„Herausragender Europäer“: Mario Draghi im Aachener Rathaus mit dem Karlspreis ausgezeichnet

Der ehemalige EZB-Präsident und italienische Ministerpräsident Mario Draghi hat den Internationalen Karlspreis zu Aachen 2026 erhalten. Vor zahlreichen prominenten Gästen im historischen Krönungssaal würdigte Ministerpräsident Hendrik Wüst den Preisträger als „überzeugten Weltbürger“, dessen Handeln die Stabilität des Kontinents maßgeblich geprägt hat.

14. Mai 2026
Mario Draghi steht auf der Bühne während das Publikum applaudiert

Im geschichtsträchtigen Ambiente des Aachener Krönungssaals, dort, wo einst Kaiser residierten, kommen heute die führenden Köpfe Europas zusammen, um ein Zeichen für Einigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu setzen. Unter den Augen zahlreicher internationaler Staatsgäste und Wegbegleiter nahm Mario Draghi die begehrte Karlspreis-Medaille entgegen. Seine Botschaft war klar: Nur ein geeintes und wirtschaftlich starkes Europa kann seine Werte in einer sich wandelnden Welt behaupten. Es war ein Moment, der die historische Bedeutung Aachens als Wiege Europas mit den drängenden Zukunftsfragen unserer Zeit verband.

Ministerpräsident Hendrik Wüst, der persönlich an der feierlichen Verleihung teilnahm, unterstrich in Aachen die Relevanz des Preisträgers für Nordrhein-Westfalen. Draghis Vision einer industriellen Transformation und sein Fokus auf Innovationen spiegeln den Modernisierungskurs der Landesregierung wider. Dass so viele prominente Vertreter aus Politik und Gesellschaft den Weg nach Aachen gefunden haben, zeigt laut Wüst eindrucksvoll: Der „Geist von Aachen“ und der Wille zum europäischen Zusammenhalt sind heute lebendiger denn je.

Mit Mario Draghi ehrt das Karlspreisdirektorium eine Persönlichkeit, die Verantwortung und Gestaltungsanspruch vereint. Der Preis wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Draghi folgt damit auf die letztjährige Preisträgerin, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die feierliche Verleihung findet traditionell an Christi Himmelfahrt im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Er wurde 1949 auf Initiative des Aachener Kaufmanns Dr. Kurt Pfeiffer gestiftet und gilt als der erste große politische Preis der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit der Benennung nach Karl dem Großen, dem „Vater Europas“, schlagen die Stifter eine Brücke zwischen der historischen Bedeutung Aachens als Kaiserpfalz und der Zukunft eines vereinten, friedlichen Kontinents. Die Auszeichnung wird jährlich an Personen oder Institutionen verliehen, die sich in besonderer Weise um den Frieden und die europäische Verständigung verdient gemacht haben.