Nordrhein-Westfalen setzt Impuls für Europa: Bioökonomie-Strategie veröffentlicht

Ministerin Neubaur: Wir wollen nicht verwalten, was war, sondern gestalten, was kommt: Souveräne Wertschöpfungsketten, neue Materialien, neue Chancen für unsere Unternehmen

22. Juni 2026
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Nordrhein-Westfalen hat am Montag, 22. Juni 2026, die derzeit aktuellste regionale Bioökonomie-Strategie Europas veröffentlicht. Bioökonomie steht für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe und biologischer Prozesse als Grundlage moderner Industrie.

Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie

Nordrhein-Westfalen hat am Montag, 22. Juni 2026, die derzeit aktuellste regionale Bioökonomie-Strategie Europas veröffentlicht. Bioökonomie steht für die Nutzung nachwachsender Rohstoffe und biologischer Prozesse als Grundlage moderner Industrie: Kunststoffe aus Zuckerrüben statt Erdöl, Baustoffe aus landwirtschaftlichen Abfällen, Wirkstoffe mithilfe von Mikroorganismen. Als eine der stärksten und vielfältigsten Industrieregionen Europas mit einer exzellenten Forschungslandschaft verfügt Nordrhein-Westfalen über sehr gute Voraussetzungen, um internationaler Vorreiter einer Bioökonomie zu werden.

Im Mittelpunkt steht der Aufbau souveräner, regional verankerter und biobasierter Wertschöpfungsketten: Nordrhein-Westfalen will fossile Rohstoffe ersetzen, neue Materialien und Produkte entwickeln, etablieren und seinen Industriestandort resilient und zukunftsfähig weiterentwickeln. Die Strategie definiert Leitlinien und Handlungsfelder und ist Grundlage für nun folgende konkrete Aktionspläne.

Stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Nordrhein-Westfalen ist Industrie- und Innovationsland – beides zusammen ist die Grundlage unserer Bioökonomie-Strategie. Wir wollen nicht verwalten, was war, sondern gestalten, was kommt: Souveräne Wertschöpfungsketten, neue Materialien, neue Chancen für unsere Unternehmen. Mit dem heute startenden Beteiligungsprozess laden wir alle Akteursgruppen ein, konkret mitzumachen – denn eine Strategie, die in der Praxis wirken soll, entsteht nur im Dialog.“

Die Veröffentlichung fällt in einen bedeutsamen europäischen Moment: Die EU-Kommission erarbeitet derzeit den Biotech Act II. Nordrhein-Westfalen bringt mit seiner Strategie eigene Positionen in diesen Prozess ein. Und tut dies aus einer Position der Stärke: Vertreterinnen der Generaldirektion Wachstum (DG GROW) der EU-Kommission haben bereits konkretes Interesse an einem Austausch mit Nordrhein-Westfalen signalisiert.

Stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Europa gestaltet gerade die Regeln für die Bioökonomie von morgen. Nordrhein-Westfalen will dabei nicht nur Anwender sein, sondern Impulsgeber. Unsere Strategie zeigt, was möglich ist, wenn eine starke Industrieregion die Bioökonomie konsequent als wirtschaftliche Zukunftsoption begreift – und genau das wollen wir in den europäischen Prozess einbringen.“

Prof. Katja Frühwald-König und Prof. Dr. Ulrich Schurr, die Co-Vorsitzenden des Bioökonomie-Rates NRW: „Mit der Bioökonomie-Strategie NRW liegt nun ein wichtiger strategischer Rahmen für die nachhaltige Transformation unseres Landes vor. Die Strategie greift wesentliche Empfehlungen von uns als Bioökonomie-Rat NRW auf und setzt klare Leitplanken für die weitere Entwicklung. Jetzt kommt es darauf an, die vorhandene Innovationskraft in Nordrhein-Westfalen zu bündeln, bioökonomische Lösungen schneller in die Anwendung zu bringen und die Zusammenarbeit aller relevanten Akteurinnen und Akteure weiter zu stärken. So kann Nordrhein-Westfalen seine Chancen nutzen, zu einem international führenden Standort der Bioökonomie zu werden.“

Jetzt mitmachen: Auf Beteiligung.NRW können alle Interessierten ihre Prioritäten einbringen und die Umsetzung der Bioökonomie-Strategie konkret mitgestalten.

Weitere Informationen: https://www.wirtschaft.nrw/biotechnologiebiooekonomie

Deckblatt Bioökonomie-Strategie Nordrhein-Westfalen 2026

Die Landesregierung möchte bis 2045 Nordrhein-Westfalen zu einem international führender Bioökonomie-Standort entwickeln. Weltweit nachgefragte und regional genutzte biobasierte Produkte sollen hier produziert werden und biologische Produktionsprozesse aus NRW global Standards setzen. In einem offenen Innovationsökosystem sollen Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam bioökonomische Lösungen entwickeln, von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung, vom Start-Up bis zum Global Player.

Mit der Bioökonomie-Strategie NRW 2026 legt die Landesregierung NRW einen kohärenten Rahmen vor, der strategische Leitlinien und Handlungsfelder definiert und eine Ausgangsliste von Zielen und Maßnahmen zusammenstellt – als Grundlage für konkrete Aktionspläne, die jetzt erarbeitet werden.

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Der Bioökonomie-Rat (BöR) NRW bringt als unabhängiges Beratungsgremium Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um die Landesregierung Nordrhein-Westfalens in der Entwicklung der Bioökonomie-Strategie für NRW zu unterstützen.

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