Inklusionspreis 2026: Landesregierung ehrt Projekte für gelebte Inklusion und Teilhabe
Auszeichnung in den Kategorien Sport, Arbeit und Gesellschaft
Die Landesregierung hat am Mittwoch, 4. November 2026, im Rahmen des Fachtages „Inklusion. Demokratie. Solidarität.“ in Düsseldorf insgesamt zehn Initiativen und Projekte mit dem Inklusionspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
Die Landesregierung hat am Mittwoch, 4. November 2026, im Rahmen des Fachtages „Inklusion. Demokratie. Solidarität.“ in Düsseldorf insgesamt zehn Initiativen und Projekte mit dem Inklusionspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Mehr als 285 Projekte haben sich auf den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Inklusionspreis beworben. Die Ehrung erhalten Projekte aus der Region Köln/Bonn, dem Kreis Soest, aus Münster, Lemgo, Rheine, Düsseldorf, Herne, Nettetal und Sonsbeck.
Beim Fachtag mit Ministerpräsident Hendrik Wüst, Sozialminister Karl-Josef Laumann, Schulministerin Dorothee Feller und Claudia Middendorf, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, geht es um die Bedeutung von Inklusion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Abbau von Barrieren.
Mit dem Inklusionspreis zeichnet die Landesregierung Projekte, Initiativen und Organisationen aus, die das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung fördern. Der Preis wird in den Kategorien „Inklusion und Sport”, „Inklusion und Arbeit” und „Inklusion und Gesellschaft” vergeben. Außerdem zeichnet die Nordrhein-Westfalen-Stiftung mit dem Sonderpreis „Heimat ohne Hindernisse” Initiativen aus, die Maßnahmen zur Barrierefreiheit umsetzen, wenn sie beispielsweise Denkmäler restaurieren, kulturelle Begegnungsstätten schaffen, Naturerlebnispfade anlegen oder Naturschutzzentren einrichten.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Menschen mit Behinderungen haben einen festen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft. Mit dem Inklusionspreis des Landes würdigen wir die Menschen, die anpacken und sich ganz konkret für eine inklusive Gesellschaft einsetzen. Mit Tatkraft und Beharrlichkeit sorgen sie dafür, dass Teilhabe im Alltag gelingt und Menschen mit Behinderungen immer mehr Türen offenstehen. Mit dem Inklusionspreis für den Sport, den ich an drei beeindruckende Projekte übergebe, zeigen wir: Die schönste Seite des Sports ist und bleibt seine verbindende Kraft. In den Sportvereinen und Sportverbänden in Nordrhein-Westfalen wird Inklusion bereits in zahlreichen Projekten und Initiativen mit großem Einsatz gelebt. Als Land geben wir dem inklusiven Sport weiter kräftig Rückenwind.“
„285 Bewerbungen sind ein sichtbares Zeichen dafür, wie vielfältig das Engagement für Inklusion in ganz Nordrhein-Westfalen ist. Mein großer Dank geht an alle Projekte und Initiativen, die sich für das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung einsetzen, Ich hoffe, dass wir mit der Ehrung der herausragenden Projekte noch mehr Menschen, Institutionen, Vereine und Verbände ermutigen, Inklusion aktiv zu leben“, sagt Sozialminister Karl-Josef Laumann.
Schulministerin Dorothee Feller: „Inklusion lebt von Menschen, die über Teilhabe sprechen und sie im Alltag möglich machen. Die ausgezeichneten Projekte zeigen auf beeindruckende Weise, wie das gelingen kann: in unseren Schulen, im Sport, am Arbeitsplatz und im gesellschaftlichen Leben. Besonders wichtig ist mir, dass Kinder und Jugendliche früh erfahren, wie selbstverständlich Menschen mit und ohne Behinderung miteinander lernen, arbeiten und ihre Freizeit gestalten können. Die Preisträger schaffen dafür wertvolle Möglichkeiten und machen anderen Mut, ihrem Beispiel zu folgen. Dazu gratuliere ich ihnen herzlich.“
„Ich freue mich, dass ich auch in diesem Jahr wieder einen der Inklusionspreise an herausragende Projekte überreichen durfte. Die Vielzahl an tollen Bewerbungen in der Kategorie ‚Inklusion und Gesellschaft‘, hat wieder verdeutlicht, wie groß der Einsatz von Menschen in Nordrhein-Westfalen für die Inklusion ist. Jedes Projekt kann stolz darauf sein, einen ganz wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und Nordrhein-Westfalen zu einem Vorreiter in der Inklusion zu machen“, sagt Claudia Middendorf, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten.
Die Preisträger
In den drei Kategorien des Inklusionspreises gibt es einen ersten, zweiten und dritten Platz, der jeweils mit 6.000, 5.000 und 4.000 Euro dotiert ist. Den ersten Preis in der Kategorie „Inklusion und Sport” erhält das Projekt „Wir tanzen inklusiv und ohne Grenzen“ des Tanzsportvereins „Die Residenz Münster“. Der zweite Preis geht an den Verein „All-Inclusion-Sport“ in Bonn mit dem Projekt „Erlebnis statt Ergebnis“, bei dem es um Freude an der Bewegung und Gemeinschaft statt um Leistungsdruck oder Tabellenplätze geht. Den dritten Preis erhält der Verein „Dojo-Lemgo-Lippe“ mit seinem „Inklusionskarate“.
In der Kategorie „Inklusion und Arbeit” erhält den ersten Preis die Kreishandwerkerschaft Steinfort Warendorf mit dem Projekt „Inklusion Münsterland“. Die regionale Inklusionskampagne mit Partnern aus Wirtschaft, sozialen Trägern und Verwaltung setzt sich mit Netzwerkarbeit und konkreten Integrationsangeboten für ein inklusives Arbeitsumfeld ein und baut Vorbehalte bei Unternehmen und Betroffenen ab. Der zweite Preis geht an das Café Nenna in Rhede. Das Café bietet Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung und dient als Begegnungsort mit Kultur- und Netzwerkveranstaltungen. Der dritte Preis geht an die InkluLife GmbH in Herten mit ihrem Projekt „Inklusion leben und Teilhabe ermöglichen“: Der Fahrdienst unterstützt Menschen mit Mobilitätseinschränkungen dabei, zum Beispiel Arbeitsplätze und medizinische Angebote zuverlässig zu erreichen. In dem Unternehmen arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und erhalten dabei besondere Entwicklungsmöglichkeiten.
In der Kategorie „Inklusion und Gesellschaft” erhält das Projekt „All In – Inklusion an der Gesamtschule Nettetal“ den ersten Preis. Schülerschaft, Eltern, Lehrkräfte und Schulsozialarbeit setzen sich für ein respektvolles, inklusives Miteinander im Alltag ein. Umgesetzt wird dies unter anderem mit einem Elterncafé, regelmäßigen Fortbildungen und einem Projekt zur Sicherstellung der Teilhabe am Sportunterricht. Der zweite Preis geht an die eva-gGmbH, die mit dem Projekt „Ehrenwerk – Mit Inklusion zur Nachhaltigkeit“ nachhaltiges Leben und Arbeiten in Köln fördert. In einer barrierearm ausgestatteten Werkstatt können Kinder, Jugendliche und Erwachse mit und ohne Behinderung Möbel und Alltagsgegenstände reparieren. Den dritten Preis erhält das Unternehmen Zündkerze e.V. aus Sonsbeck, das mit der Veranstaltung „JubmoRun“ Inklusion unmittelbar erlebbar macht: Menschen mit und ohne Behinderung nehmen an einer Motorrad-Tour teil. Auf einer rund 80 Kilometer langen Strecke machen ganze Ortschaften mit und beteiligen sich mit Beiträgen unter anderem von Vereinen, Feuerwehr und Kindergärten.
Außerdem zeichnet die Nordrhein-Westfalen-Stiftung das Kunstforum Buddelmühle im Kreis Soest mit dem Sonderpreis „Heimat ohne Hindernisse“ aus. Die Buddelmühle ist eine Begegnungsstätte mit Ateliers, Werkstätten und Ausstellungsräumen, die Kunst von Menschen mit und ohne geistige oder psychische Handicaps präsentiert. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.
Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten neben der finanziellen Unterstützung erstmals auch eine Trophäe, für die das Sozialministerium einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte. Die Jury hatte den Entwurf „Kopf-Hut“ des Künstler-Tandems RonA Nekes und Alexander Lamersdorf zum Sieger gekürt. Die Statue ist als Maske konzipiert. Die Menschen, die sich für Inklusion einsetzen, können sie symbolisch mit Leben füllen.
Mehr Informationen zum Inklusionspreis und zum Fachtag finden Sie hier.
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