Armutsbekämpfung durch Qualifizierung

13. Januar 2017

Minister Schmeltzer: Armutsbekämpfung durch Qualifizierung

Beispielhaftes Qualifizierungsprojekt in Dorsten – Landesförderung „Starke Quartiere – starke Menschen“ mit insgesamt 350 Millionen Euro

Nordrhein-Westfalen setzt auf vorbeugende Armutsbekämpfung in besonders benachteiligten Stadtteilen. Unter dem Titel „Starke Quartiere – starke Menschen“ hat die Landesregierung Landes- und EU-Mittel in Höhe von rund 350 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 gebündelt.

 
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Nordrhein-Westfalen setzt auf vorbeugende Armutsbekämpfung in besonders benachteiligten Stadtteilen. Unter dem Titel „Starke Quartiere – starke Menschen“ hat die Landesregierung Landes- und EU-Mittel in Höhe von rund 350 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 gebündelt. Einen der ersten Förderbescheide seines Hauses hat Arbeits- und Sozialminister Rainer Schmeltzer jetzt persönlich an ein beispielhaftes Qualifizierungsprojekt in Dorsten (Kreis Recklinghausen) übergeben. „Menschen, die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben, arbeiten hier gemeinsam am Nachbau einer Aak, eines Handelsschiffes, wie sie einst auf der Lippe fuhren“, sagte Schmeltzer.

„Langzeitarbeitslose, Jugendliche ohne Ausbildung und junge Flüchtlinge bekommen hier die Chance auf einen Einstieg in Ausbildung oder Erwerbsarbeit“, sagte der Minister. „Gleichzeitig profitiert die Stadt. Sie bekommt eine Attraktion, die sich zu einem Besuchermagneten entwickeln dürfte. Dies ist ein gutes Beispiel für unser Motto ‚Starke Quartiere – starke Menschen‘. Gezielte Armutsbekämpfung ist gleichzeitig gezielte Quartiersentwicklung.“

Für das Projekt „Eine Aak für Dorsten“ stehen in einer mit modernen Holzbearbeitungsmaschinen ausgestatteten Tischlerwerkstatt 15 Teilnehmendenplätze zur Verfügung. Durch die gemeinsame Arbeit an der Aak werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft qualifiziert und an den Arbeitsmarkt herangeführt. Die Aak soll nach Fertigstellung in den stadthistorischen Rundgang einbezogen werden. „Dadurch erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch, dass sie einen Beitrag zur Quartiersentwicklung leisten und profitieren von der öffentlichen Wertschätzung“, so Minister Schmeltzer.

Bei einer Laufzeit von 16 Monaten und einer individuellen Teilnahmedauer von bis zu sechs Monaten können insgesamt mindestens 45 Personen an dem Projekt „Eine Aak für Dorsten“ teilnehmen. Das Land fördert das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mit rund 180.000 Euro, weitere Mittel stellen das Jobcenter Kreis Recklinghausen, der Arbeitskreis Jugend e.V. und der Lippeverband zur Verfügung. Projektträger ist die Stadt Dorsten in Zusammenarbeit mit dem Bildungs-Centrum-Nies.

„Mit der Sozialpolitik von heute gestalten wir die Gesellschaft von morgen“, sagte Minister Schmeltzer. „Wir unterstützen Stadtquartiere mit besonderen Problemlagen bei der Prävention von Armut und sozialer Ausgrenzung und bei der Förderung von Teilhabe und Chancengerechtigkeit.“

Unter dem Titel „Starke Quartiere – starke Menschen“ hat die Landesregierung ressortübergreifend die drei europäischen Strukturfonds ESF (Europäischer Sozialfonds) EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und ELER (europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) sowie Förderprogramme des Landes gebündelt. Bis 2020 stehen rund 350 Millionen Euro zur Verfügung. Allein in der Zuständigkeit des Arbeits- und Sozialministers wurden bislang 35 Projektanträge eingereicht.

Beispiele für Projekte, die vom Arbeitsministerium im Rahmen von „Starke Quartiere – starke Menschen“ gefördert werden sollen

Köln: „Zugehende Hilfen zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre in allen Sozialräumen“

Für mindestens 40 junge Menschen mit psychischen Problemen wird in insgesamt elf Quartieren der Stadt Köln über das Projekt eine intensive und bedarfsorientierte Unterstützung zur Entwicklung einer Lebensperspektive installiert. Im Rahmen von aufsuchender Arbeit begleitet geschultes Fachpersonal die jungen Menschen bei einer Überleitung in das Regelsystem (psychiatrische und psychosoziale Hilfen) und parallel bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Köln.
Kontakt: Stadt Köln (Gesundheitsamt)

Unna: „QUALI-CAFE EINS Plus – Mut, Teilhabe und Qualifikation für alleinerziehende Mütter“

Über das Projekt wird im Stadtteil Königsborn Süd-Ost ein niedrigschwelliges Beratungs- und Qualifizierungsangebot für alleinerziehende Frauen mit Kindern unter drei Jahren geschaffen, die sich in schwierigen Lebenslagen (z.B. frühe Schwangerschaft, fehlende Unterhaltszahlungen und Beziehungsprobleme) befinden. Durch den Austausch in Gruppensitzungen und Einzelbetreuung sowie durch Qualifizierungsangebote mit organisierter Kinderbetreuung wird Isolation durchbrochen. Über das Projekt werden die Teilnehmerinnen sozial und emotional gestärkt und für den Arbeitsmarkt qualifiziert.
Kontakt: Kreisstadt Unna (Jugendamt)

Wuppertal: „Prio A“

Mit dem Projekt wird im Stadtteil Oberbarmen ein Angebot zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von arbeitsmarktfernen Personengruppen geschaffen. Dazu werden neue Formen der Ansprache der Zielgruppe erprobt (u.a. mobiler Beratungsstand). In einem ersten Schritt erfolgt ein Kurzcheck, ob die angesprochenen Personen Ansprüche auf Hilfeleistungen aus dem Regelsystem haben. Im Anschluss daran können den Menschen konkrete niedrigschwellige Angebote zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung gemacht werden.
Kontakt: Jobcenter Wuppertal

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