Bundesregierung muss nationale Strategie gegen Lebensmittelverschwendung vorlegen

Porträtfoto von Minister Johannes Remmel während einer Landespressekonferenz
21. Januar 2016

Minister Remmel: Bundesregierung muss nationale Strategie gegen Lebensmittelverschwendung vorlegen

Rund elf Millionen Tonnen noch verwertbarer Lebensmittel landen jedes Jahr allein in Deutschland auf dem Müll – Verlust für Verbraucherinnen und Verbraucher

Der Vorsitzende der Verbraucherschutzministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzminister Johannes Remmel, hat die Bundesregierung zum Handeln gegen die weiterhin hohe Lebensmittelverschwendung aufgefordert.

 
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Der Vorsitzende der Verbraucherschutzministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzminister Johannes Remmel, hat die Bundesregierung zum Handeln gegen die weiterhin hohe Lebensmittelverschwendung aufgefordert. „Mehr als elf Millionen Tonnen an essbaren Lebensmitteln werden in Deutschland jedes Jahr weggeworfen. Dies ist nicht nur aus moralischen Gründen zu beklagen in einem Land zwischen reich gedeckten Esstischen und den Tafeln für die Armen. Verbraucherinnen und Verbraucher haben gleichzeitig auch finanzielle Einbußen“, kritisierte Minister Johannes Remmel anlässlich der Sitzung des Runden Tisches „Neue Wertschätzung für Lebensmittel“ in NRW. „Der Bundeslandwirtschaftsminister darf nicht länger die Hände in Schoß legen. Wir brauchen endlich eine nationale Strategie, um diese immense Lebensmittelverschwendung einzudämmen und zusätzlich eine bundesweite Koordinierungsstelle“, forderte Remmel. Es sei eine ökonomische, ökologische und soziale Fehlentwicklung, wenn Lebensmittel anstatt auf dem Teller in der Tonne landen würden. „Wir müssen diese Wegwerfkultur von Lebensmitteln beenden. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der Produktion und Handel ebenso mitwirken müssen wie Verbraucherinnen und Verbraucher“, so der Minister.
 
Weltweit wird nach Berechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen rund ein Drittel der erzeugten Nahrungsmittel weggeworfen, das entspricht rund 1,3 Milliarden Tonnen im Jahr, in Europa sind es jährlich etwa rund 280 bis 300 Kilogramm pro Person. Zwischen 13 bis 20 Prozent der negativen Umweltauswirkungen des Lebensmittelkonsums in Deutschland lassen sich den Lebensmittelverlusten zurechnen.
 
Die NRW-Landesregierung hat bereits vor fünf Jahren einen Runden Tisch „Neue Wertschätzung für Lebensmittel“ ins Leben gerufen. Ziel des Runden Tisches ist es, Kooperationen anzustoßen, Vernetzung zu fördern aber auch Lösungskonzepte zu diskutieren, um so wichtige Impulse für die Praxis zu setzen. So haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Runden Tisches darauf verständig, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis weiter voran zu bringen. Beim Runden Tisch kommen jährlich Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft, des Einzelhandels, der Lebensmittelwirtschaft, der Verbraucher- und Wohlfahrtsverbände sowie aus der Wissenschaft zusammen, um gemeinsam gegen die Lebensmittelverschwendung vorzugehen. „Wir haben einige wegweisende Projekte auf den Weg gebracht, um möglichst alle Ebenen der Wertschöpfungskette zu erreichen. Darunter befindet sich ein Forschungs- und Praxisprojekt, das die Chancen für die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung in der Ernährungsindustrie identifiziert. Beteiligt sind unter anderem auch verschiedene Unternehmen der Ernährungswirtschaft“, sagte Minister Remmel. „Die Diskussionen in NRW haben aber auch gezeigt, dass wir eine nationale oder besser noch eine europäische Strategie gegen die Lebensmittelverschwendung brauchen. Deshalb muss jetzt endlich ein Umdenken in der Bundesregierung einsetzen“, forderte Minister Remmel.
 
Heute hat der sechste Runde Tisch getagt; im Mittelpunkt der Sitzung stand die Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung zwischen Wissenschaft und Praxis zur konstruktiven Zusammenarbeit. Die Akteurinnen und Akteure fordern zudem die Bundesregierung zur Erarbeitung einer nationalen Strategie zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten und Lebensmittelabfällen auf.
 
Auf Initiative des Runden Tisches wurden unter anderem die Studie „Verringerung von Lebensmittelabfällen - Identifikation von Ursachen und Handlungsoptionen in NRW“ der FH Münster und der Verbraucherzentrale NRW erstellt sowie ebenfalls durch die FH Münster eine Studie zum Thema „Brot und Backwaren“. Diese Studie hat das Ziel, die Verluste von Brot und Backwaren zu reduzieren und die Verbraucherinnen und Verbraucher für das Thema Lebensmittelabfälle zu sensibilisieren.
 
Die Universität Paderborn entwickelte gemeinsam mit der Verbraucherzentrale einen Online-Werkzeugkoffer für Lehrkräfte an Grundschulen und weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen. Der Werkzeugkoffer ist Teil der flankierenden Maßnahmen des EU-Schulobst- und -gemüseprogramms, mit dem in Nordrhein-Westfalen in über 1.000 Grund- und Förderschulen Obst oder Gemüse verteilt wird.
 
Der studentische Wettbewerb der Verbraucherzentrale NRW an der Ecosign Akademie für Gestaltung mit dem Titel „Verzehrte Welt“ brachte unterschiedliche Ideen hervor: Von einer Internetplattform zur Nachernte beim Bauern („Stoppeln“) über eine Imagekampagne für den „Doggybag“ für Restaurants („Zehnnachzwei“) bis hin zu humorvollen Videoclips und einem Kartenspiel für Kinder ab sieben Jahre („Duell der Sterneköche“) konnten Preise an junge Studentinnen und Studenten vergeben werden.

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