Zweite Station der Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“ von Ministerin Gorißen

Von der Forschung aufs Feld: Wie KI den Gemüsebau voranbringt

11. Mai 2026
Luftaufnahme eines Traktors, der in parallelen Bahnen ein großes grünes Feld mäht. Die gleichmäßigen Streifen im Gras erzeugen ein grafisches Muster aus verschiedenen Grüntönen.

Bei einem Besuch an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort und beim Landmaschinenhersteller AI.Land in Krefeld hat sich die Ministerin ein Bild davon gemacht, wie Künstliche Intelligenz (KI) den Gartenbau – also Zierpflanzen- und Gemüseanbau – sowie die Gehölzanzucht verändert – in Theorie und Praxis.

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Wie eng Forschung und Praxis in der Land- und Forstwirtschaft bereits zusammenarbeiten, konnte Ministerin Silke Gorißen am Montag, 11. Mai 2026, bei der zweiten Station der Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“ erleben. Bei einem Besuch an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort und beim Landmaschinenhersteller AI.Land in Krefeld hat sich die Ministerin ein Bild davon gemacht, wie Künstliche Intelligenz (KI) den Gartenbau – also Zierpflanzen- und Gemüseanbau – sowie die Gehölzanzucht verändert – in Theorie und Praxis.

Die Station begann mit einem Besuch auf dem Campus Kamp-Lintfort der Hochschule Rhein-Waal, wo das Team rund um Prof. Rolf Becker die neuesten Entwicklungen ihrer Forschung praxisnah präsentierte. Danach ging es zu dem Landmaschinenhersteller AI.Land auf dem Hof Schleupen in Krefeld: Hier wurde der Einsatz von KI im Gemüsebau, etwa zur Unkrautkontrolle, Düngung oder Ernte demonstriert.

„Die Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen steht vor großen Aufgaben: Klimawandel, steigende Anforderungen im Umwelt- und Naturschutz, wirtschaftlicher Druck. Gleichzeitig geht es darum, qualitativ hochwertige und bezahlbare Lebensmittel zu erzeugen“, so Ministerin Silke Gorißen. „Das alles muss zusammengebracht werden. Antworten darauf entstehen nicht am Schreibtisch, sondern draußen bei den Betrieben – und im Austausch mit Praxis, Forschung und Unternehmen. Deswegen zeigen wir bei unserer Tour ‚Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald‘, wie Digitalisierung und Landwirtschaft zusammengehen können – für mehr Effizienz und mehr Nachhaltigkeit.“

Weiter sagte die Ministerin: „Wir haben hierzulande beste Voraussetzungen: engagierte Betriebe, eine starke Forschung wie an der Hochschule Rhein-Waal und starke Unternehmen wie AI.Land. Ganz wichtig sind Offenheit für Neues und für Innovation. Diesen Weg gehen wir weiter – Schritt für Schritt, praxisnah und im Dialog!“

Hier setzt das Land Nordrhein-Westfalen mit der „Europäischen Innovationspartnerschaft für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP-agri) an. Mit Mitteln des Landes und der Europäischen Union werden bis 2029 knapp 10 Millionen Euro an Zuschüssen gegeben. Dieses Förderinstrument gibt der Praxis die Möglichkeit, ihre Ideen weiterzuentwickeln und in die Praxis umzusetzen.

Hochschule Rhein-Waal erforscht vielseitige Technologien 

Ob GPT, Gemini, Claude oder Llama – viele Menschen nutzen mittlerweile beruflich und in der Freizeit sogenannte Large Language Models (LLM). Die LLM bringen auch in der Landwirtschaft große Vorteile und eröffnen Unternehmen und Betrieben neue Möglichkeiten, Prozesse effizienter zu gestalten und innovative Produkte zu entwickeln. 

Wie vielseitig diese KI-Technologien bereits heute einsetzbar sind, erforscht die Hochschule Rhein-Waal an folgenden konkreten Forschungsprojekten, die Professor Becker und sein Team vor Ort interaktiv und anschaulich präsentierten:

  • Im Projekt „AgriTech Innovation – TreeDigital“ wird KI genutzt, um landwirtschaftliche Prozesse speziell im Gartenbau – hauptsächlich in Baumschulen – datenbasiert zu verbessern. Durch die gemeinsame Analyse von Umwelt-, Sensor- und gärtnerischen Dokumentationsdaten können beispielsweise Erträge optimiert und Ressourcen gezielter eingesetzt werden.
  • Die „Smart Green Wall“ verbindet moderne Begrünungskonzepte mit intelligenter Steuerung. Hier sorgt KI dafür, dass Bewässerung, Nährstoffzufuhr und Pflege automatisch an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden – für gesündere Pflanzen bei reduziertem Ressourcenverbrauch.
  • Ein weiteres Beispiel ist der „Digitalisierte Gießwagen“, der im Zierpflanzenanbau zum Wassersparen beitragen soll. Mithilfe intelligenter Systeme wird der Standort des Pflanztopfes präzise ermittelt und die Bewässerung punktgenau gesteuert. Das spart Wasser und entlastet gleichzeitig das Personal.
  • Auch im Projekt „Irristaud 2.0“ wird an innovativen Lösungen für eine effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung gearbeitet. Ziel ist es, durch den Einsatz von KI den Wasserverbrauch weiter zu optimieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Diese Projekte zeigen eindrucksvoll, wie KI nicht nur theoretisches Potenzial besitzt, sondern bereits heute konkrete Mehrwerte schafft – insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. So können beispielsweise Wasser, Dünger und Pflanzenschutzmittel präziser und somit boden- und ressourcenschonender angewendet werden. Frühwarnsysteme für Ertragseinbußen oder Waldschäden vermeiden wirtschaftliche Schäden.

Unternehmen, die diese Technologien einsetzen, sichern sich entscheidende Wettbewerbsvorteile und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit.

Landmaschinenhersteller AI.Land setzt auf Vollautomation

Ein solches Unternehmen ist auch der Landmaschinenhersteller AI.Land in Krefeld-Hüls, den Ministerin Gorißen im Anschluss an ihren Termin an der Hochschule Rhein-Waal besuchte.

AI.Land wurde als Spin-Off aus der FH Aachen gegründet und entwickelt autonome Robotersysteme, die mithilfe Künstlicher Intelligenz Ackerflächen präzise bewirtschaften. Die Technologie unterstreicht, welches Potenzial in wissenschaftlichen Ausgründungen steckt. Mit der Hochschule Rhein-Waal besteht seit der Ausgründung eine enge Zusammenarbeit, die sich durch gemeinsame Forschungsanträge und die Übernahme von Studierenden als Mitarbeitende zeigt.

Ein Vorzeigeprojekt des Unternehmens ist DAVEGI: ein intelligentes Feldrobotiksystem, das auf eine Vollautomation im Gemüsebau abzielt. Mit präziser Sensorik und Robotik wird jede Pflanze individuell erkannt, gepflegt und geerntet. Das Konzept basiert auf einer kreisförmigen Traverse, die um einen festen Punkt rotiert und eine stabile Umgebung für robuste Automation schafft. Hauptbewegungen erfolgen über Schlitten entlang der Traverse, die mit minimalem Reibungsverlust schnell bewegt werden. Ziel des Projektes ist es, die geernteten Pflanzen zu frisch zusammengestellten Gemüsekisten zu packen, die vom Feld direkt zu den Kundinnen und Kunden nach Hause geliefert werden. Die Energieversorgung erfolgt autark über Solarpaneele.

Hintergrund: Tour „Starke Zukunft in NRW: KI in Landwirtschaft und Wald“

Die Tour „Starke Zukunft in NRW" macht Stationen in ganz Nordrhein-Westfalen und gibt Einblicke in konkrete Anwendungen von Künstlicher Intelligenz. Dabei soll herausgestellt werden, welche Vorteile uns die Innovationen bringen, die kluge Köpfe in Nordrhein-Westfalen erarbeitet und erprobt haben. Nachdem Ministerin Gorißen sich im April in Köln eine KI-gestützte Hacke zur Unkrautbekämpfung angeschaut hat, geht es in den kommenden Monaten um sensorgestützte Nutztierhaltung, Drohnen zur Wiederbewaldung oder smarte Datenlösungen im Ackerbau. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Agrarstandorts Nordrhein-Westfalen sichtbar zu machen und den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit zu stärken.

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