2. Grundbildungstag NRW

14. November 2016

Landesregierung und Sozialpartner engagieren sich für arbeitsplatzbezogene Grundbildung und Alphabetisierung im Betrieb

2. Grundbildungstag NRW

Das Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e.V. (BWNRW), Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. sowie das DGB-Bildungswerk NRW e.V. haben gemeinsam in Mülheim an der Ruhr den „2. Grundbildungstag NRW“ ausgerichtet.

 
Das Ministerium für Schule und Weiterbildung und das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, teilen mit:

Das Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e.V. (BWNRW), Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. sowie das DGB-Bildungswerk NRW e.V. haben gemeinsam in Mülheim an der Ruhr den „2. Grundbildungstag NRW“ ausgerichtet. Im Fokus der Veranstaltung, an der rund 200 Akteure aus der Weiterbildungslandschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite teilnahmen, stand in diesem Jahr unter dem Motto „Praktisch!“ die Praxis arbeitsplatzbezogener Grundbildung und Alphabetisierung im Betrieb. Ministerin Sylvia Löhrmann und Arbeitsminister Rainer Schmeltzer hoben mit den Sozialpartnern die hohe Bedeutung von Alphabetisierung und Grundbildung als wesentliche Voraussetzungen individueller Beschäftigungsfähigkeit hervor und stellten eine gemeinsame Erklärung zur Förderung der arbeitsplatzbezogenen Grundbildung vor.
 
Weiterbildungsministerin Sylvia Löhrmann erklärte: „Nur wer ausreichend lesen und schreiben kann, ist auch in der Lage, sich persönlich und beruflich weiterzubilden und gesellschaftlich teilzuhaben. Um die Alphabetisierung und Grundbildung zu stärken, baut die Landesregierung auf ein breites Bündnis. Wir nehmen durch die Allianz mit den Sozialpartnern eine Vorreiterrolle bei der Förderung der arbeitsplatzorientierten Grundbildung ein. Außerdem fördert die Landesregierung das landesweite Alphanetz NRW und hat die Weiterbildungsmittel, die auch für Maßnahmen der Grundbildung genutzt werden können, insgesamt verstärkt: Im aktualisierten Haushaltsentwurf 2017 sind für die Einrichtungen der gemeinwohlorientierten Weiterbildung zusätzlich weitere rund fünf Millionen Euro jährlich bis 2019 vorgesehen.“
 
Arbeitsminister Rainer Schmeltzer unterstrich: „Wir werden die Aufgabe nur als Verantwortungsgemeinschaft angehen können: als Allianz aus Arbeitgebern, Bildungseinrichtungen, Gewerkschaften und Politik. Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, fühlen sich häufig ausgeschlossen, denn in der modernen technik- und dienstleistungsorientierten Arbeitswelt sind diese Fähigkeiten das Fundament für gesellschaftliche Teilhabe und sichere Beschäftigung. Beschäftigte mit Grundbildungsbedarf brauchen daher besondere Unterstützung und Förderung. Gerade auch angesichts der zunehmenden Digitalisierung brauchen wir passgenaue Bildungsangebote, die arbeitsorientiert und berufsorientiert direkt in den Betriebsalltag integriert werden. Grundbildung ist so nicht zuletzt ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung.“
 
Dietmar Meder, Vorsitzender des Bildungswerks der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e.V., betonte, dass arbeitsplatzorientierte Grundbildung, wenn sie bedarfsorientiert umgesetzt wird, ein wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung in den Betrieben sein könne. „Wir werben bei den Arbeitgeberverbänden und Unternehmen dafür, das Thema auf die Agenda zu setzen und entwickeln bedarfsgerechte, arbeitsplatznahe Grundbildungsangebote.“
 
Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB-NRW, unterstrich: „Auch die Interessenvertretungen in den Betrieben und Dienststellen stehen in der Verantwortung, Betroffene im Konsens mit den Verantwortlichen im Betrieb anzusprechen und zu begleiten. Wir unterstützen sie dabei mit entsprechenden Angeboten.“
 
Mangelnde Grundbildung ist eine Herausforderung für Personalverantwortliche und Interessenvertretungen in Betrieben. Nicht zuletzt mit Blick auf den demografischen Wandel und die Sicherung des Fachkräftebedarfs gewinnt daher die Förderung der arbeitsplatzorientierten Grundbildung als ein Baustein für die betriebliche Weiterbildung an Bedeutung. Diesbezüglich hat der „2. Grundbildungstag NRW“ mit der Präsentation erfolgreicher Beispiele aus der betrieblichen Praxis neue Impulse gesetzt. Da sich Grundbildungsangebote auf betrieblicher Ebene nur im Konsens und durch Zusammenarbeit der Betriebsparteien realisieren lassen, haben die Sozialpartner und die Landesregierung auf dem Grundbildungstag eine gemeinsame Erklärung zur Förderung der arbeitsplatzbezogenen Grundbildung vorgestellt. Auf dieser Grundlage wollen sie ihre Aktivitäten im Rahmen einer Allianz für Grundbildung gemeinsam weiter entwickeln.
 
Nach Schätzungen gelten in Nordrhein-Westfalen rund 1,5 Millionen Menschen als funktionale Analphabeten, in ganz Deutschland etwa 7,5 Millionen. Mehr als vier Millionen davon sind erwerbstätig. Die Betroffenen haben oftmals Schwierigkeiten, in vollem Umfang am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zudem sind sie bei zunehmenden Anforderungen in der Arbeitswelt tendenziell stärker von Arbeitslosigkeit bedroht.
 
Mit dem „Grundbildungstag NRW“ hatte die Landesregierung vor zwei Jahren gemeinsam mit Sozialpartnern, Arbeitgebern, betrieblichen Interessenvertretungen sowie Institutionen aus der Weiterbildung eine gemeinschaftliche Plattform zur Förderung von Alphabetisierung und Grundbildung geschaffen. Der Grundbildungstag ist eine Plattform, um gemeinsam praxistaugliche Möglichkeiten für eine adressaten- und bedarfsgerechte arbeitsplatzbezogene Grundbildung zu diskutieren. Gefördert wird der Grundbildungstag vom Ministerium für Schule und Weiterbildung und dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).
 
Informationen rund um den Grundbildungstag und die gemeinsame Erklärung sind unter www.grundbildungstag.nrw verfügbar.
 

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