Erstmals nur Frauen: Innovationspreis NRW 2026 geht an Innovatorinnen und Unternehmerinnen
Ministerin Neubaur: Diese Frauen machen mit ihren Ideen unser Leben besser und unsere Wirtschaft stärker
Es ist das erste Mal, dass ausschließlich Frauen den Preis erhalten. Damit setzt das Land in diesem Jahr ein starkes Zeichen dafür, die Leistung der vielen innovativen Wissenschaftlerinnen, Gründerinnen und Unternehmerinnen in diesem Land sichtbarer zu machen und zu würdigen.
Hirnerkrankungen früher erkennen, Pflanzenkohle aus Ernteresten gewinnen oder Lösemittel direkt am Produktionsstandort recyclen: Für ihre herausragenden Innovationen, ihren Mut und ihr Engagement hat Wirtschaftsministerin Mona Neubaur am Donnerstag herausragende Unternehmerinnen aus Aachen und Meckenheim mit dem Innovationspreis NRW ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass ausschließlich Frauen den Preis erhalten. Damit setzt das Land in diesem Jahr ein starkes Zeichen dafür, die Leistung der vielen innovativen Wissenschaftlerinnen, Gründerinnen und Unternehmerinnen in diesem Land sichtbarer zu machen und zu würdigen. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Innovationskongresses NRW in Düsseldorf statt.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Neubaur: „Eine Sprachaufnahme, die früh zeigt, wie es einem Menschen geht. Lösemittel, die nicht im Abfall landen, sondern im Werk wieder sauber werden. Höfe in Ruanda und Tansania, deren Böden besser werden. Dahinter stehen Frauen aus Nordrhein-Westfalen. Sie forschen, gründen und führen Unternehmen. Diese Frauen machen mit ihren Ideen unser Leben besser und unsere Wirtschaft stärker. Heute bekommen sie die Bühne, die sie verdienen. Ich wünsche mir, dass viele Mädchen ihre Geschichten hören und sagen: Das will ich auch.“
Diese Persönlichkeiten wurden ausgezeichnet:
- Kategorie „innovation“ (Preisgeld 40.000 Euro):
Dr. Elma Kerz (Geschäftsführerin der Exaia Technologies GmbH, Aachen) hat gemeinsam mit ihrem Team „Noesais“ eine KI-gestützte und datenschutzkonforme Plattform für digitale Sprachbiomarker entwickelt. Noesais analysiert Sprachaufnahmen, um Rückschlüsse auf den kognitiven, emotionalen und psychischen Zustand einer Person zu ziehen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, individuelle Verläufe kontinuierlich zu monitoren und so eine personalisierte Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. - Kategorie „innovation2business“ (Preisgeld 40.000 Euro):
Christine Batsch (Geschäftsführerin der Ch.Batsch Verfahrenstechnik GmbH, Meckenheim) entwickelt und betreibt patentierte Vakuumdestillationsanlagen zur industriellen Lösungsmittelaufbereitung. Verschmutzte Lösungsmittel werden am Produktionsstandort recycelt und in den Prozess zurückgeführt. Das Geschäftsmodell „Recycling as a Service“ ermöglicht Unternehmen die Nutzung der Technologie ohne eigene Investition und Betriebskompetenz – inklusive Wartung, Reinigung und digitalem Monitoring. - Kategorie „innovation4people“ (Preisgeld 40.000 Euro):
Linda Lingenauber (Geschäftsführerin der RecyCoal GmbH, Aachen) baut internationale Projekte auf, in denen aus Ernteresten mit dezentralen Pyrolysesystemen Pflanzenkohle hergestellt wird. Diese wird auf landwirtschaftlichen Flächen zur Bodenverbesserung eingesetzt und speichert langfristig CO₂. Davon profitieren bereits Landwirtinnen und Landwirte in Ruanda sowie Kaffeefarmen in Tansania. Aktuell baut RecyCoal ein CO₂-Zertifikatesystem entlang der Kaffee-Lieferkette auf.
Für den Publikumspreis „innovation4transformation“ (Preisgeld 15.000 Euro) sind nominiert:
- Dr. Katharina von Stauffenberg (Geschäftsführerin von comuneo, Münster) hat ein "Wirkungs-Betriebssystem" für den öffentlichen Sektor entwickelt. Es verbindet Aufgaben, Ziele und Haushaltsdaten und liefert Informationen, die bisher fehlen: welche Veränderungen aus Vorhaben resultieren. Ziel soll ein wirkungsorientierter Haushalt sein, in dem Mittel über ihre Wirkung begründet werden, damit Haushaltsmittel effizient eingesetzt und nachvollziehbare Entscheidungen getroffen werden können.
- Prof. Dr. Regina Palkovits (Lehrstuhlinhaberin an der RWTH Aachen und Institutsleiterin am Forschungszentrum Jülich, Aachen und Jülich) hat ein innovatives katalytisches Verfahren entwickelt, das Biomasse effizient in hochwertige Bausteine für biobasierte Kunststoffe umwandelt. Mit dem Verfahren lassen sich nachwachsende Rohstoffe mit grünem Strom in hochwertige chemische Komponenten überführen – darunter auch Moleküle, die bislang nicht zugänglich waren.
- Dr.-Ing. Laura Johnen (Geschäftsführerin der Layer Performance GmbH, Herzogenrath) hat eine Software entwickelt, die vollautomatisiert 3D-optimierte Druckbahnen erzeugt. Sie ermöglicht, je nach Anwendung, bis zu 90 % weniger Materialverbrauch, 96 % weniger Energieeinsatz und eine zehnfach schnellere Fertigung bei höherer Qualität. Zudem ist sie maschinen- und materialunabhängig.
Die Preisträgerinnen und Nominierten wurden von einer Jury ausgewählt, die sich aus renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammensetzt. Die Jurymitglieder stammen aus verschiedensten Bereichen des Innovationssystems, um eine ganzheitliche Bewertung der Bewerbungen zu gewährleisten.
Weitere Informationen zum Innovationspreis NRW finden Sie hier, Informationen zum Innovationskongress NRW hier.
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