Moderner Drei-Zonen-Deich in Wallach erhöht den Hochwasserschutz am Niederrhein

Anforderungen steigen in Zeiten des Klimawandels / Land fördert modernen und ressourcenschonenden Deichbau

25. Juni 2026
Umweltminister Oliver Krischer sitzt in einem weißen Hemd an einem Konferenztisch und spricht mit mehreren Personen. Im Hintergrund sind ein Bildschirm und ein Banner des Deichverbands Duisburg-Xanten zu sehen.

Auf einer Länge von rund 4,66 Kilometern wurde der bestehende Rheindeich saniert, teilweise grundlegend erneuert und als moderner Drei-Zonen-Deich aufgebaut.

Umwelt, Naturschutz und Verkehr

In Rheinberg-Wallach steht ein Projekt kurz vor dem Abschluss, das in die Zukunft des technischen Hochwasserschutzes blicken lässt: Auf einer Länge von rund 4,66 Kilometern wurde der bestehende Rheindeich saniert, teilweise grundlegend erneuert und als moderner Drei-Zonen-Deich aufgebaut. Die Kombination aus einem standsicheren Kern mit Abdichtung und Filter entspricht den heutigen Regeln der Technik, um auch extremen Belastungen standzuhalten. Gleichzeitig konnte ein Teil des alten Deichbaumaterials wiederverwendet werden, ein anderer Teil wurde per Schiff angeliefert – das sparte 10.000 LKW-Fahrten.

Umweltminister Oliver Krischer informierte sich vor Ort über das erfolgreiche Bauprojekt, das fast ein Jahr früher fertig werden soll als geplant: „Der zügige Bau in Wallach und seine technische Umsetzung sind ein Vorbild. Das Beispiel zeigt, was wir unter schwierigen Bedingungen gemeinsam erreichen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen. Ein Deichbau ist grundsätzlich schon ein komplexes Ingenieurbauwerk, aber hier musste noch robuster und höher gebaut werden, um den Deich gegen Bodenabsenkungen des Bergbaus abzusichern.“

Rainer Gellings, Deichgräf des Deichverbands Duisburg-Xanten: „Hochwasserschutz ist eine Daueraufgabe, die nie endet, sondern konsequent weiterentwickelt werden muss. Jeder Meter Deich, den wir an die neuen technischen Anforderungen anpassen, ist ein Gewinn für die Menschen am Rhein."

Insgesamt verfügt Nordrhein-Westfalen über mehr als 650 Kilometer Hochwasserschutzanlagen. Dabei handelt es sich häufig um Bestandsbauwerke, die Generationen überdauern und von früheren Generationen geplant und gebaut wurden. Die Hochwasserschutzanlagen werden in Nordrhein-Westfalen regelmäßig überwacht und – wo nötig – saniert.

Die Deichsanierung in Rheinberg-Wallach zählt zu den bedeutendsten Hochwasserschutzprojekten am linken Niederrhein. Für die Baumaßnahme mussten rund eine Million Kubikmeter Boden bewegt werden, der Deich erreicht nun eine Höhe von 9,5 Metern und schützt die dahinter liegenden Ortschaften (unter anderem Rheinberg, Alpen und Wesel). Gleichzeitig stellt die Maßnahme in unmittelbarer Nähe zu Natura-2000-, FFH- und Vogelschutzgebieten hohe Anforderungen an Umwelt- und Naturschutz. Umfangreiche landschaftspflegerische und artenschutzrechtliche Maßnahmen begleiten daher die Bauausführung.

Nachhaltigkeit und regionale Allianz

Die schnelle Sanierung verdankt die Region der engen Kooperation aller Beteiligten. Das Land Nordrhein-Westfalen übernahm gemeinsam mit dem Deichverband Duisburg-Xanten, der Cavity GmbH, der Stadt Rheinberg und der LINEG Verantwortung für die insgesamt 44,7 Millionen Euro teure Sanierung. Das Land Nordrhein-Westfalen trägt mit 26,99 Millionen Euro den größten Teil der Kosten. 

Weitere Informationen

Fotos und Drohnenaufnahmen für die Berichterstattung zum Download: https://www.umwelt.nrw.de/bildergalerie/zukunft-des-deichbaus.

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