Internationaler Tag des Waldes am 21. März: Wald und Wasser – ein starkes Zusammenspiel für Mensch und Natur

20. März 2026
PHB Wald Licht

Anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März machen das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz und der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen auf die entscheidende Rolle des Waldes für Wasserhaushalt, Trinkwasserschutz und Klimaanpassung aufmerksam.

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Wälder erfüllen eine Vielzahl von Funktionen, die besonders wertvoll für Menschen und Tiere sind. Sie sind wichtige Orte der Erholung, liefern den nachhaltigen Rohstoff Holz und sie schützen das Klima. Zudem spielen sie eine zentrale Rolle im Naturhaushalt – insbesondere für den Wasserkreislauf. Anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März machen das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz und der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen auf die entscheidende Rolle des Waldes für Wasserhaushalt, Trinkwasserschutz und Klimaanpassung aufmerksam.

Wald und Wasser – ein zentrales System

„Der Wald ist nicht nur Klimaschützer, Holzlieferant und wunderbarer Erholungsraum – er ist unverzichtbarer Bestandteil eines funktionierenden Wasserkreislaufs. Sein Schutz und seine nachhaltige Bewirtschaftung sind zentrale Voraussetzungen für sauberes Trinkwasser, wirksamen Hochwasserschutz und die Anpassung an den Klimawandel“, erklärt Ministerin Silke Gorißen. 

Niederschläge werden von der Vegetation – im Wald vor allem von den dort wachsenden Bäumen – teilweise direkt abgefangen. Der größere Anteil versickert, füllt die Bodenwasserspeicher auf und steht den Pflanzen für ihr Wachstum zur Verfügung, die es nach und nach wieder an die Atmosphäre abgeben, was zur Wolkenbildung beiträgt. Fällt entsprechend viel Niederschlag, versickert das Wasser allmählich im Wald und speist die für den Menschen wichtigen Grund- und Quellwasservorräte.

Ein Großteil der Trinkwassereinzugsgebiete Nordrhein-Westfalens liegt in bewaldeten Regionen. Die Waldböden filtern Schadstoffe und tragen so maßgeblich zur Reinigung des Wassers bei, bevor es ins Grundwasser gelangt. Diese natürliche Filterfunktion macht den Wald zu einem unverzichtbaren Partner der Wasserversorgung als Daseinsvorsorge.

Der Waldboden als Wasserspeicher

Grundsätzlich verfügen Waldböden über eine besondere Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu speichern. Humusreiche Böden, eine stabile Bodenstruktur sowie tiefreichende Wurzelsysteme fördern die Versickerung von Niederschlagswasser. Dadurch wirkt der Wald wie ein natürlicher Schwamm, der Wasser aufnimmt und zeitverzögert wieder abgibt – ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung des Wasserhaushalts.

„Um die Speicherleistung der Waldböden zu sichern und zu verbessern, kümmern sich die Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW unermüdlich um die Entwicklung stabiler und widerstandsfähiger Mischwälder – eine herausfordernde und langfristige Aufgabe in Zeiten des Klimawandels“, sagt Thomas Wälter, Leiter des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft, der Einrichtung für Forschung und Wissenstransfer von Wald und Holz NRW. 

Mit dem Ziel, die Auswirkungen von Witterungsextremen wie Dürren und Starkregen auf die Wälder Nordrhein-Westfalens abzumildern, ergreift das Land eine ganze Reihe von waldbaulichen und forsttechnischen Maßnahmen: Die Entwicklung standortgerechter Mischwälder, den pfleglichen Einsatz von hochmechanisierten Waldmaschinen und Anpassung der Wasserableitung bei Waldwegen. Die sorgsame Behandlung von Gewässern in Wäldern verbessert den Wasserrückhalt im Wald. 

Mit seiner Fähigkeit, Wasser zurückzuhalten, sorgt der bewaldete Boden als Puffer vor allem in den Mittelgebirgen dafür, dass Wasser langsamer in Bäche und Flüsse gelangt. Damit sinken die Überflutungsrisiken. Die intensive Durchwurzelung der Waldbäume schützt den Boden vor Erosion – ganz besonders an den Ufern der Bäche und Flüsse, die vielfach in Wäldern entspringen. 

Der Wald im Klimawandel

Angesichts zunehmender Wetterextreme gewinnt der Wald weiter an Bedeutung. Verdunstung, Beschattung und Wasserspeicherung tragen zur Kühlung und Stabilisierung lokaler Klimabedingungen bei. Wälder können helfen, Trockenperioden abzufedern und extreme Temperaturen ausgleichen.

Gleichzeitig geraten sie klimawandelbedingt unter Druck. In Nordrhein-Westfalen haben die Wälder bereits stark unter gehäuften Extremwettereignissen gelitten. Sturm, Dürre- und Hitzeperioden der Jahre 2018 bis 2020 und 2022 haben ausgeprägte Waldschäden hinterlassen und gezeigt, wie wichtig es ist, Wälder an den Klimawandel anzupassen. Dazu gehört auch, die Wasserfunktionen des Waldökosystems in Nordrhein-Westfalen aktiv zu stärken. Zentral ist dabei der Aufbau klimaresilienter Mischwälder und ein angepasstes Wassermanagement. Dazu kommen Konzepte für den gezielten Wasserrückhalt im Gelände und die Renaturierung von Waldgewässern.

Hintergrund

Mit seiner absoluten Größe von rund 950.000 Hektar Wald gehört Nordrhein-Westfalen zu den waldreichen Bundesländern. Auf vielen Schadflächen wachsen schon junge Bäume, doch die Wiederbewaldung mit klimastabilen Baumarten bleibt eine wichtige Aufgabe. Deshalb bietet das Land zur Wiederbewaldung und zur Entwicklung klimaanpassungsfähiger Mischwälder vielfältige Unterstützungsangebote an: fachliche Empfehlungen, so etwa das Waldbau- und Wiederbewaldungskonzept, digitale Informationen über waldinfo.nrw, Beratungsgebote der Regionalforstämter, Schulungen und finanzielle Fördermöglichkeiten für den Waldbesitz.

Informationen zu den Förderprogrammen des Landes:  Waldbauernlotse

Digitaler Onlineantrag: wald.web.nrw 

Digitale Waldinformationen: waldinfo.nrw

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