Geländegängig und effizient gegen Waldbrände: Ministerin Gorißen stellt weiteren Fire Fighter in der Eifel vor

17. Juli 2026
Silke Gorißen

Der neue Fire Fighter kann in den Wäldern der Eifel sogar Flammen in bis zu 50 Meter Entfernung löschen.

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Entfacht sich ein Waldbrand, kommt es auf jede Hilfe an. Damit auch im unwegsamen Gelände, an Steilhängen oder im dichten Baumbestand Waldbrände wirksam bekämpft werden können, ist im Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde ab sofort ein zweiter Fire Fighter im Land stationiert und einsatzbereit. Diese neue Brandbekämpfungseinheit mit dem 10.000-Liter-Tank stellte Ministerin Silke Gorißen am Freitag, 17. Juli 2026, gemeinsam mit Forstbediensteten des Forstamtes Rureifel-Jülicher Börde und den örtlichen Feuerwehren vor. Der neue Fire Fighter kann in den Wäldern der Eifel sogar Flammen in bis zu 50 Meter Entfernung löschen.

Ministerin Silke Gorißen: „Das Risiko für Wald- und Vegetationsbrände ist in den vergangenen Jahren auch in Nordrhein-Westfalen angestiegen. Daher sind eine starke Waldbrandvorbeugung und Waldbrandbekämpfung wichtig, um die Sicherheit von Menschen und Natur zu garantieren. Ich freue mich sehr, dass wir ein weiteres Forstfahrzeug mit 10.000-Liter-Tank und Wasserwerfer für den Einsatz bei Waldbränden vorstellen können. Zugleich sorgt eine reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall zwischen Forstfachleuten und Feuerwehren für den Schutz der Wälder.“

Weiterer Fire Fighter in der Eifel einsatzbereit

Mit dem Fire Fighter unterstützt das Forstpersonal des Regionalforstamtes künftig die örtlichen Feuerwehren bei Löscharbeiten im Wald. Ein anderer Fire Fighter ist in Nordrhein-Westfalen bereits im Arnsberger Wald stationiert. Seit rund drei Jahren ist er im Einsatz, sodass dort bereits Erfahrungen gesammelt werden konnten. Mit dem weiteren Fire Fighter in der Eifel sind die beiden größten, zusammenhängenden Waldgebiete Nordrhein-Westfalens im Waldbrandfall schneller mit dem Spezialfahrzeug zu erreichen. Die Fire Fighter können in ganz Nordrhein-Westfalen seitens der Feuerwehren ­angefordert werden. Perspektivisch ist auch der grenzüberschreitende Einsatz des Fire Fighters im Aachener „Dreiländereck“ vorgesehen. 

Fire Fighter: Geländegängige Löscheinheit

Der 10.000 Liter-Wassertank zur Unterstützung der Feuerwehren gegen Waldbrände ist auf einem sogenannten „Forwarder“, einem Tragschlepper für Holz, befestigt. Es dauert nur sieben Minuten, bis der Tank befüllt ist. Der Wasserwerfer kann – via Fernbedienung – aus bis zu 100 Metern Entfernung gesteuert werden und spritzt bis zu 900 Liter Wasser pro Minute – bis zu 50 Meter weit. Dabei ist er mit einem möglichen Wendekreis von 360 Grad sehr flexibel. Das Forstfahrzeug hat auch keine Schwierigkeiten, abseits der Waldwege zu fahren. 

Thomas Kämmerling, Leiter Wald und Holz NRW: „Unsere Wälder stehen durch längere Trockenphasen und häufiger auftretende Extremwetter unter Stress, das erhöht auch in Nordrhein-Westfalen das Risiko für Waldbrände. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht nur vorbeugen, sondern im Ernstfall auch schnell und effektiv handeln können. Deshalb setzen wir neben einer konsequenten Waldbrandprävention gezielt auf leistungsfähige Technik und eine enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehren. Der Fire Fighter ist ein wichtiger Baustein, um Brände auch in schwierigem Gelände schnell und wirksam bekämpfen zu können.“

Land stärkt Waldbrandprävention stetig

Um die Wälder in Nordrhein-Westfalen in Zukunft besser gegen Waldbrände zu schützen, gibt es ein Waldbrandschutzkonzept der Landesregierung – ein Werkzeugkasten mit Elementen, die im Kampf gegen Waldbrände benötigt werden. Seit Vorstellung des Konzepts im Jahr 2022 hat sich zum Beispiel die Zusammenarbeit der Forstämter und Feuerwehren durch stetige gemeinsame praktische Übungen stark verbessert. Zudem hat die Landesforstverwaltung die Ausbildung der Feuerwehren im Bereich Vegetationsbrandbekämpfung gestärkt. Seit Beginn der Waldbrandsaison 2024 ist zudem das „Fire Watch“-Waldbrand-Früherkennungssystem in der Region Niederrhein aktiv. Ein Pilotprojekt zur halbautomatischen Waldbrandüberwachung mit Kamerasystemen. Eine Erweiterung des Fire Watch-Systems bis hin zu einer internationalen Zusammenarbeit ist in konkreter Planung. Des Weiteren hat die Landesforstverwaltung flächendeckend Schilder im Wald in Nordrhein-Westfalen aufgestellt, um Besucherinnen und Besucher des Waldes über Waldbrandgefahren zu informieren.

Über das Internetportal www.waldinfo.nrw werden verschiedene digitale Karten zur Unterstützung von Waldbrandvorsorge und -abwehr, zu vorhandenen Waldwegen, die auch für Feuerwehrfahrzeuge befahrbar sind, und verfügbaren Löschwasserstellen angeboten. Diese Karten stehen auch den Feuerwehren zur einfachen Nutzung für Einsatzplanungen zur Verfügung.

Besonders wichtig: Das Land arbeitet gemeinsam mit den Waldbesitzerinnen und -besitzern am Umbau des Waldes – hin zu einem klimastabilen Mischwald mit einem großen Laubbaumanteil. Laubbäume brennen nicht so schnell wie Nadelbäume.

Waldbrandgefahr

Ob es zu einem Waldbrand kommt, hängt maßgeblich von Witterungseinflüssen wie Hitze, Trockenheit und intensiver Sonneneinstrahlung ab. Entscheidend ist allerdings meist das Verhalten des Menschen: Die meisten Waldbrände werden durch Unachtsamkeit verursacht. Weggeworfene Zigarettenkippen, Grill- oder Lagerfeuer oder unerlaubt abgestellte Fahrzeuge auf trockener Vegetation können Brände auslösen. Gerade im Frühjahr und Sommer herrscht in Nordrhein-Westfalen regelmäßig eine erhöhte Waldbrandgefahr. 

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