Erste Berechnungen: Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen wuchs 2018 um 0,9 Prozent

Minister Pinkwart: Der konjunkturelle Aufwärtstrend verlangsamt sich spürbar

29. März 2019
Verschiedene Statistiken und zusammengerollte Blätter liegen auf einem Tisch

Das Wirtschaftswachstum hat sich auch in Nordrhein-Westfalen abgeschwächt. Nach einer ersten Schätzung des „Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder“ ist die Wirtschaft des Landes 2018 um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen.

Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie
Reales BIP-Wachstum NRW und Deutschlang 2000 bis 2018
  • Eigene Darstellung MWIDE nach Daten der AK VGR der Länder

Das Wirtschaftswachstum hat sich auch in Nordrhein-Westfalen abgeschwächt. Nach einer ersten Schätzung des „Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder“ ist die Wirtschaft des Landes 2018 um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Im Jahr 2017 hatte die Wirtschaftskraft nach aktuellen Rechnungen um 1,5 Prozent zugelegt. Im Bund hat sich die konjunkturelle Entwicklung noch stärker eingetrübt (1,4 nach zuvor 2,2 Prozent).
 
Gründe für die Verlangsamung liegen vor allem im nachlassenden globalen Wachstum. Weltweite Handelskonflikte und der Brexit sorgen bei Unternehmen für Unsicherheiten und zurückhaltende Investitionen. Eine besondere Belastung für die Wirtschaft war 2018 das Niedrigwasser im Rhein. So war der Wachstumsrückstand im Handel und Verkehr in Vergleich zu anderen Branchen besonders hoch.
 
Ebenfalls deutlich nach unten korrigiert wurden die Wachstumszahlen für Nordrhein-Westfalen im Jahre 2016. Entgegen der ursprünglichen Prognose von 1,8 Prozent wurde im Jahr 2016 lediglich ein Wachstum von 0,9 Prozent (Bund 1,9 Prozent) erreicht. Der jährliche Wachstumsrückstand Nordrhein-Westfalens im Vergleich zum Bund erhöht sich damit im Zeitraum von 2010 bis 2017 von 0,63 auf 0,8 Prozentpunkte.  
 
Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Der wirtschaftliche Rückstand gegenüber anderen Ländern zwingt Nordrhein-Westfalen seine Bedingungen für mehr Wachstum nachhaltig zu verbessern. Neben zusätzlichen Investitionen in bessere Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung setzen wir auf schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Entwicklungspotenzial für Wohnen und Gewerbe, wie es der neue Landesentwicklungsplan vorsieht.“
 
Erfreulich entwickelt sich die Beschäftigung. Der Zuwachs um rund 156.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Jahr 2018 entspricht einem Plus um 2,3 Prozent – das ist etwas mehr als im Bund (2,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote hat mit 6,8 Prozent im Jahresdurchschnitt einen historischen Tiefstand erreicht, liegt damit allerdings auch weiterhin noch deutlich über dem westdeutschen Durchschnitt. 

Hintergrund:

Die jetzt veröffentlichte erste amtliche Schätzung des Wirtschaftswachstums ist noch mit Unsicherheiten verbunden. Im Mittel korrigieren die Statistiker in den Folgejahren ihre Ergebnisse auf Grund besserer Datenverfügbarkeiten um etwa 0,5 Prozentpunkte. Gemessen daran dürfte das endgültige Ergebnis für Nordrhein-Westfalen für 2018 zwischen 0,4 und 1,4 Prozent liegen. Größere Abweichungen bei den Revisionen sind ebenso möglich.

 

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