Renaturierung von Gewässern

Porträtfoto von Minister Johannes Remmel
10. Juni 2015

80 Millionen Euro pro Jahr an Förderung für die Renaturierung von Gewässern – Minister Remmel weiht Umflut für den Fluss Emmer ein

Minister Remmel: Bäche und Flüsse sind die Lebensadern für unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt

Jedes Jahr stehen für die Renaturierung von Gewässer 80 Millionen Euro zur Verfügung. Es wurden rund 300 Projekte gefördert, um Gewässer ökologisch aufzuwerten, ihnen wieder mehr Raum zu geben und historische Begradigungen zurückzunehmen.

 
Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Jedes Jahr stehen für die Renaturierung von Gewässer 80 Millionen Euro zur Verfügung. Es wurden rund 300 Projekte gefördert, um Gewässer ökologisch aufzuwerten, ihnen wieder mehr Raum zu geben und historische Begradigungen zurückzunehmen.
 
„Bäche und Flüsse sind Erlebnisräume für uns Menschen und bedeutende Lebensadern für unseren reichhaltigen Schatz an heimischen Tier- und Pflanzenarten“, sagte Umweltminister Johannes Remmel während der dritten Station seiner diesjährigen Sommertour. „Doch das können sie nur sein, wenn sie auch über ein intaktes Öko-System verfügen. Bei vielen Gewässern in NRW ist das leider nicht der Fall. Wir wollen dies ändern und setzen die Förderung von Gewässer-Renaturierungen daher weiter fort.“
 
Bis spätestens 2027 sollen alle Seen und Flüsse in Nordrhein-Westfalen die ökologischen Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie erreichen. Das ist entweder ein „guter ökologischer Zustand“ oder - an erheblich veränderten Gewässern - ein „gutes ökologisches Potenzial“.
 
Ein gelungenes Projekt zur Renaturierung eines Gewässers besuchte Minister Remmel im Kreis Lippe im Rahmen der diesjährigen Sommertour zum Thema „Lebendige Gewässer“. Am Schieder-Stausee wurde für den Fluss Emmer eine Umflut eingerichtet. Die Umflut führt die Emmer zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder durch ein neu modelliertes Flussbett um den Stausee herum. Um den Höhenunterschied vor und hinter der Staumauer zu überwinden, wurden zwei Sohlgleiten eingezogen, die es auch Fischen ermöglicht den Fluss wieder hinaufzuwandern.
 
Nach drei Jahren Bauarbeiten und einer Investition von rund 13 Millionen Euro wurde die Umflut von Minister Remmel eingeweiht: „Die Emmer kann nun wieder frei fließen und sich dynamisch entwickeln. Dadurch werden neue Lebensräume geschaffen, in dem natürliche Prozesse im Gewässer wieder in Gang gesetzt werden“, freute sich Remmel.
 
Nach der letzten Bestandsaufnahme sind die Fließgewässer in NRW weiterhin zum Großteil nicht in einem ökologisch guten Zustand. Lediglich sechs Prozent der untersuchten 13.750 Gewässerkilometer in NRW verfügen über ein intaktes Ökosystem. 94 Prozent sind in einem mäßigen bis schlechten ökologischen Zustand. Maßgeblich hierfür sind vor allem die schlechten Gewässerstrukturen, die durch menschliche Eingriffe entstanden sind. Gerade im Zuge der Industrialisierung und der Flubereinigung wurden einstmals natürliche Gewässer begradigt und reguliert, Talsperren für Trinkwasserzwecke und Anlagen für Industrieabwässer gebaut. Diese Entwicklungen führten dazu, dass die über Jahrzehnte hinweg stark veränderten Gewässer ihre natürlichen Funktionen nicht mehr oder nur noch in erheblich reduziertem Umfang erfüllen können. Durch diese massiven Eingriffe können etwa 60 Prozent aller Gewässer in NRW den von der EU geforderten guten ökologischen Zustand gar nicht mehr erreichen. Auch verhindern diese Eingriffe vielerorts, dass gewässertypische Tiere und Pflanzen ihre angestammten Lebensräume durchgängig besiedeln können.
 
Bäche und Flüsse sind Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Doch dieses wilde NRW ist bedroht. Fast die Hälfte der heimischen Arten steht auf der Roten Liste. „Dieser Entwicklung will die Landesregierung entgegenwirken. Natürliche und naturnahe Bäche und Flüsse sind ein wichtiger Baustein in unserer Strategie zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt, zudem leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz in NRW“, betonte Remmel.

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„Lebendige Gewässer“ – Fotowettbewerb gestartet
Im Frühjahr haben die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege und das NRW-Umweltministerium ihren neuen Fotowettbewerb gestartet. Das Thema ist diesmal „Lebendige Gewässer“. Zugelassen sind digitale Fotografien, die Gewässer als Lebensräume von Tieren und Pflanzen abbilden. Bei der Motivwahl kann ein Gewässer als Landschaft im Vordergrund stehen, aber auch heimische Tiere und Pflanzen am oder im Lebensraum Wasser sind mögliche Motive. Einsendeschluss ist der 19. März 2016.
 
Mit diesem Wettbewerb nehmen das NRW-Umweltministerium und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung erneut ein wichtiges Naturschutz-Thema in den Fokus: Natürliche und naturnahe Seen, Bäche und Flüsse sind Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten und ein wichtiger Baustein zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt. Zudem leisten Bäche und Flüsse und ihre Auen einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz. Doch Lebensadern für unser Naturerbe können sie nur sein, wenn sie auch über ein intaktes Ökosystem verfügen.
 
Als ersten Preis loben die Veranstalter 600 Euro aus, als zweiten 400 Euro und als dritten 300 Euro. Die neun Viertplatzierten erhalten jeweils 150 Euro. Bis zum 19. März 2016 können Fotografinnen und Fotografen ihre Fotos entweder auf einem Speichermedium oder per Email einsenden. Noch einfacher geht es mit der Upload-Funktion über das Internet.
 
Über die Siegerfotos entscheidet wieder eine Online-Abstimmung im Internet, die nach dem Wettbewerbsende freigeschaltet wird. Die zwölf Bilder mit der meisten Zustimmung werden prämiert und in einem Fotokalender für das Jahr 2017 veröffentlicht. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden bei einer Veranstaltung im Haus der Stiftungen in Düsseldorf ausgezeichnet. Der jährliche Fotowettbewerb des NRW-Umweltministeriums wird bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege veranstaltet.
 
Weitere Informationen zum Fotowettbewerb: www.fotowettbewerb.nrw.de 

 
Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-719 (Wilhelm Deitermann).
 

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