Deutsch-französische Aktivitäten in Kitas und Schulen

Die Förderung des frühzeitigen Erwerbs der Partnersprache und von möglichst vielen Begegnungen zwischen deutschen und französischen Kindern, Schülerinnen und Schülern ist ein Kernanliegen deutsch-französischer Zusammenarbeit. Die Sprache eröffnet den Zugang zur Kultur, ermöglicht Austausch und verbindet.

20. Oktober 2021
phb Schule Hand Buch

Expertenkommission für das allgemeinbildende Schulwesen

Der Bevollmächtigte und der französische Bildungsminister werden in ihrer Arbeit von bewährten Partnern in der deutsch-französischen Expertenkommission für das allgemeinbildende Schulwesen unterstützt.

Die Kommission tagt einmal jährlich abwechselnd in Deutschland und in Frankreich, um

  • neue Ideen und Konzepte zu besprechen,
  • Initiativen zur Sprachförderung zu entwickeln und
  • den Weg zu ebenen für neue
    • Schulpartnerschaften,
    • Austauschprogramme und
    • die gemeinsame Anerkennung von Schulleistungen und Abschlüssen.

Sie arbeitet in enger Abstimmung mit den deutschen Ländern und ihren jeweiligen Partner-Regionen, der Kultusministerkonferenz (KMK), dem französischen Bildungsministerium, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) und dem Goethe Institut.

Weitere Informationen

Logo Educ'ARTE

Educ‘ARTE vollständig auf Deutsch

Ab jetzt gibt es das interaktive Bildungsmedium Educ’ARTE auch auf Deutsch, einsetzbar ab dem Schuljahr 2018/2019. Das Beste von ARTE für den Unterricht, in allen Fächern und Klassenstufen

In Zeiten des rasanten digitalen Wandels wächst die Herausforderung an Bildungseinrichtungen, Medienkompetenz zu vermitteln und neue Medien schülergerecht zum Einsatz zu bringen. Genau dafür ist Educ’ARTE konzipiert.

Von großen ARTE-Dokumentationen wie „Democracy“ und Doku-Serien wie „Göttlich!“, über bekannte ARTE-Magazine wie „Durchgecheckt“ oder „Mit offenen Karten“, bis hin zu Bühnenkunst und Kurzfilmen: Die Onlinevideothek bietet über 1000 authentische und dicht am Zeitgeist produzierte Inhalte sowie zahlreiche interaktive Funktionen - sie ist Mediathek, Kreativtool und Bildungsnetzwerk in Einem.

Der Einsatz von Educ’ARTE ermöglicht schülerzentrierte, selbstgesteuerte und individualisierte Lernszenarien, fächerübergreifenden Unterricht und den spielerischen Erwerb von Wissen, Kompetenzen und Fremdsprachen.

Nach der erfolgreichen Testphase 2016/2017 wurde Educ’ARTE nun mit der Unterstützung des EU-Programms „Kreatives Europa“ komplett der deutschen Bildungslandschaft angepasst. Für den pädagogischen Mehrwert und die einfache Handhabung wurden die Inhalte gemäß der deutschen Bildungspläne indexiert.

Zu den ausgewählten Partnern von Educ’ARTE zählt neben dem Deutsch-Französischen Jugendwerk nun auch der Ernst Klett Verlag. Der renommierte Schulbuchverlag und Educ’ARTE verstehen sich als Partner im Dienst der Bildungslandschaft.

Das Nutzerfeedback steht im Zentrum der stetigen Weiterentwicklung von Educ’ARTE. So haben seit Kurzem nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Schülerinnen und Schüler vollständigen Zugriff auf den gesamten Videokatalog und seine interaktiven Funktionen.

Mit Educ’ARTE können Nutzende in einem rechtlich geschützten Rahmen Videos sichten, herunterladen oder eigene Ausschnitte erstellen, Texte neu einsprechen, Grafiken, Textbausteine und Ratespiele einfügen, Mindmaps bauen, auf Untertitel oder Texttranskriptionen zurückgreifen und inklusiven oder Gruppenunterricht gestalten. Die Videos stehen in deutscher und französischer, teilweise auch schon in englischer Sprache zur Verfügung und können schul- oder länderübergreifend geteilt werden.

Dieses SVoD-Angebot (Subscription-Video-On-Demand) richtet sich an Schulträger, Bildungseinrichtungen und Schulen. In Frankreich, wo Educ’ARTE schon seit September 2017 angeboten wird, hat z.B. die Region Nouvelle-Aquitaine eine Lizenz für all ihre weiterführenden Schulen erworben. Interessierte Einrichtungen in Deutschland können das Angebot ab jetzt testen und für eine langfristige Nutzung abonnieren. 

Kontakt:
Susanna Holowati
s-holowati [at] artefrance.fr
Tel.: +33 1 55 00 75 57
www.educarte.de

Deutsch-Französisches Geschichtsbuch

Deutschland und Frankreich verbindet eine gemeinsame Geschichte. Heute lernen deutsche und französische Schüler im Geschichtsunterricht aus ein und demselben Geschichtsbuch.

Über viele Jahrhunderte bis zum zweiten Weltkrieg war die deutsch-französische Geschichte durch Feindschaft, Misstrauen und zahlreiche Kriege gekennzeichnet. Wer hätte vor 60 Jahren gedacht, dass Deutsche und Franzosen, jemals ihre jungen Leute mit denselben Geschichtsbüchern unterrichten werden? Und wer hätte damals gedacht, dass Deutsche und Franzosen auch noch die ersten auf der Welt sein würden, die dies tun?

Das deutsch-französische Geschichtsbuch ist als Modell für die Versöhnung zweier Länder und für den Wechsel von Perspektiven bei der Betrachtung der Geschichte auch international auf großes Interesse gestoßen.

Das Schulbuch entspricht sowohl dem französischen Lehrplan als auch dem Lehrplan der 16 Bundesländer. Die deutschen Schüler können also ihr Abitur in Geschichte mit diesem Lehrbuch in der deutschen Variante vorbereiten, die französischen Schüler in der französischen Variante. Sie lernen aus ein und demselben Buch im Geschichtsunterricht in der Schule mit wechselnden Perspektiven, doch in ihrer eigenen Sprache. Es ist damit Ausdruck einer Horizonterweiterung und des friedlichen Zusammenwirkens beider Länder.

Zur Entstehung

Nicht nur Auswahl, Darstellung und Bewertung der Themen, sondern auch didaktische und methodische Fragen, die sich in den Schultraditionen Deutschlands und Frankreichs sehr unterschiedlich stellen, erforderten eine enge und intensive Zusammenarbeit der Verlage, Autoren, Historiker und aller an der Umsetzung des Projekts beteiligten Personen in Deutschland und Frankreich.
Das vom Deutsch-Französischen Jugendparlament im Jahr 2003 initiierte Deutsch-Französische Geschichtsbuch ist ein konkretes Beispiel der binationalen Kooperation mit hoher symbolischer Bedeutung. Zum ersten Mal haben die Schüler zweier Länder die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte, die Geschichte ihrer Nachbarländer, die Geschichte Europas, der Welt und von der Antike bis in die Neuzeit zu erlernen, indem sie in beiden Ländern dasselbe Schulbuch benutzen.

  • Seit 2006 liegt das deutsch-französische Schulbuch „Histoire/Geschichte“ mit einem ersten Band vor (Geschichte nach 1945).
  • Band II erschien 2009 (Geschichte 1815-1945) und
  • Band III im Sommer 2011 (Antike bis 1815).

Damit ist das Werk komplettiert. Es kann nunmehr im Unterricht in allen Bundesländern und in Frankreich eingesetzt werden. Jeden dieser drei Bände gibt es in völlig identischen Versionen, die eine Version in französischer Sprache, die andere in deutscher Sprache.

PHB Jugendliche bunt International

Schüleraustausch-Programme

Zur Förderung des Austausches und der Begegnung zwischen deutschen und französischen Schülern arbeitet der Bevollmächtigte eng mit den deutschen und französischen Behörden und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) zusammen, um Austauschprogramme für Begegnungen zwischen den Schülern und Schülerinnen beider Länder möglichst bedarfsgerecht zu gestalten und noch bestehende Mobilitätshemmnisse abzubauen.

Nachbarn kennenlernen: Bei internationalen Austauschprogrammen lassen sich Vorurteile abbauen.

Das DFJW bietet eine Reihe von Programmen für den Spracherwerb und Auslandsaufenthalt in Frankreich an, vor allem für den individuellen Schüleraustausch.

So unterstützt beispielsweise das „Brigitte-Sauzay-Programm“ Schüler der 8. bis 11. Klasse, die einen individuellen dreimonatigen Aufenthalt in Frankreich absolvieren möchten.

Das „Voltaire-Programm“ richtet sich an Schüler der 9. und 10. Klasse in Deutschland und Schüler der „seconde“ (10. Klasse) in Frankreich, die sechs Monate im Partnerland verbringen wollen.

Darüber hinaus gibt es auch Angebote für junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren für kürzere Aufenthalte und Praktika. 

Weitere Förderprogramme

Aber auch andere Förderprogramme richten sich unter anderem oder exklusiv an deutsche und französische Schulen und Schüler, zum Beispiel