Nordrhein-Westfalen stellt Bundesbau neu auf: Minister Optendrenk besucht personalstärkste Heereskaserne
Minister der Finanzen Dr. Marcus Optendrenk hat die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf besucht. Nordrhein-Westfalen hat den Bundesbau innerhalb eines Jahres grundlegend neu aufgestellt.
Minister der Finanzen Dr. Marcus Optendrenk hat am Donnerstag, 27. August 2026, die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf besucht. An der personalstärksten Kaserne des deutschen Heeres besichtigte er neue Instandsetzungshallen sowie einen Verkehrsübungsplatz und informierte sich über den geplanten Bau moderner Unterkünfte für die Bundeswehr. Nordrhein-Westfalen hat den Bundesbau innerhalb eines Jahres grundlegend neu aufgestellt.
Die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne ist Standort der Panzerbrigade 21 „Lipperland", der ersten Brigade mittlerer Kräfte des deutschen Heeres. Rund 3.000 Soldatinnen und Soldaten sind hier stationiert. Was in Augustdorf entsteht, zeigt, was die Bauverwaltung des Landes für die Bundeswehr leistet: Sieben neue Instandsetzungshallen für gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) in den vergangenen Jahren hier errichtet. Ein neuer Verkehrsübungsplatz mit Gleitfläche und Wasserwand ermöglicht Trainings vom Pkw bis zum Radpanzer. Bei dessen Bau setzte der BLB NRW eine bundesweite Standardplanung erstmals in die Praxis um.
Minister Dr. Marcus Optendrenk: „Augustdorf zeigt, worauf es jetzt ankommt: Nicht über Sicherheit reden, sondern Sicherheit bauen. Sieben Instandsetzungshallen, ein Verkehrsübungsplatz, bald neue Unterkünfte in Modulbauweise. Nordrhein-Westfalen hat den Bundesbau in einem Jahr komplett neu organisiert, damit genau solche Projekte schneller und besser laufen.“
Neue Unterkünfte in Modulbauweise
Für den personellen Aufwuchs der Bundeswehr plant die Bauverwaltung zwei neue Unterkunftsgebäude in Augustdorf mit einem Gesamtbauvolumen von rund 32 Millionen Euro. Die Gebäude entstehen in Modulbauweise: Vorgefertigte Elemente aus dem Werk verkürzen die Bauzeit auf der Baustelle gegenüber herkömmlicher Bauweise erheblich. Ein einzelner Auftragnehmer verantwortet Planung und Fertigung aus einer Hand. Das reduziert Abstimmungsaufwand und beschleunigt den Bau. Die Planung dient als Muster für weitere Unterkünfte in Nordrhein-Westfalen.
Auch bei den sieben Instandsetzungshallen hat die Bauverwaltung einen systematischen Ansatz gewählt: Feste Ansprechpartner begleiten gleichartige Bauvorhaben über alle Projekte hinweg und sorgen dafür, dass Erfahrungen direkt in das nächste Vorhaben einfließen. Was einmal geplant und gebaut wurde, muss kein zweites Mal von Grund auf entwickelt werden.
„Der personelle wie materielle Aufwuchs in Augustdorf kann nur gelingen, wenn die dafür notwendigen Bauvorhaben planmäßig – und das heißt vor allem zügig – voranschreiten. Gleichzeitig können wir hier bereits auf eine gute bauliche Substanz zurückgreifen. Das schafft Voraussetzungen für unseren militärischen Auftrag und gibt uns den erforderlichen Handlungsspielraum“, erklärt Oberst Tobias Aust, Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ und Standortältester in Augustdorf.
Oberst Siegfried Josef Otto, Referatsleiter im Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) – Kompetenzzentrum Baumanagement Düsseldorf verdeutlicht: „In der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne werden seit mehr als zwölf Jahren umfangreiche Neubau- und Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Ehemalige Kompanie- und Stabsgebäude wurden saniert, der Technische Bereich mit modernen Wartungs- und Instandsetzungshallen neu errichtet und auch zahlreiche Ausbildungsanlagen sind in diesem Zeitraum geschaffen worden. Diesen Weg setzen wir fort, indem wir den Aufwuchs der Bundeswehr auch in dieser Liegenschaft durch kurzfristige Maßnahmen wie das „Sofortprogramm Infrastrukturbedarf Personalgewinnungsorganisation“ (SIPGO) oder „German Armed Forces- Contractor Augmentation Programme“ (G-CAP) Inland unterstützen. Darüber hinaus sind weitere Großvorhaben für Ausbildungsgebäude und für die Unterbringung der neuen Fahrzeuggeneration geplant. Dazu wird die Liegenschaft zeitnah noch erweitert.“
Reform schafft die Voraussetzungen
Hinter den Projekten in Augustdorf steht eine grundlegende Neuordnung des Bundesbaus in Nordrhein-Westfalen. Aus zwei getrennten Strukturen bei der Oberfinanzdirektion und dem BLB NRW ist zum Sommer 2026 eine gemeinsame Bundesbauorganisation mit mehr als 550 Beschäftigten geworden. Sechs Niederlassungsleitungen wurden durch eine zentrale Niederlassung Bundesbau ersetzt. Die Abstimmungswege sind kürzer, die Verantwortlichkeiten klar.
Der Bundesbau wächst auch personell. Seit 2022 sind die Stellen um rund 60 Prozent gestiegen, bis 2027 soll das Team auf mehr als 730 Expertinnen und Experten anwachsen. In über 20 Fokusprojekten der Taskforce Bundesbau treffen Bund und Land behördenübergreifend schnelle Entscheidungen. Neben neuen Strukturen und mehr Personal hat die Landesregierung auch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst: Militärische Bauvorhaben sind in Nordrhein-Westfalen ab dem 1. September 2026 von bauordnungsrechtlichen Genehmigungsverfahren freigestellt. Bundeswehr und Bauverwaltung sorgen eigenverantwortlich für die Einhaltung bauordnungsrechtlicher Vorgaben. Zudem gibt es Erleichterungen für militärische Bauvorhaben im Denkmalschutz. Das Bauvolumen soll im militärischen Bundesbau von ca. 180 Millionen Euro im Jahr 2023 auf rund 560 Millionen Euro im Jahr 2029 steigen.
Hintergrund: BLB NRW und der Bundesbau
Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) baut für den Bund in Nordrhein-Westfalen, darunter zivile Gebäude und Gebäude auf militärischen Liegenschaften der Bundeswehr. Im Zuge der sicherheitspolitischen Zeitenwende hat das Land den Bundesbau in einer neuen Niederlassung gebündelt und die Strukturen innerhalb eines Jahres grundlegend reformiert. Die Bauverwaltung setzt auf Musterplanungen, modulares Bauen und gebündelte Vergaben, um den Bau für die Bundeswehr zu beschleunigen.
Ein Pressefoto finden Sie unter www.url.nrw/Kaserne-Augustdorf