Mehr Raum für den Fluss, mehr Sicherheit für die Region: Minister Krischer beim Baustart der Deichverlegung in Duisburg

Großprojekt am Rhein schafft auch 60 Hektar neuen Retentionsraum / Großprojekt für rund 125 Millionen Euro

15. Juni 2026
7 Männer stehen vor einem Bagger an einer Bodenkante

In Duisburg-Mündelheim wird ein zentraler Rheindeich nicht nur aufwendig saniert, sondern auch um 500 Meter ins Landesinnere verlegt. Dadurch erhält der Fluss mehr Raum und das Projekt schützt die Region zusätzlich durch das Rückhaltevolumen der Aue.

Umwelt, Naturschutz und Verkehr

In Duisburg-Mündelheim wird ein zentraler Rheindeich nicht nur aufwendig saniert, sondern auch um 500 Meter ins Landesinnere verlegt. Dadurch erhält der Fluss mehr Raum und das Projekt schützt die Region zusätzlich durch das Rückhaltevolumen der Aue. Dem Rhein werden so 60 Hektar – eine Fläche von mehr als 80 Fußballfeldern – als natürlicher Retentionsraum zurückgegeben. Das dämpft im Hochwasserfall Abflussspitzen auch für die Unterlieger. Der neue Deich in Mündelheim ist Teil eines 6,7 Kilometer langen Schutzsystems zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Duisburg-Ehingen und gehört zum Nationalen Hochwasserschutzprogramm. 

Zum Spatenstich für das Großprojekt kam Umweltminister Oliver Krischer: „Moderner Hochwasserschutz ist mehr als hohe Mauern. In Mündelheim schaffen wir einen beachtlichen Retentionsraum, der Hochwasserwellen abflacht. Das schützt nicht nur die Menschen vor Ort, sondern wirkt wie ein Puffer für die Städte flussabwärts, gerade im Verbund Monheim-Mündelheim-Orsoy.“ 

Gemeinsam mit den bereits bestehenden Retentionsräumen in Monheim und Orsoy entsteht damit ein Retentionsraum von insgesamt 480 Hektar.

Komplexer Umbau – Bundesstraße wird zur Brücke 

Die Deichrückverlegung greift tief in die bestehende Infrastruktur ein. Weil die Bundesstraße 288 künftig mitten im Retentionsbereich zwischen der alten und der neuen Deichlinie verläuft, wird sie aufgeständert – also auf Stelzen gebaut. Der Verkehr in Richtung Krefeld rollt so künftig über ein neues Brückenbauwerk. So bleibt die wichtige Verbindung auch bei Rheinhochwasser passierbar. Gebaut wird die Brücke bei laufendem Verkehr. Nur in wenigen Wochen wird der Verkehr einspurig mit einer mobilen Ampel durch die Baustelle geführt.

Vor allem aber wird Mündelheim besser vor Hochwasser geschützt: Bereits 2019 wurde eine bis zu 20 Meter tiefe und 1.600 Meter lange Dichtwand im Untergrund versenkt. Sie verhindert, dass bei hohem Rheinpegel das Grundwasser in die Keller drückt.

Umgesetzt wird das Projekt vor Ort von den Wirtschaftsbetrieben Duisburg. Vorstand Sebastian Beck betonte beim Spatenstich: „Als Wirtschaftsbetriebe Duisburg tragen wir Verantwortung dafür, die Hochwasserschutzanlagen in unserer Stadt dauerhaft sicher und zukunftsfähig aufzustellen. Die Deichrückverlegung in Mündelheim ist dabei ein besonders wichtiges Projekt: Wir schaffen zusätzlichen Rückhalteraum für den Rhein, erhöhen die Sicherheit für die Menschen vor Ort und stärken zugleich die Anpassungsfähigkeit unserer Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels“.
Dezernent Martin Linne erklärte: „Für Duisburg ist ein leistungsfähiger Hochwasserschutz von besonderer Bedeutung. Die Lage an Rhein und Ruhr prägt unsere Stadt, bringt aber auch Verantwortung mit sich. Mit der Sanierung und Rückverlegung des Rheindeichs in Mündelheim schaffen wir mehr Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger und machen die Hochwasserschutzinfrastruktur fit für die kommenden Jahrzehnte.“

Der Zeitplan für die Bauarbeiten 

Die Bauarbeiten an der Deichsanierung und der Aufständerung der B 288 sollen bis 2029 abgeschlossen sein. In den Jahren 2030 und 2031 folgen der Rückbau des alten Deichs und die finalen Landschaftsarbeiten. Dabei wird auch auf Nachhaltigkeit geachtet: Die Erde des alten Deichs wird aufbereitet und für den Neubau weitgehend wiederverwendet. Auch die Pflanzenwelt im sogenannten Vorland wird so gestaltet, dass sie den Abfluss des Rheins bei Hochwasser nicht behindert.

Das Gesamtprojekt kostet rund 125 Millionen Euro. Daran beteiligen sich die Kommune, das Land und der Bund mit jeweiligen Anteilen an Deichbau, Rückverlegung und der neuen Infrastruktur. 

Weitere Informationen: 

Kontakt

Pressekontakt

Umwelt, Naturschutz und Verkehr

Telefon: 0211 4566-172
E-Mail: presse [at] munv.nrw.de

Bürgeranfragen

Umwelt, Naturschutz und Verkehr

Telefon: 0211 4566-0
E-Mail: nrwdirekt [at] nrw.de