Altengerechte Quartiersentwicklung als Motor für gelingende Integration

Porträtfoto von Ministerin Barbara Steffens
24. Februar 2017

Ministerin Steffens: Altengerechte Quartiersentwicklung als Motor für gelingende Integration

In Nordrhein-Westfalen leben über 4,3 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte, gut zehn Prozent davon (rund 443.000 Menschen) sind über 65 Jahre alt. Viele von ihnen wollen auch ihre nachberufliche Lebensphase in NRW verbringen. Interkulturelle Vielfalt und Integration sind deshalb bei der Entwicklung altengerechter Quartiere ein wichtiger Aspekt.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

In Nordrhein-Westfalen leben über 4,3 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte, gut zehn Prozent davon (rund 443.000 Menschen) sind über 65 Jahre alt. Viele von ihnen wollen auch ihre nachberufliche Lebensphase in NRW verbringen. Interkulturelle Vielfalt und Integration sind deshalb bei der Entwicklung altengerechter Quartiere ein wichtiger Aspekt. „Altengerechte Quartiersentwicklung ist ein Motor für gelingende Integration. Wir müssen die Vielfalt unserer Gesellschaft als Chance begreifen und in unserem vertrauten Wohnumfeld eine Kultur des Miteinanders etablieren, in der sich die Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Identität, ihrer Herkunft, Kultur oder Religion geborgen und zuhause fühlen“, erklärte Ministerin Barbara Steffens im Rahmen einer Fachtagung „Interkulturelle Vielfalt im altengerechten Quartier –(k)eine Erfolgsgeschichte?“ in Gelsenkirchen. „In den Kommunen müssen die Voraussetzungen für eine gelingende Integration durch Partizipation, Begegnung und Teilhabe geschaffen werden, ohne dass die Menschen vor Ort sich gegenseitig überfordern. Mit der Stärkung des Miteinanders von Generationen und Kulturen in den Quartieren, in den Nachbarschaften, geben wir auch jenen keine Chance, die mit Hassparolen unsere Demokratie schwächen und die Gesellschaft spalten wollen“, so Steffens weiter.
 
Ein Ergebnis der Veranstaltung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kommunen: Das interkulturelle Zusammenleben zwischen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte funktioniert in NRW bereits vielfach gut. Die Lebenswünsche älterer Migrantinnen und Migranten sind häufig gar nicht so viel anders als die von Menschen ohne Migrationsgeschichte: Auch sie möchten im Alter solange wie möglich selbstbestimmt und selbstständig leben können und wollen ihren Kindern möglichst nicht zur Last fallen. Auch das Erleben von Gemeinschaft und Aktivitäten der Teilhabe sind Bedürfnisse, die unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion erfüllt sein wollen.
 
Interkulturelle Quartiersarbeit kann Integration unterstützen. Durch eine zielgerichtete und kultursensible Kommunikation können sprachliche Barrieren, die häufig zu möglichen Missverständnisse zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund führen, abgebaut werden.
 
Mit finanzieller Unterstützung des Landes erarbeiten Akteurinnen und Akteure in verschiedenen Quartieren bereits an einer verbesserten Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte. Für einen Schub hat der gezielte Förderaufruf für Quartiersprojekte mit dem Schwerpunktthema „Migration“ gesorgt. Erste Beispiele für Quartiersprojekte mit Migrationsbezug:

  • Düsseldorf: Im Stadtzentrum sollen Vorurteile und Barrieren gegenüber andersartigen Kulturen durch gemeinsame Aktivitäten wie kultursensible Quartiersspaziergänge abgebaut werden.
  • Bielefeld: Im Quartier Kammerich werden niedrigschwellige Angebote für Menschen mit Migrationsgeschichte wie Stadtteilspaziergänge, Quartiers-Frühstück oder Workshops für türkischstämmige ältere Menschen ausgebaut.
  • Jülich: Im „Nordviertel“ werden kultursensible Begegnungsmöglichkeiten geschaffen, etwa durch ein gemeinschaftlich organisiertes interkulturelles Fest.
  • Merzenich: Hier werden Wohnbedarfe von Menschen mit Migrationsgeschichte ermittelt.
  • Burscheid: Hier soll die Integration von geflüchteten Menschen durch kultursensible Teilhabemöglichkeiten unterstützt werden.
  • Blomberg: Hier wird in einem ersten Schritt die Lebenssituation von Menschen mit Migrationsgeschichte vor Ort analysiert.

 
Hintergrund:
Masterplan altengerechte Quartiere.NRW

  • Der Masterplan definiert entscheidende Handlungsfelder (Gemeinschaft erleben, Sich versorgen, Wohnen, Sich einbringen) für die Quartiersentwicklung, an denen sich auch die Inhalte des neuen Qualifizierungsangebots orientieren.
  • Das „Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW“ bietet kommunalen Akteurinnen und Akteuren individuelle Beratung, Module zur Analyse und Umsetzung der Quartiersentwicklung und eine Datenbank mit Projektbeispielen ( www.aq-nrw.de ). Außerdem organisiert das Landesbüro Infoveranstaltungen, Exkursionen und Workshops für haupt- oder ehrenamtlich Tätige.

 
Landesförderplan Pflege und Alter

  • Schwerpunkt des Landesförderplans ist die Quartiersentwicklung (sechs der 14 Förderangebote haben Quartiersbezug).
  • Mittel für das Förderangebot 2 „Entwicklung altengerechter Quartiere“ durch Beschäftigung einer Quartiersentwicklerin bzw. eines Quartiersentwicklers wurden von 2,1 Millionen in 2016 auf 4,32 Millionen in 2017 mehr als verdoppelt.
  • 85 Prozent aller Kreise und kreisfreien Städte in NRW (45 von 53) arbeiten bereits mit Unterstützung des Landes an der Entwicklung altengerechter Quartiere. Derzeit werden 56 Projekte in 45 Kreisen und kreisfreien Städte gefördert, durch die Erhöhung der Mittel können bis zu zwei Quartiere pro Kreis, kreisfreier Stadt, der Städteregion Aachen sowie der Stadt Aachen gefördert werden.

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