Naturnahe Flächen schaffen, aufwerten und vernetzen: Fördermaßnahme „Grüne Infrastruktur“ im Rahmen des EFRE/ JTF Programms gestartet

Umweltminister Oliver Krischer: Mithilfe der Europäischen Union stärken wir Biodiversität und Ökosysteme. So profitieren auch die Menschen.

23. Oktober 2023
auf einem Grasbüschel glänzen viele Wassertropfen

Das Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ richtet sich an Kommunen, kommunale Einrichtungen und Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Vereine und Stiftungen.

Umwelt, Naturschutz und Verkehr

In Nordrhein-Westfalen leben über 18 Millionen Menschen, die meisten von ihnen in Städten. Die Natur kann aufgrund des Einflusses des Menschen nur noch an wenigen Orten Natur sein. Dennoch und teilweise auch gerade deswegen liegen viele ökologisch wertvolle Flächen in Nordrhein-Westfalen, die eine große Rolle bei Schutz und Bewirtschaftung empfindlicher Ökosysteme und der biologischen Vielfalt spielen. Solche Elemente der grünen Infrastruktur und weitere Flächen mit hohem ökologischen Potenzial lassen sich auch im Siedlungsbereich und dessen direktem Umland finden. Die Landesregierung möchte dieses Potenzial gemeinsam mit der Europäischen Union und einer Vielzahl möglicher Vorhabenträger nutzen. Dazu startet das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr eine neues Förderangebot „Grüne Infrastruktur“ im Rahmen des EFRE/ JTF-Programms NRW 2021-2027. Es stehen zum Start rund 52 Millionen Euro aus dem Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Weitere Mittel sollen folgen.

Umwelt- und Naturschutzminister Krischer: „Wir denken grüne Infrastruktur als ein landesweites System mit Elementen im ländlichen und urbanen Raum. Wenn wir dafür sorgen, dass Biodiversität und Ökosysteme funktionieren, profitieren wir Menschen von ihren Leistungen enorm. Mit dem „Förderprogramm Grüne Infrastruktur“ verfolgen wir genau diesen Ansatz und unterstützen gezielt naturnahe Vorhaben im Siedlungsbereich und dessen Umland, die dabei helfen, ökologisch wertvolle Flächen zu schaffen und untereinander im urbanen Raum sowie mit Flächen im ländlichen Raum zu vernetzen. Dabei sind durchaus multifunktionale Vorhaben willkommen.“

Das Ziel der EFRE-Fördermaßnahme „Grüne Infrastruktur“ ist es – ganz im Sinn der Biodiversitätsstrategie des Landes – der Zerschneidung der Landschaft entgegenzuwirken und den Biotopverbund und die heimische Biodiversität im periurbanen und urbanen Raum zu stärken. Im Zentrum stehen folglich investive naturnahe und naturbasierte Vorhaben, die aber auch Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten bieten, einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten und gesundheitsfördernd wirken können. Informations- und Bildungsangebote können integriert werden. Die Zielsetzung orientiert sich damit stark an den Grüne-Infrastruktur-Richtlinien des Naturschutzministeriums.

Das Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ richtet sich an Kommunen, kommunale Einrichtungen und Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Vereine und Stiftungen. Diese könne ab sofort über das Antragsportal EFRE.NRW.Online Anträge einreichen. Die jeweils zuständige Bezirksregierung bearbeitet vollständige Anträge in der Reihenfolge des Eingangs. Eine Antragstellung ist vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel letztmalig bis zum 31. Dezember 2025 möglich. Antragstellenden wird seitens der Bezirksregierungen eine qualifizierte Antragsberatung angeboten.

 

Informationsveranstaltungen zum Förderprogramm finden in den Bezirksregierungen an folgenden Terminen statt:

06.11.2023 in Arnsberg

13.11.2023 in Düsseldorf

14.11.2023 in Detmold

16.11.2023 in Köln

23.11.2023 in Münster

 

„Ich freue mich sehr, dass das neue Förderprogramm nun startet und wir gemeinsam mit der Europäischen Union die Tradition zur Förderung der grünen Infrastruktur fortführen können. Den Bezirksregierungen danke ich schon jetzt für ihr Engagement bei Beratung, Betreuung und Bewilligung der Vorhaben. Interessierte profitieren hier von einer eingespielten, dezernatsübergreifen Zusammenarbeit. Ich empfehle das Beratungsangebot im Vorfeld der Antragstellung unbedingt zu nutzen und bin mir sicher, dass wir viel für die Natur und die Menschen erreichen werden“, sagte Umweltminister Krischer.

Zum Hintergrund:

Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen steht aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 ein Investitionsvolumen von insgesamt 4,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Es speist sich aus 1,9 Milliarden EU-Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) sowie der Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenmitteln der Vorhabenträger. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Mittelstandsförderung, Nachhaltigkeit, Lebensqualität, Mobilität und Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen. Eine Übersicht finden Sie unter www.efre.nrw.

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