abfälle und CO₂ mithilfe eines neuartigen Plasma-Verfahrens in zirkuläres Synthesegas umgewandelt werden – ein wertvoller Rohstoff für die chemische Industrie. Durch die Einbindung in bestehende Industrieprozesse können Ressourcen effizienter genutzt und Kohlenstoffkreisläufe geschlossen werden. Das Vorhaben leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Chemieindustrie und zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen.

Weitere Informationen auch zu den vorigen Einreichungsrunden finden Sie unter: www.efre.nrw.de/einfach-machen/foerderung-finden/produktivesnrw.   

Zum Hintergrund

Mit dem Aufruf „Produktives.NRW“ setzt Nordrhein-Westfalen die EU-Plattform STEP um. Ziel ist es, strategische Abhängigkeiten zu verringern, den Ausbau von Spitzentechnologien „made in Europe“ zu fördern und dem Mangel an Arbeits- und Fachkräften in der Europäischen Union entgegenzuwirken. 

Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen stehen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Funds (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität, Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen sowie strategische Technologien und Wettbewerbsfähigkeit.

Weitere Informationen finden Sie unter www.efre.nrw

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