Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen
Gruppenbild mit Ministerpräsident Armin Laschet
12. April 2018

Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen rückt das Thema „Fachkräftesicherung“ stärker in den Fokus

Die Partner des Ausbildungskonsenses Nordrhein-Westfalen haben sich heute zum ersten Mal in der laufenden Legislaturperiode zum Spitzengespräch getroffen. Dabei verständigten sie sich darauf, die Frage der Fachkräftesicherung in Nordrhein-Westfalen stärker in den Fokus ihrer Arbeit zu rücken.

 
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Die Partner des Ausbildungskonsenses Nordrhein-Westfalen haben sich heute zum ersten Mal in der laufenden Legislaturperiode zum Spitzengespräch getroffen. Dabei verständigten sie sich darauf, die Frage der Fachkräftesicherung in Nordrhein-Westfalen stärker in den Fokus ihrer Arbeit zu rücken.
 
Zum Auftakt des Gesprächs begrüßte Ministerpräsident Armin Laschet die Sitzungsteilnehmenden im Landeshaus: „Der Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen hat für die Landesregierung eine hohe Bedeutung: Die Stärkung der beruflichen Bildung und die Fachkräftesicherung gehören zu den zentralen Vorhaben der Koalition. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen des Fachkräftemangels und der existentiellen Veränderungen ganzer Berufsbilder durch die Digitalisierung ist es nötig, dass die Partner des Ausbildungskonsenses ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen und zukünftig wieder regelmäßig tagen werden.“
 
Gegenwärtig erfordert die Suche nach Fachkräften viel Geduld von Unternehmen. So beträgt die durchschnittliche Vakanzzeit von ausgeschriebenen Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit in NRW bereits 101 Tage. Ein Blick in die Statistik zeigt darüber hinaus, dass ca. 500.000 Beschäftigte in NRW – davon die Hälfte Fachkräfte mit einer dualen Ausbildung – bis 2022 das Rentenalter erreichen. Der IHK-Fachkräftemonitor prognostiziert bis 2030 sogar einen Engpass von ca. 671.000 beruflich qualifizierten Personen in Nordrhein-Westfalen. Fachkräftesicherung ist damit sowohl zukunfts- als auch standortsichernd für Nordrhein-Westfalen.
 
„Die Partner haben sich darauf geeinigt, den Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen inhaltlich im Sinne der Fachkräftesicherung weiterzuentwickeln“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. „An den bisherigen Zielen und Vereinbarungen im Rahmen des Ausbildungskonsenses, die das Ziel haben, jungen Menschen die Chance auf eine Lehrstelle zu geben, halten wir allerdings ausdrücklich fest.“
 
Mit Blick auf die Fachkräfteentwicklung im Land steht für die Konsenspartner die Stärkung der Attraktivität von beruflicher Bildung an erster Stelle. Geplant ist, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in Zukunft transparenter darzustellen. Thomas Meyer, Präsident der Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen (IHK NRW): „Die Prognosen zeigen, dass in Zukunft vor allem Fachkräfte mit Aus- und Fortbildungsabschlüssen knapp werden. Wir möchten deshalb zusammen dafür sorgen, dass auch jede Abiturientin und jeder Abiturient die berufliche Bildung als gleichwertige Alternative zum Studium wahrnimmt.“
 
Bildungsministerin Yvonne Gebauer ergänzt: „Das Schulministerium wird sich hier mit weiteren attraktiven Bildungsangeboten einbringen, die zum Beispiel eine duale Ausbildung mit dem Erwerb des Abiturs verknüpfen. Aber auch bei der Sicherung des dringend erforderlichen Fachkräftenachwuchses im Bereich der Kindertagesstätten verstärken wir gezielt unsere Anstrengungen.“
 
Auch die Ansprache spezieller Zielgruppen bietet Chancen, den Fachkräftebedarf zu decken. So möchten die Partner des Ausbildungskonsenses gezielt auf Studienabbrecher oder Menschen mit Behinderung, aber auch auf berufliche Um- und Wiedereinsteiger zugehen.
 
Mit Sprachförderung, schulischer Bildung und beruflicher Qualifizierung ist zudem geplant, die Arbeitsmarktintegration von Personen mit Migrations- und Fluchthintergrund zu verbessern. Nicht zuletzt sollen Arbeitsfelder, die nicht über das duale Ausbildungssystem organisiert sind, aber einen drängendem Fach- und Führungskräftemangel aufweisen, etwa Gesundheits- und Sozialberufe, künftig ebenfalls im Fokus des Ausbildungskonsenses liegen.
 
Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW: „Nach wie vor gibt es auf dem Ausbildungsmarkt deutlich mehr Bewerberinnen und Bewerber als offene Stellen. Es ist daher richtig, dass das Land NRW mit einem neuen Ausbildungsprogramm zusätzlich auf öffentlich geförderte Angebote setzt. Dies darf allerdings nicht auf Kosten anderer Benachteiligter passieren.“
 
Dr. Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen zeigte sich mit dem Ergebnis des Konsensgesprächs zufrieden: „Im Ausbildungskonsens NRW haben wir die Themen Ausbildung und Berufsorientierung in den letzten Jahren gemeinsam deutlich vorangebracht. Es ist richtig, nun unseren Blick dabei noch stärker auf die Fachkräftesicherung zu richten, da Fachkräfteengpässe zu einer echten Wachstumsbremse zu werden drohen.“
 
Der Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen ist das Spitzengremium von Landesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kammern, der Bundesagentur für Arbeit und den kommunalen Spitzenverbänden, das wichtige Weichenstellungen im Bereich Berufsorientierung und Ausbildung legt. Seit über 20 Jahren setzt er sich dafür ein, dass junge Menschen in Nordrhein-Westfalen, die ausgebildet werden wollen, eine größere Chance auf einen Ausbildungsplatz erhalten.
 

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