Nordrhein-Westfalen und Andalusien bauen Zukunftspartnerschaft aus
Ministerin Neubaur: Andalusien hat die Sonne, Nordrhein-Westfalen die Industrie – diese Partnerschaft bringt beides zusammen
Nordrhein-Westfalen und die sonnenreichste Region Europas Andalusien wollen beim grünen Wasserstoff enger zusammenarbeiten. Wirtschaftsstaatssekretärin Silke Krebs und Jorge Paradela Gutiérrez, Minister für Universitäten, Industrie, Energie und Innovation der spanischen Regionalregierung Andalusiens, haben dazu auf der European Hydrogen Week in Brüssel eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Nordrhein-Westfalen und die sonnenreichste Region Europas Andalusien wollen beim grünen Wasserstoff enger zusammenarbeiten. Wirtschaftsstaatssekretärin Silke Krebs und Jorge Paradela Gutiérrez, Minister für Universitäten, Industrie, Energie und Innovation der spanischen Regionalregierung Andalusiens, haben dazu auf der European Hydrogen Week in Brüssel eine Absichtserklärung unterzeichnet. Grüner Wasserstoff wird mit Strom aus Sonne oder Wind hergestellt. Er soll Industrie und Energieversorgung unabhängiger von Gas und Öl machen. Die Grundlage für die Kooperation hatte Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur 2024 mit einer Delegationsreise nach Andalusien gelegt.
Wirtschaftsministerin Neubaur: „Andalusien hat die Sonne. Nordrhein-Westfalen hat die Industrie, die grünen Wasserstoff braucht – und die Unternehmen, die die Technik dafür bauen. Diese Partnerschaft bringt beides zusammen. Sie macht uns unabhängiger von fossilen Energien und damit von unsicheren Energieimporten, schafft zuverlässige Lieferketten, eröffnet Nordrhein-Westfalen wichtige Exportchancen. Und sie sichert Arbeit: im Stahlwerk, das auf Wasserstoff umstellt, und beim Anlagenbauer, der die Elektrolyseure liefert.“
Minister Jorge Paradela Gutiérrez: „Diese Absichtserklärung legt den Grundstein für eine Partnerschaft mit einem der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands. Indem wir den grünen Wasserstoff aus Andalusien mit einer Region verbinden, die auf Dekarbonisierung setzt, gehen wir das Thema Energieautonomie direkt an. Wie die jüngsten Energiekrisen gezeigt haben, ist die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen ein Risiko, das Europa nicht länger eingehen kann. Als Spaniens Vorreiter im Bereich grüner Energie – mit einer installierten Leistung von fast 20 Gigawatt – ist Andalusien bereit, erneuerbaren Wasserstoff in großem Maßstab zu liefern.“
Spanien ist einer der Vorreiter der Energiewende und Andalusien ist aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung und gut ausgebauter Hafenlogistik ein strategisch wichtiger Standort. Hier kann grüner Wasserstoff künftig zu geringen Gestehungskosten produziert werden. In Huelva und Cadiz entsteht mit dem Andalusian Green Hydrogen Valley in den kommenden Jahren ein Leuchtturmprojekt mit zusammen zwei Gigawatt Elektrolyseleistung und bis zu 300.000 Tonnen grünem Wasserstoff jährlich. Das Projekt zeigt, welches Potenzial Südwesteuropa für die künftige Versorgung hat. Es ist als Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (PCI) anerkannt und erhielt 304 Millionen Euro Förderung aus europäischen Mitteln. Die Absichtserklärung zwischen den Investoren Moeve und dem nordrhein-westfälischen Unternehmen tk nucera zur Zusammenarbeit im Rahmen des Green Hydrogen Valley wurde im Beisein von Ministerin Neubaur im Rahmen der Delegationsreise 2024 in Huelva unterzeichnet.
Spanien baut seine erneuerbare Stromerzeugung deutlich aus: Laut Internationaler Energieagentur (IEA) verzeichnete Spanien im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 1,5 Terawattstunden den größten Zuwachs bei Solarstrom aller OECD-Europa-Länder. Nordrhein-Westfalen wird als Industriestandort in großem Umfang auf Wasserstoffimporte angewiesen sein: Rund 90 Prozent des Wasserstoffbedarfs sollen bis 2045 über Importe gedeckt werden. Dafür setzt Nordrhein-Westfalen auf diversifizierte Importkorridore und möchte gemeinsam mit Andalusien ausloten, wie der Wasserstoff sicher nach Nordrhein-Westfalen gelangt. Perspektivisch könnte grüner Wasserstoff aus Andalusien sowohl per Pipeline über den Südwestkorridor als auch per Schiff, etwa in Form von Ammoniak über Rotterdam, bis ins Ruhrgebiet gelangen.
Kontakt
Pressekontakt
Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie
| Telefon: | 0211 61772-143 |
|---|---|
| E-Mail: | presse [at] mwike.nrw.de |
Bürgeranfragen
Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie
| Telefon: | 0211 61772-0 |
|---|---|
| E-Mail: | nrwdirekt [at] nrw.de |