Vorsicht bei hoher Hitze: Die Tierschutzbeauftragte gibt Tipps für Tierhalterinnen und Tierhalter
Egal ob Hund, Katze, Pferd, Schaf, Ziege oder Kaninchen – alle Tiere brauchen bei hoher Hitze besondere Fürsorge.
Die aktuelle Hitzewelle in Nordrhein-Westfalen treibt die Thermometer an die 40-Grad-Marke und dies belastet sowohl Mensch als auch Tier: Egal ob Hund, Katze, Pferd, Schaf, Ziege oder Kaninchen – alle Tiere brauchen bei hoher Hitze besondere Fürsorge. Insbesondere Jungtiere sowie alte Tiere sind gefährdet und benötigen eine intensive Zuwendung. Auch die jeweilige Rasse spielt eine große Rolle bei der Hitzeanfälligkeit.
Die Tierschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen Dr. Gerlinde von Dehn appelliert an alle Tierhalterinnen und Tierhalter zu besonderer Aufmerksamkeit und erklärt wichtige Schutzmaßnahmen für die Tiere:
Hunde und Katzen: Pfoten schützen und das Auto meiden
- Wasser und Schatten: Bieten Sie mehrere Wasserstellen mit frischem Wasser und schattige Ruheplätze im Innen- und Außenbereich an. Die Tiere sollten möglichst im kühlen Hausinneren bleiben.
- Spaziergänge anpassen: Gassirunden möglichst nur früh morgens oder nach Einbruch der Dämmerung planen, da sich Asphalt bei starker Sonnenstrahlung sehr aufheizen kann.
- Auto als Hitze-Falle: Niemals Tiere im abgestellten Auto lassen – bereits bei 20 Grad Außentemperatur droht akute Lebensgefahr.
- Fellpflege: Hunde mit dickem Fell vorsichtig und nach Rücksprache mit dem Tierarzt scheren lassen.
Pferde: Schatten und Elektrolyte
- Trinkmenge erhöhen: Ein ständiger Zugang zu frischem Wasser (30–50 Liter pro Tag und Tier) ist Pflicht.
- Weide und Training: Koppeln benötigen natürlichen Schatten oder einen Unterstand. Intensives Training muss in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden.
- Abkühlung und Insektenschutz: Nach dem Reiten das Pferd langsam mit kühlem (nicht Eiswasser) Wasser abwaschen. Fliegenmasken und -decken reduzieren den Stress durch Insekten. Zudem sollten Elektrolyte über Salzlecksteine angeboten werden.
Kaninchen, Kleintiere und Geflügel: Extreme Anfälligkeit im Sommer
- Kleintiere: Gehege komplett beschatten, gefrorene Wasserflaschen zum Abkühlen hineinlegen und wasserreiches Frischfutter (Gurke, Fenchel) anbieten. Käfige niemals auf die Fensterbank stellen.
- Geflügel: Schattige Bereiche im Freigehege anlegen, Trinkwasser mehrfach täglich wechseln und Enten sowie Gänsen eine Wasserschüssel zum Planschen bereitstellen. Auf offene Schnäbel und Hecheln achten.
Gartenteiche und Aquarien: Sauerstoffmangel droht
- Teiche: Luftpumpen oder Brunnen einsetzen, um genügend Sauerstoff zu produzieren. Pflanzen oder Schattennetze schützen vor Überhitzung.
- Aquarien: Vor direkter Sonne schützen und bei Bedarf Lüfter oder Kühlaggregate zuschalten.
Sofort handeln: So erkennen Sie einen Hitzschlag im Ernstfall
Schnelle Atmung, Taumeln, übermäßiges Hecheln, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit sind Alarmzeichen.
Sofortmaßnahmen:
- Das Tier sofort in den Schatten oder an einen kühlen Ort bringen.
- Mit lauwarmem Wasser kühlen – Achtung: Eiswasser kann zu einem lebensgefährlichen Schock führen.
- Den Tierarzt oder den tierärztlichen Notdienst sofort kontaktieren.
- Das Tier beruhigen und keine Sekunde allein lassen.
Haben Sie Fragen an die Tierschutzbeauftragte?
Bei Fragen oder Anregungen zum Tierschutz in Nordrhein-Westfalen können Sie sich gerne jederzeit an die Tierschutzbeauftragte wenden: https://www.mlv.nrw.de/themen/landestierschutzbeauftragte/
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