Spatenstich GOVSATCOM-Hub Köln: Nordrhein-Westfalen stärkt sichere Satellitenkommunikation für Europa

Ministerpräsident Wüst und Ministerin Neubaur: Köln wird zentraler europäischer Knoten für resiliente Kommunikation in Krisenlagen

16. Juni 2026
Spatenstich GOVSATCOM-Hub Köln: Nordrhein-Westfalen stärkt sichere Satellitenkommunikation für Europa

Am Dienstag, 16. Juni 2026, ist der Startschuss für den Aufbau des GOVSATCOM-Hubs am DLR-Standort Köln gefallen. In Nordrhein-Westfalen entsteht ein zentraler europäischer Knotenpunkt für sichere Satellitenkommunikation – ausgelegt für den Einsatz in Krisensituationen, in denen terrestrische Kommunikationsnetze ausfallen oder gestört sind.

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Am Dienstag, 16. Juni 2026, ist der Startschuss für den Aufbau des GOVSATCOM-Hubs am DLR-Standort Köln gefallen. In Nordrhein-Westfalen entsteht ein zentraler europäischer Knotenpunkt für sichere Satellitenkommunikation – ausgelegt für den Einsatz in Krisensituationen, in denen terrestrische Kommunikationsnetze ausfallen oder gestört sind. Land und Bund finanzieren den Hub zusammen, Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit einem Investitionsvolumen von bis zu 50 Millionen Euro. Der Hub ist ein zentrales Element der europäischen Bemühungen, eine souveräne, resiliente Kommunikationsinfrastruktur aufzubauen, die unabhängig von externen Anbietern funktioniert. Perspektivisch soll der Standort um Quantenkommunikationstechnologien erweitert werden.

Nordrhein-Westfalen positioniert sich damit als führender europäischer Raumfahrtstandort mit einer nahezu vollständigen Wertschöpfungskette – und leistet einen konkreten Beitrag zur technologischen Souveränität Europas in einem der sensibelsten Zukunftsfelder.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Der GOVSATCOM-Hub in Köln ist ein wichtiger Baustein europäischer Handlungsfähigkeit in Krisensituationen. Er stärkt die sichere Satellitenkommunikation in Europa und trägt dazu bei, dass Staaten, Behörden und Einsatzkräfte auch in Krisensituationen verlässlich und souverän kommunizieren können. Das ist besonders in der aktuellen Zeit mit dem Krieg in der Ukraine, hybriden Bedrohungen und Angriffen auf kritische Infrastruktur entscheidend. Nordrhein-Westfalen leistet damit einen konkreten Beitrag zu mehr Sicherheit, Resilienz und technologischer Souveränität in Europa."

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Der GOVSATCOM-Hub in Köln ist beides: ein Sicherheitsgewinn für Europa und ein Standortsignal für Nordrhein-Westfalen. Souveränität im digitalen Zeitalter braucht Infrastruktur, die auch dann funktioniert, wenn terrestrische Netze versagen – bei Naturkatastrophen, Cyberangriffen oder geopolitischen Krisen. Nordrhein-Westfalen ist heute schon ein führender Raumfahrtstandort. Mit diesem Hub übernehmen wir Verantwortung für die Resilienz ganz Europas."

Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär: „Der GOVSATCOM-Hub steht für technologische Exzellenz, europäische Zusammenarbeit und die Fähigkeit, unsere Sicherheit und Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter nachhaltig zu stärken. Deutschland und Europa rüsten sich mit einem souveränen Zugang zu Satellitenkommunikation, um auch in Krisen- und Ausnahmesituationen handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig stärkt das Projekt den Raumfahrtstandort Deutschland, fördert Innovationen und schafft zukunftssichere Arbeitsplätze.“

„In Zeiten von Krisen und Wandel muss sich Europa auf Kommunikationssysteme verlassen können, die auch bei gestörten terrestrischen Netzen funktionsfähig bleiben. GOVSATCOM ist weit mehr als ein technisches Programm – es ist eine strategische Investition in die Resilienz und die Zukunft Europas“, sagt die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla. „Dass einer von zwei zentralen EU-Knotenpunkten hier beim DLR entsteht, unterstreicht unsere Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer souveränen und krisenfesten europäischen Weltraum-Infrastruktur. Der DLR-Standort Köln hat sich gemeinsam mit der ESA, der Wissenschaft und der Industrie zu einem wichtigen Zentrum für die Luft- und Raumfahrt entwickelt. Diese Investition wird die Entwicklung des Space Hub Cologne weiter deutlich vorantreiben und neue Möglichkeiten für technologischen Fortschritt, Zusammenarbeit und nachhaltiges Wachstum am Standort schaffen.“

Sichere Kommunikation für den Krisenfall

Der GOVSATCOM-Hub stellt eine satellitengestützte Kommunikationsinfrastruktur bereit, über die staatliche Stellen und Einsatzkräfte auch dann verlässlich miteinander verbunden bleiben, wenn klassische Netze versagen. Drei Szenarien verdeutlichen, warum diese Infrastruktur unverzichtbar ist:

Naturkatastrophen: Bei großflächigen Hochwassern oder anderen Extremereignissen können Stromversorgung und Mobilfunknetze flächendeckend ausfallen. Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz verlieren dann die Fähigkeit zur zuverlässigen Lagekoordination – der GOVSATCOM-Hub sichert in solchen Situationen die Kommunikationsfähigkeit staatlicher Stellen.

Cyberangriffe: Wenn zentrale digitale Infrastrukturen gezielt angegriffen werden, droht eine eingeschränkte Krisenreaktionsfähigkeit von Behörden und Betreibern kritischer Infrastruktur. GOVSATCOM dient als abgesicherter, von terrestrischen Netzen unabhängiger Kommunikationskanal.

Sicherheitspolitische Krisenlagen: In geopolitischen Spannungssituationen sind Staaten auf schnelle, abgestimmte Kommunikation zwischen Regierungen, Sicherheitsbehörden und – wo erforderlich – militärischen Strukturen angewiesen. Abhängigkeiten von externen Kommunikationsinfrastrukturen können dabei zur Verwundbarkeit werden. Der Hub bündelt europäische Kommunikationskapazitäten und stärkt die eigenständige Handlungsfähigkeit.

Nordrhein-Westfalen als Raumfahrtstandort mit europäischem Gewicht

Der GOVSATCOM-Hub am DLR-Standort Köln ergänzt eine bereits heute herausragende Raumfahrtinfrastruktur des Landes. Mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Europäischen Astronautenzentrum (EAC) der ESA in Köln-Wahn, der LUNA-Mondsimulationsanlage sowie dem Forschungszentrum ENVIHAB verfügt Nordrhein-Westfalen über eine europaweit einzigartige Infrastrukturbasis.

Parallel stärkt die geplante Erweiterung des ESA-Standorts Köln um ein Direktorat für astronautische und robotische Exploration die internationale Bedeutung des Standorts weiter. Programme wie das ESA BIC NRW, das Cluster Aerospace.NRW und die SpaceTech.NRW-Reihe sichern die Verzahnung von Forschung, Industrie und Start-up-Ökosystem.

Nordrhein-Westfalen versteht Raumfahrt als zentrale Querschnittstechnologie und nutzt gezielt Synergiepotenziale mit Quantentechnologien, Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, Luftfahrt sowie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Ziel ist es, das Land als international sichtbaren Innovationsstandort weiter zu stärken und Arbeitsplätze, Wachstum und technologische Spitzenleistungen auszubauen.

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