Einsamkeit

Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen leiden unter Einsamkeit, einem Phänomen, das alle Generationen und Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen betrifft. Die Folgen von Einsamkeit sind vielfältig, von Depressionen bis hin zu Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Schäden. Hier finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema, zu wissenschaftlichen Definitionen und zum Fünf-Säulen-Modell, mit dem sich die Landesregierung der Einsamkeit in Nordrhein-Westfalen entgegenstellt.

Du Wir Eins – Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit.

Aktuelle Top-Meldungen

01.10.2025

Ministerpräsident Wüst: Werden unsere Expertise in europäische Zusammenarbeit einbringen...

Ministerpräsident Hendrik Wüst lädt am Mittwoch, 1. Oktober 2025, zum 2. Einsamkeitsforum unter dem Titel „Loneliness in Europe. Addressing loneliness – learning from each other between North Rhine-Westphalia and Europe“ in die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union in...

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Initiativen und Angebote gegen Einsamkeit

Hier finden Sie eine Übersicht zu verschiedenen Angeboten und Initiativen in Nordrhein-Westfalen. Damit haben Sie eine Anlaufstelle auch in Ihrer Nähe.

 

Angebot Institution Ort PLZ Straße und Hausnummer Telefon-Nr. Webseite Zielgruppe Kategorie Beschreibung
Runder Tisch gegen Einsamkeit Ratingen Stadt Ratingen Ratingen 40878 Minoritenstr. 2-6 02102 5505066 Webseite - -

In der Stadt Ratingen soll in den kommenden Monaten der „Runde Tisch gegen Einsamkeit“ entstehen – ein Netzwerk, in dem Vereine, Institutionen, engagierte Gruppen und interessierte Menschen zusammenarbeiten. 
Zum Auftakt lädt die Stadt für Donnerstag, 26. Februar, 17 bis 20 Uhr in die Stadthalle ein. 
Die Veranstaltung startet mit einem Impulsvortrag durch Prof. Dr. Susanne Bücker, die an 
der Universität Witten-Herdecke zum Thema „Einsamkeit“ forscht. Danach werden die 
Teilnehmenden in einem „World-Café“ ihre Ideen und Gedanken einbringen und austauschen können. Die Ergebnisse dieses Workshops werden dann ausgewertet und münden in konkrete Projekte, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Die Veranstaltung soll auch die Möglichkeit bieten, dafür fachbereichsübergreifend erste Allianzen zu 
bilden und sich für bestimmte Projekte zu vernetzen. 
Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen und Informationen über astrid.kapels@ratingen.de

das tralala Paderborner Senioreninitiative e.V. Paderborn 33102 Riemekestr. 75 0157 51102683 Webseite - -

Das Tralala ist kein klassisches Café mit festen Preisen, sondern ein „Wohnzimmer für Alt und Jung“, in dem Menschen aller Altersgruppen zusammenkommen, sich austauschen, vernetzen und gemeinsam Zeit verbringen können. Der Fokus liegt auf sozialer Teilhabe, Gemeinschaft und Unterstützung, besonders für Menschen mit geringem Einkommen.
Das Tralala richtet sich bewusst an alle Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft oder finanzieller Situation. Es schafft einen Ort für Begegnungen und Austausch und hilft auch bei praktischen Fragen (z. B. zu Grundsicherung oder Wohngeld).
Das Tralala ist an mehreren Wochentagen nachmittags geöffnet (z. B. Mo–Do 14–17 Uhr und Fr 9:30–12:00 Uhr)
Kurz gesagt ist das Tralala in Paderborn ein offener, sozialer Treffpunkt und Café-Wohnzimmer, das Menschen zusammenbringt – mit einer einladenden Atmosphäre, ehrenamtlicher Gestaltung und Schwerpunkt auf Inklusion, Unterstützung und Gemeinschaft.

Multikultureller Heiligabend Nähgruppe Westmünsterland e.V. Rhede 46414 Stoppacker 13 0176 70695924 Webseite - -

Für Jeden, dem am 24.12.25 "die Decke" auf den Kopf fällt bieten wir einen gemeinsamen Nachmittag/Abend an.

Ab 16.30 Uhr werden wir gemütlich im Rotkreuzzentrum in Rhede, Kettelerstr.11 zusammenkommen. Essen und Trinken gibt es Dank der Sponsoren gratis.

 

Spielenachmittag im GHH.Kuriose und außergewöhnliche Gesellschaftsspiele aus Ost und West Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus Deutsch- Osteuropäisches Forum Düsseldorf 40210 Bismarckstraße 90 0211 1699-130 Webseite - -

Spiele kennen keine Sprachgrenzen – sie bringen Menschen zusammen, fördern den Austausch und machen einfach Spaß. Die Bibliothek im GHH lädt zu einem unterhaltsamen Spielenachmittag ein, bei dem außergewöhnliche und kuriose Karten- und Brettspiele aus Ost und West im Mittelpunkt stehen.
Entdecken Sie Klassiker und Raritäten aus unserer Spielesammlung oder bringen Sie eigene Schätze mit. Besonders willkommen sind Spiele mit Bezug zur Geschichte und Geografie Deutschlands und seiner östlichen Nachbarn. Ob alt oder neu, historisch oder kurios: Wir spielen gemeinsam, lernen uns kennen und genießen einen unterhaltsamen Nachmittag.
Wir freuen uns auf Sie!
Alter: 14 bis 99
Anmeldeschluss: 15.01.2026
Anmeldung unter:bibliothekg-h-hde oder 0211/1699-130

Begegnungs- und Unterstützungsangebote gegen Einsamkeit Leichlingen Hilft e.V. Leichlingen 42799 Am Goldberg 36 02174 7189802-0 Webseite - -

Leichlingen Hilft e.V. engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich gegen Einsamkeit und soziale Isolation in der Blütenstadt Leichlingen. Der Verein schafft niedrigschwellige, kostenfreie Begegnungsangebote für Menschen aller Altersgruppen und Lebenslagen.
Dazu gehören u. a. internationale Frühstücke, gemeinsames Kochen, offene Treffpunkte, Nachhilfe- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, generationsübergreifende Aktionen sowie saisonale Veranstaltungen wie die Wunschbaum-Aktion oder kulturelle Angebote.
Im Mittelpunkt steht das persönliche Miteinander: Menschen kommen ins Gespräch, knüpfen Kontakte und erfahren Gemeinschaft – unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Status.
Leichlingen Hilft arbeitet eng mit Ehrenamtlichen, lokalen Einrichtungen und der Stadt zusammen und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und zur Prävention von Einsamkeit vor Ort.

BELL: Lebensraum Lernen Caritas ‐ Quartiersbüro Wanne Herne 44649 Hauptstraße 208 02323 92960 694 oder -695 - -

BELL: Lebensraum Lernen – Gesundheits‐ und Bildungszentrum für Senior:innen mit generationenübergreifender Wissenswerkstatt

Das Projekt hat das Ziel, Senior:innen ab 60 Jahren einen zentralen Ort für lebenslanges Lernen, persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe zu bieten. In einer sich wandelnden, zunehmend digitalen Gesellschaft sollen ältere Menschen aktiv gefördert, eingebunden und in Bildung, Gesundheit und sozialem Austausch gestärkt werden. Angesprochen werden sowohl bildungsaktive als auch bisher bildungsferne Senior:innen.

Das Konzept umfasst drei eng verknüpfte Schwerpunkte: ein Gesundheits- und Bildungszentrum als Anlaufstelle für Information, Beratung und Vernetzung, eine Senior:innen-Akademie mit vielfältigen Bildungs- und Veranstaltungsangeboten sowie eine generationsübergreifende Wissenswerkstatt, die den Austausch zwischen den Generationen fördert und den sozialen Zusammenhalt im Quartier stärkt.

Angebote für Senior:innen in den katholischen Kirchengemeinden in Herne Caritasverband Herne e.V. Herne 44623 Schulstraße 16 02323 92960‐27 Webseite - -

In vielen der katholischen Kirchengemeinden in Wanne‐Eickel und Herne gibt es Angebote für Senior:innen: Begegnungscafés, Spiele‐ und Gymnastiktreffpunkte, Repaircafés, Handarbeitsgruppen und Gedächtnistraining.
Im unterschiedlich Rhythmus (wöchentlichen, zweiwöchigem, monatlichen oder alle 3 Monate) werden die Angebote durchgeführt. Alle Veranstaltungen sind kostenlos und offen für alle Herner Bürger:innen.
Nachfrage bitte beim Caritasverband Herne e.V.

„Marktgeplauder“ - Wochenmarkt Rathaus AWO-Kreisverband-Herne Herne 44623 Friedrich-Ebert-Platz 1 02323 – 9524-10 Webseite - -

Immer freitags bieten wir zwei Orte der Begegnung an! Ein AWO-Plaudertisch steht ab 11 Uhr im Café Brinker. Unterbrechen Sie doch einfach Ihren Einkaufsbummel in der Herner Innenstadt und schauen Sie bei uns vorbei. Der andere Plaudertisch steht zur warmen Jahreszeit ab 10 Uhr auf dem Herner Wochenmarkt (am Kaffeestand des Espressionisten). Besuchen Sie uns auch gerne dort, ganz unverbindlich auf ein nettes Gespräch. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen oder alte Bekannte zu treffen.

Gemeinsam gegen Einsamkeit / 12 x 2,5 Std. Erzähl-Café in der Stadtbibliothek/ Thema Lebensrückblick Stadtbibliothek LEV / Leitung Eva-Marie Urban / Dozentin Barbara Gorel, Psychotherapeutin Leverkusen 51373 Friedrich-Ebert-Platz 3d Frau Urban 0214 406 4200 / Frau Gorel 0214-860 88 99 8 Webseite - -

Die eigene Lebensgeschichte ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der persönlichen Identität. Die Teilnehmer des neu gegründeten Erzähl-Cafés der Stadtbibliothek werden unter therapeutischer Anleitung ermutigt, persönliche Ereignisse und Lebensphasen zu reflektieren und kleine Geschichten zu verfassen. Dank vorgegebener Fragen und unter Einbeziehung eigener Fotos werden Erinnerungen an bestimmte Lebensphasen und Lebensthemen lebendig. Positive Erlebnisse werden vergangene Freuden wiederbeleben und schmerzhafte Erinnerungen helfen beim Annehmen und Eingliedern in die eigene Lebensgeschichte. Wir unterhalten uns in entspannter Atmosphäre über unser Leben, hören uns zu und entwickeln Freundschaften. 

Der Kurs umfasst 12 × 2,5 Stunden Erzähl-Café und zum Abschluss wird eine öffentliche Lesung im Rahmen der Buchwoche 2025 LEVliest gestaltet.

 

Adresse

Rathaus Galerie

Friedrich-Ebert-Platz 3d

51373 Leverkusen

 

"Gemeinsam mehr erleben!" - Vielseitige Freizeitgestaltung Kölner Seniorengemeinschaft für Sport und Freizeitgestaltung e.V. (KSG) Köln 50939 Luxemburger Straße 136 0221/ 42 10 23 30 Webseite - -

Das kennen Sie vielleicht: Das Berufsleben ist beendet, die Kinder sind aus dem Haus, die Freunde und Verwandten sind über das Land verstreut. Zuerst genießen wir die neue Freiheit und irgendwann wächst der Wunsch nach Austausch, Bewegung, geistiger Anregung und Geselligkeit. Manchmal ist es gar nicht so einfach, neue Menschen kennen zu lernen.

In unserer Gemeinschaft ist das anders. Unsere vielfältigen Sport- und Bildungsangebote, Kurse und Veranstaltungen bieten Ihnen die Möglichkeit, sich wieder mit Menschen zu treffen und gemeinsam aktiv zu sein. Das Angebot der KSG e.V. ist so vielfältig wie die unterschiedlichen Interessen unserer Mitglieder. Unsere Kursleiter*innen, Sportlehrer*innen, Diplom-Sozialarbeiter*innen und viele ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder sorgen sorgen für Abwechslung, Bewegung, Austausch und gemeinsame Lebensfreude.

Unser Motto: Gemeinsam mehr erleben!
Machen Sie mit! Wir laden Sie herzlich ein!

 50939 Köln, Luxemburger Straße 136 (Uni-Center, 1. Stock)

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Aktionsplan Du+Wir=Eins

10.12.2024

Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit

Am Dienstag, 10. Dezember 2024, hat die nordrhein-westfälische Landesregierung den ersten Aktionsplan gegen Einsamkeit verabschiedet. Unter dem Titel „Du+Wir=Eins – Nordrhein-Westfalen gegen Einsamkeit“ bündelt der Aktionsplan Maßnahmen gegen Einsamkeit aller Ministerien der Landesregierung. Ministerpräsident Wüst hat den Aktionsplan gemeinsam mit Prof. Dr. Maike Luhmann, Einsamkeitsforscherin an der Ruhr-Universität Bochum, vorgestellt. Mehr erfahren

  • 1:35
  • Video: Land NRW

03.04.2024

Rikscha fahren, wertvolle Gespräche führen, neue Beziehungen entstehen lassen: Das alles bietet das Projekt „Flaniermobil – Radeln ohne Alter“ der Caritas Aachen. Ehrenamtliche Piloten fahren Seniorinnen und Senioren sowie andere Menschen, die nicht mehr selbst in die Pedale treten können, an ihr Ziel. Gemeinsam sammeln Passagiere und Piloten im Flaniermobil schöne Stunden – da bleibt keine Zeit für Einsamkeit.

  • 1:15
  • Video: Land NRW

27.02.2024

Um ältere Menschen in Kontakt und in einen Austausch zu bringen und gleichzeitig bereits die Jüngsten in unserer Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren, engagiert sich das Malteser-Projekt „Alter Falter“ in Münster gegen Einsamkeit. Ein gelungenes Beispiel für Unterstützung, Aufklärung und Kontaktaufnahme und nur eine von vielen Initiativen gegen Einsamkeit in Nordrhein-Westfalen.

Ministerpräsident Hendrik Wüst

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„Einsam kann sich jeder fühlen, unabhängig von Alter und Einkommen, vom Geschlecht oder sogar davon, wie viele Menschen man um sich herum hat.

Die wenigsten reden darüber, einsam zu sein und darunter zu leiden. Es scheint, als haftet dem Thema ein Stigma an. Mit gravierenden Folgen.

– Ministerpräsident Hendrik Wüst

Definition von Einsamkeit

Eine der renommiertesten Einsamkeitsforscherinnen, Frau Prof. Dr. Luhmann definiert Einsamkeit wie folgt: „Einsamkeit wird definiert als eine wahrgenommene Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlichen sozialen Beziehungen.“

Man kann zum Beispiel allein sein, aber nicht einsam, aber auch unter Menschen sein und sich trotzdem einsam fühlen. Es kommt immer auf die Qualität der Verbindungen an.

Risikofaktoren

Erst in jüngster Zeit werden in der Einsamkeitsforschung neben individuellen Faktoren, die Einsamkeit auslösen können, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Armut, Migrationshintergrund, Partnerlosigkeit, einfache Bildung und gesundheitliche Einschränkungen, auch räumliche Faktoren (zum Beispiel Mangel an Grünflächen, Freizeitangeboten) in den Blick genommen. Einsamkeit ist ein Phänomen, das alle Menschen betreffen kann. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren weiter zu erforschen.

Als Beschleuniger der Entwicklung kann die Covid-19 Pandemie gesehen werden. Während des ersten Lockdowns kam es beispielsweise zu einem sprunghaften Anstieg der einsamen Menschen in Deutschland. Während dieses Zeitraums waren 40, 1 Prozent der Menschen in Deutschland manchmal einsam.

Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren weiter zu erforschen.

Von Einsamkeit besonders betroffene Gruppen

Die Landesregierung wird alle von Einsamkeit Betroffenen ansprechen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialer Schicht. Denn Einsamkeit ist keine reine Frage des Alters. Sie tritt in allen Altersgruppen auf. Vulnerable bzw. gefährdetste Gruppen sind unter anderem Jugendliche bzw. junge Erwachsene, ältere Menschen (älter als 75 Jahre), Alleinerziehende, Menschen in Umbruchsituationen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Folgen von chronischer Einsamkeit

Im Abschlussbericht der Enquetekommission (PDF, 5 MB) heißt es, Einsamkeit könne genauso schädlich sein wie der Konsum von 15 Zigaretten am Tag, wie Alkoholmissbrauch oder Übergewicht. Das bedeutet, dass chronische Einsamkeit eine messbare Auswirkung auf die seelische und körperliche Gesundheit haben kann. Und Einsamkeit hat auch eine politische Dimension: Wer einsam ist, steht der Gesellschaft und auch unserer Demokratie distanzierter gegenüber. Deshalb ist es unserer aller Aufgabe, Einsamkeit zu begegnen.

Die Stabstelle I P 3 „Einsamkeit“ wurde im Oktober 2022 im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten geschaffen, um dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe – der Eindämmung von Einsamkeit – Rechnung zu tragen. Dem Kampf gegen Einsamkeit hat die nordrhein-westfälische Landesregierung damit erstmals Priorität auf der politischen Agenda eingeräumt. Damit ist Nordrhein-Westfalen bundesweit Vorreiter.

Fünf-Säulen-Modell

Mit einem Fünf-Säulen-Modell und unter Einbindung von Wissenschaft und anderen Akteuren begegnen wir Einsamkeit in unserem Land.

Fünf-Säulen-Modell gegen Einsamkeit

1. Säule: Phänomen Einsamkeit weiter erschließen

Die Zahl der Menschen in Nordrhein-Westfalen, die unter Einsamkeit leiden, hat während der Pandemie zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass von diesem Anstieg Jugendliche und junge Erwachsene besonders betroffen sind. Neben der Gruppe der älteren Menschen sind Jugendliche und junge Erwachsene besonders häufig von erhöhtem Einsamkeitsempfinden betroffen. Über das Einsamkeitsempfinden, Risikofaktoren und Schutzmechanismen bei Jugendlichen und jungen Erwachsene ist hingegen noch wenig bekannt. In vielen Ländern, in denen Strategien gegen Einsamkeit entwickelt werden, stehen vor allem ältere Menschen als Zielgruppe im Fokus. Maßnahmen zur Einsamkeitsprävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es bisher sehr wenig.

Deshalb braucht es insbesondere mehr wissenschaftliche Daten zum Anstieg von Einsamkeit bei der jungen Generation und ihren Ursachen. Die Landesregierung wird unter anderem eine Studie in Auftrag geben, die den Anstieg von Einsamkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen untersucht, um gezielt früh wirksame Strategien zur Prävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu entwickeln. Neben der neuen Fokussierung auf die junge Generation wird die Landesregierung die Zielgruppe der älteren Menschen und weiterer vulnerabler Gruppen parallel im Blick behalten. Im Fokus steht dabei die Einsamkeitsprävention. Die Landesregierung wird sich kontinuierlich weiter mit Expertinnen und Experten austauschen und auf dessen Grundlage zielgenaue Maßnahmen (weiter- )entwickeln.

2. Säule: Enttabuisieren und Sensibilisieren

Als zweite Säule soll durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit weiter sensibilisiert und enttabuisiert werden. Die Botschaft ist: Jede und Jeder kann etwas gegen Einsamkeit tun – schon mit kleinen Gesten. Die Landesregierung hat Ende 2022 die Stabstelle Einsamkeit in der Staatskanzlei eingesetzt. Die Stabstelle arbeitet ressortübergreifend und übernimmt zentrale Koordinationsaufgaben. Sie sorgt für weitere Vernetzung innerhalb der Landesregierung und außerhalb mit Initiativen, Organisationen und gesellschaftlichen Gruppen, die sich der Eindämmung von Einsamkeit verschrieben haben. Im Dezember 2022 hatte sich der Ministerpräsident zum Auftakt der Arbeit der Stabstelle mit Expertinnen und Experten und Landtagsabgeordneten, die Teil der Enquete-Kommission waren, über das Thema und seine Herausforderungen ausgetauscht. Diesen Dialog mit Expertinnen und Experten wird der Ministerpräsident kontinuierlich fortsetzen.

Zum Sensibilisieren gehört auch der Besuch von Initiativen, um die öffentliche Wahrnehmung zum Thema Einsamkeit zu stärken und bestehende Hilfs- und Unterstützungsangebote bekannter zu machen (Beispiel: Hospitanz des Ministerpräsidenten bei der Einsamkeitshotline für Ältere Menschen „Silbernetz“ am 2. Juni 2023 in dem zentrum-plus der AWO Düsseldorf).

3. Säule: Bündelung und Vernetzung

Die Landesregierung wird bestehende Projekte und Initiativen zur Einsamkeitsbekämpfung und Einsamkeitsprävention in Nordrhein-Westfalen auf einer Online-Plattform zusammenführen – für eine bessere Vernetzung und für bessere Zugänge für Betroffene, Beteiligte und Interessierte. Dabei sucht die Landesregierung den engen Dialog mit dem Bund, den anderen Ländern, Kommunen und der europäischen Ebene. Auch der Erfahrungsaustausch mit Japan, den Niederlanden, und Großbritannien steht im Vordergrund, die mit eigenen Ministerien bzw. Kampagnen Vorreiter bei der Eindämmung von Einsamkeit sind. So hat Ministerpräsident Hendrik Wüst im Juni 2023 während seiner Reise nach Japan gezielt Gespräche zum Thema Einsamkeit geführt und Initiativen, die Einsamkeit bekämpfen, besucht.

4. Säule: Ministeriumsübergreifende Aktivitäten

Die Landesregierung wird zudem die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Initiativen stärken, eigene niedrigschwellige Maßnahmen weiterentwickeln und Neue anstoßen. Durch die Bündelung von bereits bestehenden Maßnahmen unter Einbindung aller Resorts will die Landesregierung erreichen, dass das Thema Einsamkeitsprävention stärker in den in Frage kommenden Förderprogrammen des Landes verankert und damit eine Weiterentwicklung der Hilfsinfrastruktur möglich wird. Der erste Aktionsplan ist da ein wichtiger Meilenstein und das Herzstück. Der Aktionsplan wird kontinuierlich weiterentwickelt.

5. Säule: Stärkung von Sport und Ehrenamt

Ehrenamtlich engagierte Menschen leisten in Nordrhein-Westfalen bereits einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Einsamkeit. Sie will die Landesregierung weiter stärken und fördern. Sport und Ehrenamt sind dabei wichtige Pfeiler, um ein starkes Bündnis gegen Einsamkeit zu schmieden.

Studie „Einsamkeit unter Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen nach der Pandemie“

Einsamkeit unter Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen nach der Pandemie

24.11.2023

Prof. Dr. Maike Luhmann et al. (2023)

Einsamkeit wurde lange Zeit vor allem als ein Problem des hohen Alters betrachtet. Doch mit der CO- VID-19-Pandemie wurde vielen bewusst, dass Einsamkeit Menschen jeden Alters treffen kann. Besonders stark scheinen die Auswirkungen der Pandemie für Jugendliche und junge Erwachsene zu sein. Mit dieser von der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens (NRW) beauftragten Studie sollen einige Lücken im empirischen Forschungsstand zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschlossen werden, mit einem besonderen Fokus auf NRW.

  • 0:44
  • Video: Land NRW

24.11.2023

Ruhr-Universität Bochum

  • 2:00
  • Video: Land NRW

24.11.2023

Psychologin und Podcasterin


Impulspapier: „Jung und einsam – Internationale Perspektiven für ein neues politisches Handlungsfeld“

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) / Leonie Schwichtenberg, Karenina Schröder, Michael Seberich

Aktuelle Studien zeigen, dass junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren eine der am stärksten von Einsamkeit betroffenen Gruppen weltweit sind. In dem Kooperationsprojekt von Liz Mohn Stiftung, Bertelsmann Stiftung und Landesregierung wurde untersucht, wie andere Länder Jugendeinsamkeit bekämpfen. Die Publikation liefert zehn Handlungsempfehlungen für die Politik in Deutschland, die auf dem von Ministerpräsident Hendrik Wüst initiierten Einsamkeitskongress am 6. Juni 2024 in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen vorgestellt wurden. Weitere Informationen

Download (PDF, Deutsch, 3 MB)

Download (PDF, Englisch, 3 MB)

„Menschen fehlt Gesellschaft
und der Gesellschaft fehlen Menschen.“

– Ministerpräsident Hendrik Wüst

Kontaktdaten „Stabsstelle Einsamkeit“

Um dem wachsenden Phänomen der Einsamkeit besser begegnen zu können, hat die Landesregierung als erstes und einziges Bundesland die „Einsamkeit“ im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten eingerichtet. Damit setzen wir eine der zentralen Handlungsempfehlungen der Enquetekommission um.

Sina Breitenbruch-Tiedtke
Referatsleiterin
Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
Stabsstelle Einsamkeit
Horionplatz 1
40213 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 837-1302
E-Mail: sina.breitenbruch-tiedtke@stk.nrw.de 

Marc Zabel
Referent
Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen
Stabsstelle Einsamkeit
Horionplatz 1
40213 Düsseldorf
Telefon: 0211 / 837-1675
E-Mail: Marc.Zabel@stk.nrw.de