Jagdzahlen 2024/2025: Weiter hohes Niveau bei Rehwild / Schwarzwildbejagung als ASP-Prävention bleibt wichtig

12. November 2025
Hochsitz für die Jagd auf einem Feld im Winter

Jägerinnen und Jäger leisten zentrale Beiträge für einen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestand und für den Schutz junger Bäume, die gern von Wildbeständen gefressen werden. Deshalb ist auch die Hege und Bejagung von Wildtieren und die jährliche Erfassung der Jagdstrecke – also die Anzahl erlegter und tot aufgefundener Wildtiere – ein zentraler Baustein eines nachhaltigen Wildtiermanagements.

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Jägerinnen und Jäger leisten zentrale Beiträge für einen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestand und für den Schutz junger Bäume, die gern von Wildbeständen gefressen werden. Deshalb ist auch die Hege und Bejagung von Wildtieren und die jährliche Erfassung der Jagdstrecke – also die Anzahl erlegter und tot aufgefundener Wildtiere – ein zentraler Baustein eines nachhaltigen Wildtiermanagements. Die aktuellen Jagdzahlen zeigen zudem, wie etwa Wildschwein, Reh oder Hase auf Veränderungen des Klimas und des Lebensraums reagieren. Auch im zurückliegenden Jagdjahr 2024/2025 haben Jägerinnen und Jäger in Nordrhein-Westfalen bei vielen Wildtieren einen zentralen Beitrag für eine nachhaltige Anpassung der Population geleistet. 

Ministerin Silke Gorißen: „Jägerinnen und Jäger in Nordrhein-Westfalen sind wichtige Partner für angepasste und vielfältige Wildbestände. Dazu gehört die wache Beobachtung von Tierseuchengeschehen und eine zielgerichtete Bejagung, so etwa bei der Reduktion von Beständen von Wildschweinen zur Vorsorge gegen die Afrikanische Schweinepest.“ 

Schwarzwildstrecke leicht rückläufig / ASP-Prävention geht weiter

Beim Wildschwein (Schwarzwild) liegt die Strecke bei 40.088 Tieren – das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zu Vorjahren, aber weiterhin ein hohes Niveau. Hierbei ist zu beachten, dass in der Statistik des abgelaufenen Jagdjahres (von April 2024 bis Ende März 2025) noch nicht die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest auf Wildschweinbestände in Nordrhein-Westfalen enthalten sind – in Nordrhein-Westfalen kam es am 13. Juni 2025 zum ersten bestätigen Fall eines an ASP-verendeten Wildschweines im Sauerland. Seitdem sind rund 200 Wildschweine an dieser Tierseuche verendet in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein aufgefunden worden.

Ministerin Silke Gorißen: „Gerade mit Blick auf die Bekämpfung der ASP bleibt angesichts hoher Geburtenraten von Wildschweinen und zuletzt guten Futterbedingungen in NRW-Wäldern eine intensive, flächige Bejagung von Schwarzwild entscheidend.“ 

Um das aktive Management der Wildschweinbestände zu fördern und die gute Arbeit der Jägerinnen und Jäger weiter zu unterstützen, übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen weiterhin die Kosten für die Untersuchungen der erlegten Wildschweine auf die ASP für das flächendeckende ASP-Monitoring des Landes sowie auf Trichinen. Durch die Trichinenuntersuchung kann das Wildfleisch ohne gesundheitliche Bedenken in den Handel gelangen und verzehrt werden. Die Untersuchung auf ASP verschafft dem Land ein flächendeckendes Frühwarnsystem. Bislang wurden beim landesweiten ASP-Monitoring rund 18.000 ASP-negativ beprobte Untersuchungen von erlegtem oder tot aufgefundenem Schwarzwild durchgeführt. Durch diese Untersuchungen entsteht ein breites Netz, das zur Frühwarnung dieser Tierseuche in ganz Nordrhein-Westfalen dient. 

Rehwild-Bejagung: Jägerschaft unterstützt Wiederbewaldung

Die durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall entstandenen großen Schadflächen im Wald schaffen günstige Bedingen für das Rehwild. Dort kann es sich gut fortpflanzen und nahrhafte Knospen junger Bäume fressen. Durch das Engagement der Jägerschaft in anhaltend hohen Streckenzahlen beim Rehwild wird gleichzeitig ein Beitrag zur Wiederbewaldung geleistet. Der hohe Rehwildwert ist geringfügig gegenüber dem Vorjahr auf einen erneuten Höchstwert mit 133.130 Tiere gestiegen.

Ministerin Silke Gorißen: „Die jungen Bäume müssen eine Chance haben zu wachsen und nicht vor allem als Kraftfutter für Wildtiere zu dienen. Ich bedanke mich daher bei unserer Jägerschaft, die sich mit hohem Engagement für ein Gleichgewicht von Wald und Wild einsetzt. Das Rehwild-Allzeithoch zeigt, dass der konsequente jagdliche Einsatz auf Wiederbewaldungsflächen weiter notwendig ist.“ 

Auch bei den weiteren Schalenwildarten bleiben die Streckenzahlen – trotz leichter Rückgänge – hoch. Beim Rotwild werden 7.064 Tiere erfasst, beim Damwild 5.405, beim Sikawild 1.871. Muffelwild steigt leicht auf 1.706 Tiere. Diese Entwicklung unterstreicht eine insgesamt stabile Steuerung der Bestände – bei regionalen Unterschieden und mit Blick auf die jeweiligen Lebensräume.

Myxomatose erstmalig beim Feldhasen

Im vergangenen Jagdjahr haben Jägerinnen und Jägern zudem den deutschlandweit erstmaligen Ausbruch der Myxomathose als Wildtierseuche beim Feldhasen dokumentiert. Die Myxomatose, auch als Kaninchenpest bekannt, ist eine hochansteckende und oft tödliche Viruserkrankung, von der Haus- und Wildkaninchen betroffen sind. Typische Symptome der für Menschen und andere Tiere nicht ansteckenden Hasenpest sind Schwellungen und Entzündungen insbesondere um die Augen und Lippen. Die Übertragung erfolgt durch Insekten, direkten Kontakt oder verseuchtes Futter. 

Der Ausbruch hat Folgen auf die weitere Bejagung von Feldhasen: Weil der Anteil der Tiere, die nicht erlegt, sondern an einer Krankheit gestorben sind, sprunghaft gestiegen ist, wurden in vielen Revieren die geschwächten Bestände geschont. Um die Situation beim Feldhasen weiter intensiv zu beobachten, setzt das Land gemeinsam mit der Jägerschaft auf ein enges Monitoring durch die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement (FJW), das die Entwicklung der Population auswertet und gemeinsam mit der Jägerschaft Handlungsmöglichkeiten entwickeln wird.

Invasive Arten zum Schutz von Flora und Fauna begrenzen

Der Waschbär, der als invasive Art eigentlich aus Nordamerika stammt, findet in Nordrhein-Westfalen weiterhin gute Lebensbedingungen vor. So steigt auch die Streckenmeldung um weitere 3.649 Tiere auf nun 33.672. Dieser nachtaktive Allesfresser ist eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt und breitet sich auch zunehmend in Wohngebieten und dem urbanen Raum aus. Waschbären können Krankheiten übertragen. Weitere Streckenzuwächse verzeichnen aber auch die Kanadagans (9.854) sowie die Nilgans (17.164). 

Die Nutria gehört zwar nicht zu den jagdbaren Arten, dennoch werden auch hier die Meldungen dokumentiert und mit 41.533 Tieren gibt es einen weiteren Zuwachs um 7,8 Prozent. Diese Entwicklungen sind Ergebnis der nach wie vor günstigen Lebensbedingungen und erfordern ein weiterhin konsequentes Bestandsmanagement zum Schutz sensibler Lebensräume und gefährdeter Arten.

Hintergrund

Das Jagdjahr reicht vom 1. April bis 31. März. Durch die Jagdstrecken-Statistik werden erlegte Wildtiere und Fallwild, zu denen zum Beispiel krank verendete Tiere sowie der Verlust durch Verkehrsunfälle zählen, erfasst. Die Meldungen erfolgen von den Jägerinnen und Jägern für ihr jeweiliges Revier gegenüber der zuständigen Unteren Jagdbehörde und werden von der Obersten Jagdbehörde konsolidiert. Die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement in Bonn wertet die Streckenentwicklung jährlich aus. 

Weitere Informationen und Details zur Jagdstrecke 2024/2025: https://www.mlv.nrw.de/themen/jagd-und-fischerei/jagd/jagdstrecken-statistik/ 

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