RWI – Leibniz-Institut legt NRW-Konjunkturbericht „NRW-Wirtschaft 2026: Erholung nach verhaltenem Start“ vor
Ministerin Neubaur: Die Richtung stimmt: Das Wachstum zieht an – öffentliche Investitionen geben privaten Investitionen Rückenwind
Die Erholung in Nordrhein-Westfalen verstetigt sich. Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung prognostiziert für die nordrhein-westfälische Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 0,6 Prozent. Deutschland insgesamt dürfte um 1,3 Prozent wachsen.
Die Erholung in Nordrhein-Westfalen verstetigt sich. Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung prognostiziert für die nordrhein-westfälische Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 0,6 Prozent. Deutschland insgesamt dürfte um 1,3 Prozent wachsen. Vor allem der kräftige Anstieg der Energiepreise durch den Iran-Konflikt hat die traditionell energieintensive Industrie in Nordrhein-Westfalen hart getroffen. Zudem trifft das Niedrigwasser die heimische Wirtschaft. Trotz der anhaltenden Belastungen wird sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten weiter beleben. Auch die Rekord-Beschäftigung kann in diesem Jahr trotz des demographischen Wandels gehalten werden, in Deutschland war sie hingegen leicht rückläufig. Nach den Krisen der letzten Jahre wächst Nordrhein-Westfalen 2026 somit das zweite Jahr in Folge – 2025 auch stärker als der Bund.
Für das kommende Jahr 2027 sieht das RWI sogar ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum. Nordrhein-Westfalen soll demnach um 0,9 Prozent wachsen (Deutschland 1,1 Prozent). Die konjunkturelle Erholung bringt dann außerdem 17.000 zusätzliche Beschäftigte, während Deutschland einen Beschäftigungsrückgang um 58.000 Personen erlebt.
Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Wirtschaft wächst wieder – langsamer, als wir es uns wünschen. Jetzt muss der Aufschwung auf eigenen Beinen stehen. Dafür müssen die Unternehmen wieder mehr investieren. 614 Ansiedlungen seit Beginn der Legislatur zeigen, dass sie diesem Standort etwas zutrauen. Unsere Aufgabe ist es, die Bedingungen weiter zu verbessern. Beim Bürokratieabbau drehen wir die Beweislast um: Künftig muss begründen, wer Bürokratie behalten will. Mit dem NRW-Plan investieren wir mehr als 30 Milliarden, vor allem in unsere Kommunen. WirtschaftsflächenPLUS hilft Städten und Gemeinden neue Gewerbeflächen zu erschließen. Und wir machen uns unabhängiger von fossilen Importen. Jede Kilowattstunde aus Wind und Sonne schützt unsere Betriebe vor dem nächsten Preisschock. Vom Bund erwarte ich jetzt, dass er die angekündigten Reformen umsetzt.“
Ralf Stoffels, Präsident IHK NRW: „Zum Herbst 2026 stabilisiert sich die NRW-Konjunktur. Glücklicherweise ist der Einbruch, der noch im Frühsommer befürchtet werden musste, ausgeblieben. Erstmals zeigen sich auch in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft wieder Lichtblicke. Insgesamt ist die NRW-Wirtschaft noch nicht über den Berg. Gerade in den binnenmarktorientierten Branchen und in der energieintensiven Industrie gibt es viel Schatten. Daher müssen wir nun alles daransetzen, dass aus den Lichtblicken eine echte Dynamik erwächst und Nordrhein-Westfalen Anschluss an die Wachstumsentwicklung findet.“
Prof. Dr. Torsten Schmidt, Konjunkturexperte des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung: „In Nordrhein-Westfalen ist die wirtschaftliche Belebung im ersten Halbjahr 2026 weniger stark ausgefallen als in Deutschland insgesamt. Das Verarbeitende Gewerbe hat hierzulande etwas weniger stark von den steigenden Exporten profitiert als im übrigen Bundesgebiet. Vor allem haben aber der Handel und die konsumnahen Dienstleistungen die Zurückhaltung der Konsumenten aufgrund der starken Teuerung stärker zu spüren bekommen. Für die zweite Jahreshälfte ist mit einer deutlicheren Ausweitung der Produktion zu rechnen.“
Das RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlicht im Auftrag des Wirtschafts- und Klimaministeriums jährlich drei Konjunkturberichte. Der aktuelle Bericht liefert eine aktualisierte Jahresprognose für die nordrhein-westfälische Wirtschaft für 2026 und eine Prognose für 2027. Die IHK NRW stellt dazu die aktuellen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfragen für Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.
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