Gemeinsamer Appell zum Schutz des Waldes und der Natur: Ministerien warnen vor erhöhter Waldbrandgefahr und zunehmenden Schäden im Wald

28. Juli 2026
Person, die Blatt gegen die Sonne hält

Ab Mittwoch, 29. Juli 2026, gilt landesweit die Waldbrandgefahrenstufe 3 (erhöhte Gefahr), in einigen Regionen sogar Stufe 4 (hohe Gefahr), etwa im waldreichen Südwesten Nordrhein-Westfalens, aber auch am Niederrhein sowie im Südosten.

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Umwelt, Naturschutz und Verkehr
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Die Hitze kam dieses Jahr früh und die Trockenheit hält lange an. Vielerorts sind Wiesen und Wegraine verdorrt, Waldböden zu trocken, Bäche ausgetrocknet und Bäume, ob in der Stadt oder im Wald, zeigen schon die erste Herbstfärbung und dies bereits Mitte Juli. Für die kommenden Tage werden erneut hohe Temperaturen erwartet – damit steigt auch wieder das Risiko für Waldbrände: Ab Mittwoch, 29. Juli 2026, gilt landesweit die Waldbrandgefahrenstufe 3 (erhöhte Gefahr), in einigen Regionen sogar Stufe 4 (hohe Gefahr), etwa im waldreichen Südwesten Nordrhein-Westfalens, aber auch am Niederrhein sowie im Südosten. Gemeinsam appellieren daher das für den Forst zuständige Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, das Ministerium des Innern und das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, in Wäldern und in der Natur besonders achtsam zu sein.

Forstministerin Silke Gorißen: „Wir lieben und brauchen unseren Wald als Klimaschützer, Holzlieferanten und wunderbaren Erholungsraum – und wir müssen ihn schützen. Die meisten Waldbrände werden durch Menschen verursacht. Bitte beachten Sie daher zum Schutz der Wälder, dass Rauchen, Grillen und offenes Feuer im Wald streng verboten sind. Bitte nur auf befestigten Flächen parken, damit heiße Katalysatoren der Autos keine Vegetation in Brand setzen.“ 

Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz warnt seit 2025 in Wäldern mit Schildern vor der Waldbrandgefahr. Die Schilder weisen zum Beispiel auf das Rauchverbot im Wald hin. Darüber hinaus setzt Nordrhein-Westfalen am Niederrhein auf moderne Technik: Das Kamerasystem „FireWatch“ überwacht rund 62.000 Hektar Waldfläche und kann Rauchentwicklungen in bis zu 40 Kilometern Entfernung erkennen. Die Überwachungszentrale in Wesel ist bei erhöhter Waldbrandgefahr (ab Stufe 3) täglich besetzt und ermöglicht eine frühzeitige Alarmierung der Einsatzkräfte. Das „FireWatch“-System wird in Kürze auch auf der niederländischen Seite in der Provinz Limburg zum Einsatz kommen. 

Weiterer „FireFighter“ in der Eifel stationiert

Entfacht sich ein Waldbrand, kommt es auf jede schnelle Hilfe an. Damit auch im unwegsamen Gelände, an Steilhängen oder im dichten Baumbestand Waldbrände wirksam bekämpft werden können, ist im Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde seit diesem Juli ein zweiter „FireFighter“ im Land stationiert und einsatzbereit. Er verstärkt einen bereits in Arnsberg im waldreichen Sauerland stationierten „FireFighter“. Diese Brandbekämpfungseinheiten mit 10.000-Liter-Tank können Flammen in bis zu 50 Meter Entfernung löschen, wenn sie im Fall eines Waldbrandes von den Feuerwehren angefordert werden. Die Speziallöschfahrzeuge des Landes Nordrhein-Westfalen sind besonders geländegängig. Ihre Wasserspritze ist um 360 Grad drehbar.

Minister Reul: Wer im Wald Rauch oder Feuer bemerkt, muss sofort die 112 wählen

Innenminister Herbert Reul: „Unsere Feuerwehr ist im Ernstfall die erste und wichtigste Einsatzkraft vor Ort. Ihr zügiges Eintreffen entscheidet mit jeder Minute, ob aus einer Rauchentwicklung ein ausgedehnter Waldbrand wird. Deshalb gilt: Wer im Wald Rauch oder Feuer bemerkt, muss sofort die 112 wählen. Die Zufahrten und Waldwege sind freizuhalten, um die Einsatzkräfte der Feuerwehren so schnell wie möglich dort hin zu bringen, wo sie dringend benötigt werden. Nur wenn alle mithelfen, können unsere Feuerwehrleute Brände frühzeitig eindämmen und größeren Schaden verhindern.“

Umweltminister Krischer: Die Natur steht unter Trockenstress

Das Umweltministerium bietet über sein Umweltportal aktuelle Informationen zur Waldbrandgefahr sowie einen Graslandfeuerindex. Dieser zeigt für viele Regionen in Nordrhein-Westfalen bereits die Stufe 3 an. Das heißt, ein Feuer kann sich auf offenen Flächen vergleichsweise leicht entzünden und ausbreiten, wenn ein Funke überspringt. 

Umweltminister Oliver Krischer: „Die Natur steht unter Trockenstress. Pflanzen und Tiere leiden, und jeder Brand verschärft die Schäden an unseren ohnehin beanspruchten Lebensräumen. In dieser Woche steigt mit jedem Tag die Gefahr von Gras- und Waldbränden. Deshalb müssen wir alle gemeinsam verantwortlich aufpassen. Jeder verhinderte Brand schützt die Natur, die Einsatzkräfte und die Menschen, die in den betroffenen Regionen leben.“ 

Bei den Bäumen zeigen aktuell Birke, Rotbuche, Hainbuche, Kirsche, Linde und Ahorn besonders auffällige Laubverfärbungen, während Eiche, Esche und die Nadelbaumarten bislang scheinbar nicht so stark betroffen sind. Grundsätzlich ist das Phänomen einer vorzeitigen Laubverfärbung nicht neu und aus früheren sommerlichen Dürreperioden bekannt. Laubbäume reagieren nach Abschluss des Frühjahrswachstums und der Anlage der Blatt- und Blütenknospen, insbesondere in Jahren mit starker Fruchtbildung, in sommerlichen Dürreperioden mit frühzeitigem Laubfall und Blattverfärbungen, um Wasserverluste durch übermäßige Transpiration zu verringern. In diesem Jahr ist der frühe Zeitpunkt dieser Reaktion bemerkenswert. 

Gleichzeitig begünstigen die Witterungsbedingungen auch Schadorganismen wie Borkenkäfer, Prachtkäfer und die von Trockenstress profitierenden Pilzarten, wie zum Beispiel den Hallimasch, zusätzlich, da sie höhere Vermehrungs- und Wachstumsraten realisieren können. 

Land stärkt Waldbrandprävention stetig

Um die Wälder in Nordrhein-Westfalen in Zukunft besser gegen Waldbrände zu schützen, gibt es ein Waldbrandschutzkonzept der Landesregierung – ein Werkzeugkasten mit Elementen, die im Kampf gegen Waldbrände benötigt werden. Seit Vorstellung des Konzepts im Jahr 2022 hat sich zum Beispiel die Zusammenarbeit der Forstämter und Feuerwehren durch stetige gemeinsame praktische Übungen stark verbessert. Zudem hat die Landesforstverwaltung die Ausbildung der Feuerwehren im Bereich Vegetationsbrandbekämpfung gestärkt. Seit Beginn der Waldbrandsaison 2024 ist das „Fire Watch“-Waldbrand-Früherkennungssystem in der Region Niederrhein aktiv, ein Pilotprojekt zur halbautomatischen Waldbrandüberwachung mit Kamerasystemen. Des Weiteren hat die Landesforstverwaltung flächendeckend Schilder im Wald in Nordrhein-Westfalen aufgestellt, um Besucher des Waldes über Waldbrandgefahren zu informieren.

Über das Internetportal www.waldinfo.nrw werden verschiedene digitale Karten zur Unterstützung von Waldbrandvorsorge und -abwehr, zu vorhandenen Waldwegen, die auch für Feuerwehrfahrzeuge befahrbar sind, und verfügbaren Löschwasserstellen angeboten. Diese Karten stehen auch den Feuerwehren zur einfachen Nutzung für Einsatzplanungen zur Verfügung.

Wie entsteht Waldbrandgefahr?

Ob es zu einem Waldbrand kommt, hängt maßgeblich von Witterungseinflüssen wie Hitze, Trockenheit und intensiver Sonneneinstrahlung ab. Entscheidend ist allerdings meist das Verhalten des Menschen: Die meisten Waldbrände werden durch Unachtsamkeit verursacht. Weggeworfene Zigarettenkippen, Grill- oder Lagerfeuer oder unerlaubt abgestellte Fahrzeuge auf trockener Vegetation können Brände auslösen. Gerade im Frühjahr und Sommer herrscht in Nordrhein-Westfalen regelmäßig eine erhöhte Waldbrandgefahr.

Weitere Informationen: 

Waldbrand- und Graslandbrandindex für Nordrhein-Westfalen: https://www.umweltportal.nrw.de/ 

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