Wie wollen wir in Zukunft leben? Landesregierung beschließt Nachhaltigkeitsstrategie

Grundlage für die Nachhaltigkeitspolitik in Nordrhein-Westfalen / Breite Beteiligung an der Erarbeitung

5. Juli 2026
phb Nachhaltigkeit, Hand hält junge Pflanze, Umwelt (2021)

Nordrhein-Westfalen ist Industrieland, Ballungsraum, Wissenschaftsstandort und Heimat von 18 Millionen Menschen. In den kommenden Jahren wird sich hier entscheiden, wie wirtschaftliche Stärke, Klimaschutz, soziale Teilhabe und Lebensqualität zusammengehen können.

Umwelt, Naturschutz und Verkehr

Nordrhein-Westfalen ist Industrieland, Ballungsraum, Wissenschaftsstandort und Heimat von 18 Millionen Menschen. In den kommenden Jahren wird sich hier entscheiden, wie wirtschaftliche Stärke, Klimaschutz, soziale Teilhabe und Lebensqualität zusammengehen können. Mit der Nachhaltigkeitsstrategie.NRW 2026 „Leben in Nordrhein-Westfalen“ hat die Landesregierung die Grundlage für ihre Nachhaltigkeitspolitik der kommenden Jahre beschlossen. 

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen gestalten nachhaltige Entwicklung bereits heute an vielen Orten mit: in Sportvereinen, die neue Zielgruppen erreichen und inklusive Angebote schaffen; in Unternehmen, die mit ÖKOPROFIT Energie, Wasser und Abfall einsparen; in Kommunen, die eigene Nachhaltigkeitsstrategien, Nachhaltigkeitsberichte und Beteiligungsformate entwickeln; in Schulen mit BNE- und MINT-Profilen; und in Quartieren, in denen Demokratiewerkstätten Teilhabe, Toleranz und Zusammenhalt stärken.

Umweltminister Oliver Krischer: „Nordrhein-Westfalen zeigt, dass Nachhaltigkeit dort wirksam wird, wo sie den Alltag der Menschen erreicht: durch saubere Luft und weniger Lärm, durch Mobilität in Stadt und Land oder lebenswerte Quartiere mit mehr Grün und guten Bildungsangeboten. Die Nachhaltigkeitsstrategie.NRW bündelt die Ziele der Landesregierung und macht deutlich, was die vielen engagierten Menschen im ganzen Land schon heute dafür leisten.“

Breite Beteiligung an der Erarbeitung

In die Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie flossen Rückmeldungen aus einem breiten Beteiligungsprozess ein. Mehr als 50 Organisationen aus ganz Nordrhein-Westfalen brachten sich ein. Dazu gehörten Verbände, Einrichtungen aus Wirtschaft und Forschung, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Kommunen sowie Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft – unter anderem das Eine Welt Netz NRW, die Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie und das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e. V. NRW.

Auch der Nachhaltigkeitsbeirat.NRW, das TEAM Nachhaltigkeit, Jugendliche von #Mitmischen.NRW sowie die Nachhaltigkeitstagungen 2023 und 2024 mit rund 1.000 Besucherinnen und Besuchern haben den Prozess mitgeprägt. Im Dezember 2025/Januar 2026 lief eine öffentliche Online-Konsultation. Parallel kommentierten Fachorganisationen wie die LAG21, der Westdeutsche Handwerkskammertag, die Kommunalen Spitzenverbände, die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland sowie der Verkehrsclub Deutschland den Entwurf.

Nachhaltigkeit und Sport als gemeinsame Zukunftsaufgabe

Die Nachhaltigkeitsstrategie.NRW 2026 enthält zahlreiche Bezüge zum Thema Sport. Sie bildet damit auch eine wichtige Grundlage für das Nachhaltigkeitskonzept der Olympia-Bewerbung KölnRheinRuhr. Die Strategie bezieht sich aber nicht nur auf sportliche Großereignisse, sie würdigt auch den Beitrag des Sports für Gesundheit, Teilhabe, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

Die Strategie setzt dafür konkrete Ziele: Der organisierte Sport soll gestärkt werden, um sportferne Gruppen besser zu erreichen; die Zahl der Mitglieder in Sportvereinen soll bis 2030 deutlich steigen. Außerdem sollen inklusive Sportangebote ausgebaut, Bewegung, Engagement und Weltoffenheit durch Sportgroßveranstaltungen gefördert und Bewegung, gesunde Ernährung und Alltagskompetenzen bereits im Kindergarten-Alltag gestärkt werden. 

Von der Strategie zur Umsetzung

Die Strategie umfasst sechs Transformationsbereiche: Lebensqualität, Gesundheit und gesellschaftliches Miteinander; Klimaschutz, Energie und Wärme; Mobilität und Transport; Industrie und Kreislaufwirtschaft; Klimaanpassung, Natur und Ressourcen; sowie Bildung und Teilhabe. Diese Bereiche übersetzen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in die Wirklichkeit Nordrhein-Westfalens.

Die Nachhaltigkeitsstrategie dient als Grundlage für die Nachhaltigkeitspolitik in Nordrhein-Westfalen. Hinter den Nachhaltigkeitszielen stehen konkrete Maßnahmen aus allen Ressorts – von Förderprogrammen und Beratungsangeboten über Veranstaltungen bis hin zu Informations- und Vernetzungsangeboten. Dies bietet allen Organisationen, Engagierten und allen Bürgerinnen und Bürgern eine verlässliche Grundlage für ihre Entscheidungen und ihr Handeln.

Ein wichtiger nächster Schritt zur Umsetzung der Strategie ist die 12. Nachhaltigkeitstagung am 10. September 2026 im Lokschuppen in Bielefeld. Die vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr organisierte Veranstaltung bietet ein abwechslungsreiches Programm mit Impulsen, Best-Practice-Beispielen sowie vielfältigen Möglichkeiten zur Vernetzung. 

Nachhaltigkeitsbeirat.NRW berät bei der Umsetzung

Am 22. Juni hat die Landesregierung außerdem den Nachhaltigkeitsbeirat.NRW für eine zweite Mandatsperiode berufen. Die 17 Mitglieder repräsentieren wichtige Themenfelder der nachhaltigen Entwicklung in Nordrhein-Westfalen, beraten die Landesregierung bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie.NRW und stärken dadurch Nachhaltigkeit als Leitprinzip politischen, administrativen und gesellschaftlichen Handelns in Nordrhein-Westfalen. Den Vorsitz übernehmen erneut Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge vom renommierten German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn und der langjährige Städtetagspräsident und Oberbürgermeister von Münster a.D., Markus Lewe. Zu den neuen Mitgliedern zählen unter anderem Bob-Pilotin und Olympiasiegerin Laura Nolte sowie der Soziologe Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani.

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