Revier-Konferenz „Perspektiven 2026“: Positive Zwischenbilanz zur Strukturpolitik im Rheinischen Revier

Bürgerrat übergibt Handlungsempfehlungen an Landesregierung

24. September 2026
Rheinisches Revier

Der Strukturwandel im Rheinischen Revier nimmt sichtbar Fahrt auf: Mehr als 950 Projekte sind bereits bewilligt, rund 3,4 Milliarden Euro Strukturförderung von EU, Bund und Land fließen in die Region.

Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie

Der Strukturwandel im Rheinischen Revier nimmt sichtbar Fahrt auf: Mehr als 950 Projekte sind bereits bewilligt, rund 3,4 Milliarden Euro Strukturförderung von EU, Bund und Land fließen in die Region. Der Strukturwandel ist längst konkret. Er findet nicht erst in zehn oder zwanzig Jahren statt, sondern verändert das Rheinische Revier bereits heute positiv. Das ist die Zwischenbilanz der Revier-Konferenz „Perspektiven 2026“ der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Gleichzeitig hat der Bürgerrat Rheinisches Revier seine Arbeit abgeschlossen. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur nahm auf der Veranstaltung die Handlungsempfehlungen entgegen. Sie werden nun ausgewertet.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Beim Strukturwandel wird viel über das gesprochen, was noch vor uns steht. Das ist wichtig, denn wir haben noch viel vor. Aber genauso wichtig ist der Blick auf das, was bereits geschafft ist: Mehr als 950 bewilligte Projekte und rund 3,4 Milliarden Euro Förderung von EU, Bund und Land sind kein Zukunftsversprechen, sondern konkrete Investitionen in die Zukunft des Rheinischen Reviers. Und die Auswirkungen sehen wir – auf ehemaligen Tagebau- und Industrieflächen entstehen neue Fabriken, Labore und Arbeitsplätze. Unternehmen investieren, Forschung und Innovation wachsen und die Region entwickelt neue Perspektiven für ihre Menschen. Der Strukturwandel ist längst in der Realität angekommen.“

Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei Nathanael Liminski: „Die Menschen im Rheinischen Revier übernehmen Verantwortung für die Zukunft ihrer Heimat und gestalten den Wandel aktiv. Jedes Projekt, das in die Umsetzung geht, ist ein wichtiger Baustein, um das politische Versprechen von Bund und Land einzulösen und konkrete Perspektiven für die Region zu schaffen. Der Weg des Rheinischen Reviers zeigt, dass unser Land auch große und langfristige Herausforderungen annehmen und erfolgreich bewältigen kann. Mit den Beschlüssen zum Kohleausstieg und der zugesagten Finanzhilfe haben Bund und Länder 2020 den Rahmen geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, diese Chance auch zu nutzen. Der heutige Tag zeigt: Das gelingt immer öfter und immer besser.“

Erfolgreicher Strukturwandel im Revier

Rund 3,4 Milliarden Euro Strukturförderung von EU, Land und Bund sind inzwischen für 979 bewilligte Projekte gebunden. Aus Fördermitteln werden so Investitionen vor Ort:

  • Neue Industrie statt Brachflächen: Auf ehemaligen Tagebau- und Industrieflächen entstehen neue Produktionsstandorte, Fabrikhallen und Gewerbegebiete. Aus Flächen des Strukturwandels werden Standorte für die Industrie von morgen. Dazu zählen beispielsweise die Modellfabrik Papier in Düren und die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach, mit denen industrielle Wertschöpfung weiterentwickelt wird. 
  • Forschung wird zu Wertschöpfung: Neue Forschungs- und Innovationszentren bringen Wissenschaft und Unternehmen zusammen und schaffen die Grundlage für neue Technologien und Geschäftsmodelle. So wird mit dem Reallabor Geothermie Rheinland das Potenzial der Tiefengeothermie erforscht. Auch das DLR Future Fuels Institut entwickelt Technologien im Bereich der synthetischen Kraftstoffe und spielt eine Schlüsselrolle im Strukturwandel der Energieregion.
  • Neue Mobilität von morgen: Projekte für moderne und klimafreundliche Mobilität verbessern die Erreichbarkeit der Region und verbinden neue Wirtschaftsstandorte mit den Menschen, die dort leben und arbeiten. Mit dem „Center for Vertical Mobility“ entsteht in Aldenhoven ein echter Innovationshotspot für Luftfahrttechnologien der nächsten Generation. 
  • Lebensqualität im Blick: Strukturwandel bedeutet mehr als neue Arbeitsplätze. Investitionen in Städte, Dörfer, Grün- und Freiräume sowie soziale und kulturelle Angebote stärken das Rheinische Revier als attraktiven Lebensraum. Das Projekt Freizeitzentrum Indemann ist ein zentraler Bestandteil der freizeittouristischen Entwicklung im Umfeld des entstehenden Indesees am ehemaligen Tagebau.
  • Neue Arbeitsplätze und Perspektiven: Die Investitionen stärken Unternehmen und schaffen neue Beschäftigungs- und Ausbildungsperspektiven. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt, dass die Region trotz wirtschaftlichen Drucks nicht stehen bleibt und neue Chancen entstehen. Mit der Zukunftswerkstatt Berufsbildungszentrum Euskirchen (BZE) entsteht ein innovatives Bildungszentrum für die ergänzende Aus- und Weiterbildung im produzierenden Gewerbe, insbesondere im Handwerk. 
  • Attraktiv für Investitionen: Schon jetzt ist es gelungen, private Investitionen von mehr als 3 Milliarden Euro zu mobilisieren. Dazu zählen die Investitionsvorhaben von Microsoft im Rhein-Erft-Kreis, der SMS-Group in Mönchengladbach, von Quanta Computer in Jülich, Cylib in Dormagen, Fiege in Zülpich, Haribo in Neuss und Fressnapf in Nörvenich. Im Zuge dieser Ansiedlungen entstehen mehr als 5.800 Arbeitsplätze im Rheinischen Revier.

Bürgerrat gibt Impulse – Was macht das Revier zu einem attraktiven Ort?

Der Bürgerrat Rheinisches Revier hat an drei Sitzungswochenenden im Jahr 2026 Handlungsempfehlungen an die Landesregierung erarbeitet. In seinem Empfehlungspapier macht der Bürgerrat deutlich: Der Strukturwandel verändert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Leben der Menschen vor Ort. Die Landesregierung wird die Vorschläge nun auswerten und anschließend mit dem Bürgerrat besprechen, welche Ideen umgesetzt und weiterverfolgt werden können.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Der Strukturwandel verändert das Rheinische Revier – und damit auch den Alltag der Menschen, die hier leben. Deshalb ist es so wertvoll, wenn Bürgerinnen und Bürger ihre Perspektiven, Erfahrungen und Ideen einbringen. Ich danke allen Mitgliedern des Bürgerrats sehr herzlich für die Zeit, die sie investiert haben, und für die vielen konkreten Impulse. Wir nehmen diese Empfehlungen ernst und bleiben mit dem Bürgerrat darüber im Gespräch. Denn die Zukunft des Rheinischen Reviers lässt sich nicht nur am Schreibtisch gestalten – sie entsteht gemeinsam mit den Menschen vor Ort.“

Hintergrund

Die Europäische Union, der Bund und das Land unterstützen den Strukturwandel des Rheinischen Reviers mit mehr als 14,8 Milliarden Euro. Das Land flankiert die Förderung von EU und Bund mit eigenen Haushaltsmitteln. Bislang sind 979 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 3,4 Milliarden Euro bewilligt.

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