Nordrhein-Westfalen schmiedet Hafenallianz mit Flandern und den Niederlanden

Europas größte wirtschaftliche und logistische Drehscheibe

6. Oktober 2026
phb Schiff Rhein

Das Land Nordrhein-Westfalen hat beim ersten Hafengipfel der Antwerpen-Rotterdam-Rhein-Ruhr-Region (ARRRA) im belgischen Meise gemeinsam mit Flandern und den Niederlanden eine vertiefte Zusammenarbeit für Europas größten Hafen- und Industriecluster vereinbart. Sieben Häfen, darunter der Duisburger Hafen und der Kölner Hafen, wollen ihre Kräfte bündeln, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz Europas zu stärken.

Finanzen
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz

Das Land Nordrhein-Westfalen hat beim ersten Hafengipfel der Antwerpen-Rotterdam-Rhein-Ruhr-Region (ARRRA) im belgischen Meise gemeinsam mit Flandern und den Niederlanden eine vertiefte Zusammenarbeit für Europas größten Hafen- und Industriecluster vereinbart. Sieben Häfen, darunter der Duisburger Hafen und der Kölner Hafen, wollen ihre Kräfte bündeln, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz Europas zu stärken. 

Die beteiligten Häfen und das umliegende Industriegebiet bilden zusammen die größte wirtschaftliche und logistische Drehscheibe der Europäischen Union. Im Jahr 2025 entfielen 84,0 Millionen Tonnen auf den Güterverkehr zwischen Deutschland und den ARA-Häfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam. Das entspricht 71,1 Prozent des gesamten grenzüberschreitenden Binnenschiffsverkehrs Deutschlands. Die drei Partner setzen auf eine koordinierte Strategie, um die Wettbewerbsposition der europäischen Industrie zu sichern und Investitionen in der Region zu halten.

Minister Dr. Marcus Optendrenk: „Unsere Häfen, Wasserstraßen und Logistikrouten enden nicht an Landesgrenzen. Automatisierter Transport auf der Straße, auf dem Wasser und in der Luft wird nur dann zum Standortvorteil, wenn wir die Regeln gemeinsam setzen. Nordrhein-Westfalen ist Europas größtes Binnenhafenland, allein über den Duisburger Hafen läuft ein erheblicher Teil der europäischen Lieferketten. Wenn wir diese Infrastruktur verlässlich ausbauen und besser vernetzen, profitieren Unternehmen, Beschäftigte und Verbraucher im ganzen Land.“

Vier Schwerpunkte für die gemeinsame Arbeit

Die drei Partner haben beim Gipfel vier Schwerpunkte für die weitere Zusammenarbeit festgelegt.

Erstens wollen Flandern, die Niederlande und Nordrhein-Westfalen zirkuläre Wertschöpfungsketten stärken. Ein besserer Binnenmarkt für Sekundärrohstoffe, die Harmonisierung von Abfallregeln und der Ausbau grenzüberschreitender Kreislaufwirtschaft sollen die Abhängigkeit von Primärrohstoffen verringern.

Zweitens streben die Partner beim Ausbau der Energieinfrastruktur für CO2-Transport und Wasserstoff eine engere Zusammenarbeit bei Pipelines, Speicherung und Investitionssicherheit an.

Drittens geht es um eine widerstandsfähige Binnenschifffahrt. Der Klimawandel macht Wasserstraßen anfällig für Dürren und Versalzung. Die drei Regierungen wollen ihre Zusammenarbeit bei der Wasserbewirtschaftung verstärken und setzen bei der Energiewende auf einen technologieneutralen Ansatz.

Viertens treiben die Partner automatisierten Güterverkehr und den Einsatz von Drohnen voran. Grenzüberschreitende Korridore, etwa zwischen Antwerpen und Rotterdam, sollen für den operativen Einsatz autonomer Fahrzeuge auf Straße und Wasser genutzt werden.

Gemeinsamer Appell an die Europäische Kommission

Flandern, die Niederlande und Nordrhein-Westfalen bringen die Vereinbarungen des Hafengipfels auch auf europäischer Ebene ein. Sie fordern die Europäische Kommission auf, den ARRRA-Cluster als strategischen europäischen Hafen- und Industriecluster anzuerkennen und die Umsetzung der Europäischen Hafenstrategie zu beschleunigen. Konkret geht es um einen schnelleren Aufbau grenzüberschreitender Infrastruktur, klare Rechtsvorschriften, gleiche Wettbewerbsbedingungen und eine bessere Finanzierung großer Transformationsprojekte.

Hintergrund: Die ARRRA-Region

Die Antwerpen-Rotterdam-Rhein-Ruhr-Region (ARRRA) umfasst sieben Häfen: den Duisburger Hafen (Duisport), den Kölner Hafen (HGK), den Hafen Rotterdam, den Hafen Antwerpen-Brügge, North Sea Port, den Hafen Moerdijk und den Hafen Oostende. Der Cluster gehört zu den leistungsfähigsten Logistikstandorten der Welt. Die Zusammenarbeit der Seehäfen mit dem Duisburger Binnenhafen wird seit den neunziger Jahren diskutiert. Der Hafengipfel 2026 ist die erste gemeinsame Gipfelveranstaltung der drei Regierungen auf Ministerebene.

Die großen Wasserstraßen liegen in Deutschland in der Zuständigkeit des Bundes. Nordrhein-Westfalen hat sich gemeinsam mit den rheinanliegenden Ländern erfolgreich dafür eingesetzt, dass Erhaltungsmaßnahmen an Bundeswasserstraßen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur finanziert werden. Damit stehen Mittel für Abladeoptimierungen am Nieder- und Mittelrhein zur Verfügung. Mit Verkehrsfreigaben ist Anfang der 2030er Jahre zu rechnen.

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