Erster Bioenergiegipfel NRW: Land und Branche unterzeichnen gemeinsame Erklärung für eine verlässliche Energieversorgung
Ministerin Neubaur: Bioenergie ist eine Erneuerbare, mit der man planen kann
Viele Biogasanlagen in Nordrhein-Westfalen stehen vor dem Auslaufen ihrer zwanzigjährigen EEG-Vergütung. Damit sie weiter Strom und Wärme liefern, fordern Land und Branchenvereine verlässliche Rahmenbedingungen.
Viele Biogasanlagen in Nordrhein-Westfalen stehen vor dem Auslaufen ihrer zwanzigjährigen EEG-Vergütung. Damit sie weiter Strom und Wärme liefern, fordern Land und Branchenvereine verlässliche Rahmenbedingungen. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen, der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate haben dazu eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Es werden unterschiedliche Handlungshebel auf Bundesebene identifiziert, die für die Bioenergie auf Landesebene von zentraler Bedeutung sind.
• Die Ausschreibungsmengen für Biomasse sollen ab 2027 auf 2.500 Megawatt pro Jahr steigen.
• Der Flexibilitätszuschlag soll auf mindestens 130 Euro je Kilowatt und Jahr steigen.
• Die zweite Vergütungsperiode soll auf 15 Jahre verlängert werden.
Beim ersten Bioenergiegipfel NRW stellt Ministerin Neubaur die Erklärung heute (9. Oktober 2026) vor.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Bioenergie ist eine Erneuerbare, mit der man planen kann. Sie liefert Strom und Wärme dann, wenn wir sie brauchen – auch nachts und bei Flaute. Den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik haben wir in Nordrhein-Westfalen massiv beschleunigt. Bioenergie ergänzt beide und stabilisiert unsere Netze. Sie hält die Wertschöpfung auf dem Land: auf den Höfen und in den Dörfern, die mit Wärme aus Biogas heizen. Und unsere Industrie braucht erneuerbare Gase wie Biomethan als Energieträger. Viele Anlagen stehen jetzt vor der Entscheidung: weiterlaufen oder abschalten. Der Bund muss deshalb beim EEG nachlegen. Wer heute in eine Anlage investiert, braucht Sicherheit für die nächsten 15 Jahre.“
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen: „Mit Biogas erzeugen wir aus Biomasse einen wertvollen Energieträger vor Ort und stärken unsere Unabhängigkeit von internationalen Energiemärkten. Auf den landwirtschaftlichen Betrieben, im Anlagenbau und den weiteren Unternehmen der Branche entsteht regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum und wir tragen mit der Stärkung von Biogas auch zum Klimaschutz bei: Das Biogas ersetzt fossile Rohstoffe und außerdem verhindert die Vergärung in den gasdichten Biogasanlagen, dass Methan aus Wirtschaftsdüngern in die Atmosphäre gelangt.“
In Nordrhein-Westfalen sind rund 1.000 Biogasanlagen in Betrieb. Es ist aus Sicht der Landesregierung wichtig, diesen wertvollen Anlagenbestand zu sichern und zu optimieren und vorhandene Ausbaupotenziale zu nutzen.
Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie: „Bioenergie ist ein wichtiger Baustein für ein resilientes Erneuerbares Energiesystem und stabilisiert mit ihrer flexibel einsetzbaren Erzeugung unsere Energieversorgung. Zugleich entsteht ihre Wertschöpfung in der Regel in ländlichen Regionen und Kommunen. Bioenergie verbindet so Versorgungssicherheit mit Teilhabe und hält Investitionen, Einkommen und Arbeitsplätze im Land. Damit diese Stärke erhalten bleibt, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven für die bestehenden Anlagen.“
Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW e.V. Hans-Josef Vogel: „Für die Bioenergie gilt: Jede Anlage zählt. Als idealer Partner für Wind und Sonne verdrängt sie systematisch fossile Energieträger, senkt Stromkosten, hält Wertschöpfung in den Regionen und macht uns unabhängiger von Autokraten. Dass Nordrhein-Westfalen mit dem Bioenergiegipfel die Bedeutung der Bioenergie auf die politische Tagesordnung gesetzt hat, ist ausdrücklich zu begrüßen. Jetzt müssen den Worten Taten folgen – gerade in Berlin: Der Bund muss die Potenziale der Bioenergie anerkennen und verlässliche Rahmenbedingungen für ihre langfristige Perspektive schaffen.“
Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate: „Wer eine verlässliche Stromversorgung gewährleisten will, muss der Bioenergie eine starke Perspektive geben. Bioenergieanlagen stellen Strom bereit, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend verfügbar sind und versorgen unsere Wärmenetze und Unternehmen mit erneuerbarer Wärme. Mit der heute unterzeichneten Erklärung setzt Nordrhein-Westfalen ein klares Signal: Wir wollen die Potenziale der Bioenergie viel stärker als bisher nutzen. Denn sie ist ein essenzieller Baustein für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen.“
Mit dem Anfang des Jahres beschlossenen Impulsprogramm Bioenergie NRW hat die Landesregierung bereits wichtige Schritte angestoßen, um notwendige Impulse für die Weiterentwicklung und Flexibilisierung des Anlagenbestandes zu setzen. Beim ersten Bioenergiegipfel NRW tauscht sich Wirtschaftsministerin Mona Neubaur mit Expertinnen und Experten über wichtige Zukunftsfragen der Bioenergie aus. Anschließend bieten Fachvorträge vertiefende Einblicke zu zentralen Themen wie der laufenden Potenzialstudie Bioenergie NRW, flexiblen Netzanschlussvereinbarungen und der weiteren Nutzung von Biomethan.
Die Erklärung „Gemeinsam stark für Bioenergie in NRW“ ist hier abrufbar.
Das Impulsprogramm Bioenergie NRW finden Sie hier.
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