Smartphone-App für Prostituierte aus Südosteuropa

Porträtfoto von Ministerin Barbara Steffens
16. März 2015

Ministerin Steffens: Smartphone-App für Prostituierte bietet Gesundheitsaufklärung und hilfreiche Adressen

In einem bundesweit beispielhaften Projekt wurde mit Unterstützung des Landes die Smartphone-App „Lola-nrw“ zur gesundheitlichen Aufklärung und Information von Migrantinnen in der Sexarbeit entwickelt.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

In einem bundesweit beispielhaften Projekt wurde mit Unterstützung des Landes die Smartphone-App „Lola-nrw“ zur gesundheitlichen Aufklärung und Information von Migrantinnen in der Sexarbeit entwickelt. „Viele dieser Frauen haben Gesundheitsprobleme, keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, sprechen kaum Deutsch und sind über bestehende Beratungsangebote nicht zu erreichen. Die meisten von ihnen nutzen jedoch intensiv internetfähige Handys. Deshalb ist die mehrsprachige App ein passgenaues Angebot, das für die Frauen jederzeit verfügbar ist und ihre Anonymität wahrt. Zudem vernetzt die App unterschiedliche Hilfeeinrichtungen“, erklärte Gesundheits- und Emanzipationsministerin Barbara Steffens bei der Vorstellung der App in Bochum.
 
„Lola-nrw“ richtet sich insbesondere an die stark gestiegene Anzahl der Prostituierten aus Südosteuropa und ist in den Sprachen rumänisch, bulgarisch, türkisch, englisch und deutsch verfügbar. Kurze Videos informieren über sicheres Arbeiten in der Prostitution, den Schutz der eigenen Gesundheit und das Krankenversicherungssystem in Deutschland. Nutzerinnen finden auch Informationen zu derzeit 31 Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen in Nordrhein-Westfalen, unter anderem zu Gesundheitsämtern und Hilfsorganisationen für Opfer von Menschenhandel. Zusätzlich bietet die App ein Navigationssystem zu wichtigen Adressen wie beispielsweise Polizei oder Beratungseinrichtungen, das die Frauen von ihrem jeweiligen Standort zu der ausgewählten Adresse lotst. Bisher sind Anlaufstellen in Bochum und Duisburg in das System aufgenommen worden, die Daten weiterer Städte in Nordrhein-Westfalen folgen in den kommenden Monaten. Die nächsten Schritte sind unter anderem ein mehrsprachiger Online-Beratungs-Chat, ein Notruf-Button für eine direkte Verbindung mit der Polizei, Videos etwa zu den Themen Schwangerschaftskonflikte und Schutz vor Gewalt sowie das Einpflegen weiterer Adressen.
 
„Prostitution kann man nicht verbieten. Aber wir können Sexarbeiterinnen Informationen anbieten und den Weg zu Beratungs- und Hilfeeinrichtungen zeigen“, erklärte Ministerin Steffens. „Die App ist ein niedrigschwelliges Angebot, das die besondere Situation dieser Frauen berücksichtigt und neue mediale Möglichkeiten einsetzt. Außerdem können wir das Know-how von ,Lola-nrw‘ als Basis für andere neue Informations- und Beratungsangebote nutzen, um weitere Zielgruppen anzusprechen, die wir sonst nicht erreichen“, so Steffens weiter.
 
Die Entwicklung der App wurde von Madonna e. V. in Bochum, einer Selbsthilfeinitiative für die Interessen von Sexarbeiterinnen, betreut und vom Land mit 92.000 Euro gefördert. „Informationen in der jeweiligen Muttersprache können verhindern, dass Prostituierte durch fehlende Rechts- und Sprachkenntnisse in Abhängigkeiten geraten. Die Lola-nrw-App ist daher ein Wegweiser zur Professionalisierung von Sexarbeiterinnen. Außerdem trägt sie zur dringend notwendigen gesundheitlichen Aufklärung bei“, sagte Astrid Gabb, Leiterin der Beratungsstelle des Madonna e.V.
 
Hintergrund
Nordrhein-Westfalen verfügt durch den Runden Tisch Prostitution – an dem Vertreterinnen und Vertreter aller auf Landesebene in diesem Bereich wichtigen Stellen teilgenommen haben – über besonderes Wissen. Das Gremium traf sich von 2011 bis 2014 zu 14 Sitzungen und hörte über 70 Sachverständige aus Wissenschaft und Praxis. Auf Basis einer fundierten Aufarbeitung der Thematik verabschiedete der Runde Tisch im Oktober 2014 Empfehlungen für die Verbesserung der Situation von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern. Der Abschlussbericht sieht in der Stärkung von Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Professionalisierung einen wichtigen Faktor für einen verbesserten Gesundheitsschutz von Prostituierten. Wichtige Instrumente dafür sind zielgruppengerechte Informations-, Aufklärungs- und Beratungsangebote.
 
Der Abschlussbericht des Runden Tisches Prostitution steht auf der Internetseite des Ministeriums zum Download bereit:
http://www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/emanzipation/frauen/RTP_Abschlussbericht.pdf

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