Nordrhein-Westfalen erhält Public Leadership Award für KI in der Steuerverwaltung
Minister Dr. Marcus Optendrenk: Eine starke Bestätigung für die Innovationskraft unserer Finanzverwaltung
Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen ist für ihr KI-Projekt zur intelligenten Unterstützung der Steuerveranlagung mit dem Public Leadership Award 2026 in der Kategorie „Award für Zukunftstechnologien“ ausgezeichnet worden.
Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen ist für ihr KI-Projekt zur intelligenten Unterstützung der Steuerveranlagung mit dem Public Leadership Award 2026 in der Kategorie „Award für Zukunftstechnologien“ ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am 9. Juni 2026 im Rahmen des 12. Zukunftskongresses Staat & Verwaltung in Berlin statt. Die Auszeichnung würdigt das KONSENS-Projekt, das vom Rechenzentrum der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen (RZF) im Rahmen des bundesweiten KONSENS-Verbundes entwickelt wurde.
Minister der Finanzen Dr. Marcus Optendrenk: „Diese Auszeichnung ist eine starke Bestätigung für die Innovationskraft unserer Finanzverwaltung. Mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz verbinden wir modernste Technologie mit der hohen fachlichen Expertise unserer Beschäftigten. Wir schaffen Freiräume für die Fälle, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, und sorgen zugleich für eine noch gleichmäßigere Besteuerung. Die Auszeichnung zeigt, dass Nordrhein-Westfalen bei der Digitalisierung der Verwaltung Maßstäbe setzt. Mein Dank gilt den Beschäftigten, die diesen Erfolg mit Fachwissen, Innovationsgeist und großem Einsatz möglich gemacht haben.“
In ihrer Begründung hob die Jury insbesondere hervor, dass die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen mit dem Projekt einen praxistauglichen und verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in einem zentralen Verwaltungsverfahren ermöglicht. Gewürdigt wurde zudem, dass das Projekt fachliche Expertise der Finanzverwaltungen, Datenanalysen, maschinelles Lernen und statistische Risikobewertung miteinander verbindet. Der Einsatz der KI bleibt dabei jederzeit steuerbar und kontrollierbar. Die seit Februar 2026 bundesweit verfügbare Lösung entlastet die Beschäftigten, erhöht die Bearbeitungsqualität und unterstützt eine bundesweit einheitlichere und gerechtere Besteuerung.
Ziel des Projekts ist es, die Bearbeitung von Einkommensteuererklärungen weiter zu verbessern. Dazu nutzt die Finanzverwaltung Künstliche Intelligenz, um risikoarme Steuererklärungen innerhalb des bestehenden Risikomanagementsystems präziser zu erkennen. Die Technologie ergänzt die bereits etablierten Prüfverfahren und verbindet die steuerfachliche Expertise der Finanzverwaltungen mit modernen Methoden des maschinellen Lernens sowie datenbasierten Risikoanalysen. Die fachliche Bewertung und Entscheidung bleiben dabei weiterhin beim Menschen.
Durch den gezielten Einsatz der Technologie lassen sich gut nachvollziehbare Fälle mit geringem Prüfbedarf gezielt identifizieren. Diese werden automatisiert verarbeitet – und damit schneller abgeschlossen. Das verringert den Arbeitsaufwand, vermeidet Rückfragen und schafft Freiräume für die Bearbeitung komplexerer Fälle. Gleichzeitig unterstützt die Lösung eine einheitlichere Bearbeitung von Steuererklärungen und stärkt damit die Gleichmäßigkeit der Besteuerung.
Stellvertretend für das gesamte behördenübergreifende Projektteam nahmen Marc Büngener, Fachreferent Datenanalyse und Teamleiter Analyse und Entwicklung im RZF, sowie Beate Becker, Referatsleiterin Verfahrensmanagement Risikomanagementsystem im RZF, die Auszeichnung entgegen.
Das KI-Modul wurde nach der Pilotierung durch die Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen in ausgewählten Finanzämtern im Frühjahr 2026 flächendeckend in allen nordrhein-westfälischen Finanzämtern erfolgreich eingesetzt.