„Dirty Money stoppen“ – Nordrhein-Westfalen intensiviert Austausch auf EU-Ebene
Organisierte Finanzkriminalität richtet europaweit Milliardenschäden an / Nordrhein-Westfalen treibt die grenzüberschreitende Bündelung von Kräften im Kampf gegen die Drahtzieher voran und lädt Experten nach Brüssel ein
Nordrhein-Westfalen treibt den verzahnten europäischen Kampf gegen Finanzkriminalität weiter voran. Bei einer Veranstaltung des Ministeriums der Finanzen in der Landesvertretung bei der Europäischen Union in Brüssel am Montag, 1. Juni 2026, haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Ermittlungsbehörden, Wissenschaft und europäischen Institutionen über wirksamere Strategien gegen Geldwäsche, Betrug und illegale Finanzströme diskutiert.
Nordrhein-Westfalen treibt den verzahnten europäischen Kampf gegen Finanzkriminalität weiter voran. Bei einer Veranstaltung des Ministeriums der Finanzen in der Landesvertretung bei der Europäischen Union in Brüssel am Montag, 1. Juni 2026, haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Ermittlungsbehörden, Wissenschaft und europäischen Institutionen über wirksamere Strategien gegen Geldwäsche, Betrug und illegale Finanzströme diskutiert. Im Mittelpunkt stehen die bessere europäische Zusammenarbeit, moderne Technologien und die Frage, wie kriminelle Gewinne konsequenter abgeschöpft werden können.
Minister der Finanzen Dr. Marcus Optendrenk: „Finanzkriminalität ist kein abstraktes Delikt. Geldwäsche, Steuerbetrug und illegale Finanzströme entziehen dem Staat Milliardenbeträge. Dieses Geld fehlt bei zentralen Aufgaben – etwa für Sicherheit, Verteidigung, Bildung oder sozialen Zusammenhalt. Deshalb handeln wir konsequent und bündeln Kräfte EU-weit. Es geht um Steuergerechtigkeit, den Schutz ehrlicher Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und um das Vertrauen in unseren Rechtsstaat.“
Die Veranstaltung „Dirty Money stoppen – Vermögensabschöpfung und moderne Technologien wirksam nutzen“ greift zentrale europäische Reformvorhaben auf. Dazu zählen insbesondere das neue europäische Anti-Geldwäsche-Paket sowie der Aufbau der neuen europäischen Geldwäscheaufsicht AMLA. Diskutiert wird, wie Prävention, Finanzaufsicht, Ermittlungen und Vermögensabschöpfung künftig enger verzahnt werden können. Ziel ist eine schlagkräftigere europäische Architektur gegen grenzüberschreitende Finanzkriminalität.
Nordrhein-Westfalen positioniert sich dabei als aktiver und erfolgreicher Ermittlungsstandort. Mit dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) bündelt das Land die Kompetenzen und das Ermittlungswissen seiner gesamten Steuerfahndung im Kampf gegen Umsatzsteuerbetrug, Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte sowie internationale Geldwäschestrukturen. Zugleich richtet Nordrhein-Westfalen den Blick verstärkt auf digitale Geschäftsmodelle, Kryptowährungen und neue Formen organisierter Finanzkriminalität.
„Kriminelle Netzwerke agieren international, digital und hochprofessionell. Deshalb müssen auch unsere Behörden schneller, moderner und europäisch vernetzter arbeiten“, so Minister Optendrenk. „Moderne Technologien und Künstliche Intelligenz werden dabei immer wichtiger. Genau hier setzt Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit starken Partnern aus Deutschland und Europa an.“
Im Panel diskutieren Expertinnen und Experten unter anderem über die Nutzung von Datenanalyse und KI bei der Aufdeckung illegaler Finanzströme, die Rolle europäischer Behörden wie AMLA, dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) oder der Europäischen Staatsanwaltschaft sowie über neue Instrumente der Vermögensabschöpfung.
Die Veranstaltung macht zugleich deutlich: Nationale Maßnahmen allein reichen nicht aus. Finanzkriminalität überschreitet Grenzen. Deshalb setzt sich Nordrhein-Westfalen für eine engere europäische Zusammenarbeit, gemeinsame Datenstandards und einen besseren Austausch zwischen Ermittlungs-, Finanz- und Aufsichtsbehörden ein.
So betont Petr Klement, Generaldirektor des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF): „Die Bekämpfung von schmutzigem Geld ist von zentraler Bedeutung für unsere Wirtschaft und unseren Rechtsstaat. Dafür müssen Betrugs- und Geldwäschebekämpfungsbehörden, Staatsanwaltschaften, Polizei-, Steuer- und Zollbehörden auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene so eng wie möglich zusammenarbeiten, gemeinsame Lösungen entwickeln und voneinander lernen.“
Er begrüßt den nordrhein-westfälischen Impuls, dabei die Chancen neuer IT-Lösungen auszuschöpfen: „Technologische Entwicklungen erleichtern die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch. Voraussetzung dafür sind der politische Wille und die Bereitschaft der beteiligten Stellen, gemeinsam zu handeln. Nordrhein-Westfalen hat mit dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität eine spezialisierte Behörde geschaffen und nimmt bei der Stärkung der Vermögensabschöpfung auf nationaler Ebene eine Vorreiterrolle ein. Das ist ein gutes Beispiel für die Richtung, in die wir uns alle bewegen sollten.“ Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) hat sich stets dafür eingesetzt, bei der Bekämpfung von Betrug eine Vorreiterrolle einzunehmen, bewährte Verfahren weiterzugeben und mit Partnern aus aller Welt zusammenzuarbeiten. „Wir hoffen, auch von Ihrem Ansatz in Nordrhein-Westfalen lernen zu können“, so Klement.
Minister Dr. Optendrenk bekräftigt: „Europa steht bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität vor einer gemeinsamen Aufgabe. Nordrhein-Westfalen will diesen Prozess aktiv mitgestalten – mit moderner Ermittlungsarbeit, modernen rechtlichen sowie technologischen Instrumenten und enger Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Denn nur ein handlungsfähiger Staat schafft dauerhaft Vertrauen.“
Fotos von der Veranstaltung in der Landesvertretung in Brüssel können Sie unter folgendem Link herunterladen:
Fotonachweis: FM NRW