Stärkung der Grünen Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen

Ruhr-Konferenz: Umweltministerium und Wasserverbände wappnen Region für Herausforderungen des Klimawandels

15. Januar 2020

Ministerin Heinen-Esser zur Eröffnung der neuen Service-Stelle bei der Emschergenossenschaft in Essen: Mit Hilfe der neuen Organisation werden gute Ideen schneller in die Tat umgesetzt

Die Landesregierung will die Grüne Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen stärken und hat deshalb im November 2019 die Umsetzung der beiden Projekte „Offensive Grüne Infrastruktur 2030“ und „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ im Rahmen der Ruhr-Konferenz beschlossen.

 
Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Die Landesregierung will die Grüne Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen stärken und hat deshalb im November 2019 die Umsetzung der beiden Projekte „Offensive Grüne Infrastruktur 2030“ und „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ im Rahmen der Ruhr-Konferenz beschlossen. „Damit wollen wir der Grünen Infrastruktur und der Anpassung an den Klimawandel in der Metropolregion Ruhr einen weiteren Schub verleihen. Beide Projekte werden von meinem Ministerium in enger Kooperation mit Partnerinnen und Partnern aus der Region umgesetzt“, erklärte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser nach ihrem Besuch der neuen Service-Stelle bei der Emschergenossenschaft in Essen.
 
Mit der Eröffnung dieser neuen Service-Stelle legt die Emschergenossenschaft eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des Projektes „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“. Die Einrichtung koordiniert die Maßnahmen der Kommunen und der Wasserverbände, unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und soll so zur zentralen Anlaufstelle werden. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser besuchte die Beschäftigten der Anfang des Jahres eröffneten neuen Service-Stelle am Mittwoch gemeinsam mit Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Prof. Dr. Norbert Jardin, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbandes.
 
„Die Emschergenossenschaft ist eine unserer zentralen Partnerinnen bei der Anpassung der Städte an den Klimawandel. Mit Hilfe der Service-Stelle wird es den Beteiligten leichter fallen, ihre guten Ideen auch Wirklichkeit werden zu lassen“, sagte die Ministerin. Die Service-Organisation besteht zurzeit aus elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die von fünf Beschäftigten der Stadt- und Raumentwicklung bei der Emschergenossenschaft unterstützt werden. Leiter der Service-Organisation ist Andreas Giga, zuvor Leiter des Fachbereichs Wasserwirtschaft bei der Stadt Essen.
 
Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hitzeperioden stellen eine Städteregion wie das Ruhrgebiet vor besondere Herausforderungen und werden sich im Zuge des Klimawandels weiter verstärken. „Im Fokus des Projektes ‚Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft‘ stehen Maßnahmen, die alle dem Ziel dienen, bis 2040 mindestens 25 Prozent der befestigten Flächen vom Kanalnetz abzukoppeln und den Verdunstungsgrad bis 2040 um zehn Prozent in der Region zu erhöhen“, formulierte Prof. Dr. Uli Paetzel, Chef der Emschergenossenschaft, das konkrete Ziel des Projektes.
 
Es sollen Maßnahmen zur Flächenentsiegelung, Steigerung der Verdunstung und Versickerungsraten und auch zur Dach- und Fassadenbegrünung umgesetzt werden, um so die Region bei der Bewältigung der jetzt schon bestehenden Folgen des Klimawandels zu unterstützen. Der regionale Wasserwirtschaftsverband setzt damit fort, was bereits seit 2004 erfolgreich mit Kooperationen wie der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ sowie der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ begonnen wurde – auch hier arbeiteten das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen sowie die Emschergenossenschaft zusammen. Das Vorhaben wird nun ausgedehnt: Mit dabei ist künftig auch der Lippeverband (LV), der mit der Emschergenossenschaft (EG) unter einem Dach (EGLV) verwaltet wird. Darüber hinaus werden auch der Ruhrverband (RV), die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (LINEG), der Niersverband und der Regionalverband Ruhr (RVR) eingebunden.
 
„Wasser hat bekanntermaßen die Eigenschaft, das es sich nicht an Verwaltungsgrenzen hält. Eine übergreifende Kooperation macht daher Sinn, um Kompetenzen zu bündeln und Akteure zusammenzubringen. Wir beim Ruhrverband befassen uns bereits seit langem mit Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel, unter anderem etwa im Rahmen von Optimierungsstrategien für die Bewirtschaftung unserer Talsperren“, sagte Prof. Dr. Norbert Jardin, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbandes.
 
Die im Emscher-Haus in Essen sitzende neue Service-Organisation wurde von der Emschergenossenschaft unter Beteiligung aller Kommunen und in enger Abstimmung mit dem Umweltministerium für alle Städte aufgebaut. Sie entwickelt die Zukunftsinitiative weiter und übernimmt wichtige Aufgaben bei der Umsetzung der Maßnahmen für die beteiligten Kommunen und Wasserverbände.
 
Zur Erreichung der genannten Abkopplungs- und Verdunstungsrate sollen vorrangig die folgenden Maßnahmen umgesetzt werden: Regenwasserversickerung, Flächenentsiegelung (Umwandlung in durchlässige Fläche), Dachbegrünung, Fassadenbegrünung, Baumrigolen in klimatisch belasteten Bereichen zur Reduktion des Abflusses in die Kanalisation, Regenwasserzuführung zum Gewässer.

Hintergrund

Die Landesregierung hatte am 5. November 2019 die weitere Umsetzung der Ruhr-Konferenz beschlossen. In fünf zentralen Handlungsfeldern werden künftig 74 Projekte unter dem Leitmotiv „Chancenregion Ruhr“ dem Ruhrgebiet wichtige Impulse geben. Die fünf Bereiche, in denen die Landesregierung Schwerpunkte setzt, sind Mobilität und Verkehr, Wirtschaft und Arbeit, gelebte Vielfalt und Zusammenhalt, Energie, Klima und Umwelt sowie Bildung und Forschung. In den kommenden Jahren können weitere Projekte unter dem Dach der Ruhr-Konferenz verwirklicht werden, wenn sie in einem der fünf Handlungsfelder Wirkung erzielen und die Finanzierung gesichert ist.
 
Die Landesregierung will die Metropolregion Ruhr auch vor dem Hintergrund des Klimawandels zukunftsfähig machen und die Grüne Infrastruktur weiter ausbauen und stärken. Hierzu wurden im Themenforum Grüne Infrastruktur der Ruhr-Konferenz in einem breit angelegten Prozess und mit Beteiligung vieler Akteure die beiden Projekte „Klimaresiliente Region mit Internationaler Strahlkraft“ und „Offensive Grüne Infrastruktur 2030“ entwickelt. Die beiden Projekte sollen sich gegenseitig ergänzen und Synergien nutzen.
 
Ambitioniertes Ziel des Projektes „Offensive Grüne Infrastruktur 2030“ ist die Schaffung und der Erhalt eines durchgängigen Netzes der Grünen Infrastruktur. Mithilfe eines Aktionsplans werden Lücken geschlossen und Flächen entwickelt. Ein gemeinsamer Handlungs- und Umsetzungsrahmen, der vorhandene Planungen aufgreift, soll geschaffen werden. Sämtliche Bereiche der Grünen Infrastruktur sollen strategisch verankert und über einen Strategieprozess Grüne Infrastruktur abgestimmt werden.
 
Grüne Infrastruktur wirkt dem Klimawandel entgegen, trägt zum Schutz der Artenvielfalt bei und erhöht die Lebensqualität.
 
Weitere Informationen zur Ruhr-Konferenz: www.ruhr-konferenz.nrw
 

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