ILA 2026: Land baut europäische Technologiepartnerschaften für Luft- und Raumfahrt, Digitalisierung und Verteidigung aus

Production Launch Centre Defence NRW wächst um vier weitere Partner aus Industrie und Wissenschaft

10. Juni 2026
phb Drohne

Mit Siemens, der RWTH Aachen – einer der forschungsstärksten technischen Universitäten Europas – dem IT-Dienstleister CGI und dem Technologiekonzern Leonardo beteiligen sich vier weitere internationale Partner an der Konzeptionierung eines Technologiezentrums für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, dem so genannten Production Launch Centre Defence.

Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie

Nordrhein-Westfalen hat auf der ILA 2026 eine Reihe wegweisender Kooperationen und Partnerschaften vereinbart. Mit Siemens, der RWTH Aachen – einer der forschungsstärksten technischen Universitäten Europas – dem IT-Dienstleister CGI und dem Technologiekonzern Leonardo beteiligen sich vier weitere internationale Partner an der Konzeptionierung eines Technologiezentrums für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, dem so genannten Production Launch Centre Defence. Damit wächst das Partnerkonsortium auf sieben hochkarätige Akteure aus Industrie, Wissenschaft und IT – vier Monate nach der Unterzeichnung des ersten Letters of Intent mit Rheinmetall, Lockheed Martin und Mubea auf der Münchener Sicherheitskonferenz. Hinzu kommen auf der ILA 2026 weitere Vereinbarungen in Luft- und Raumfahrt, Digitalisierung und industrieller Produktion, mit denen Nordrhein-Westfalen seine Rolle als führendes Innovations- und Industrieland in Europa weiter ausbaut. Die ILA Berlin, die vom 10. bis zum 14. Juni 2026 stattfindet, ist Europas Leitmesse für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Zukunftstechnologien. 

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Die ILA 2026 macht sichtbar, wie Nordrhein-Westfalen Zukunft gestaltet: mit starker Forschung, innovativen Unternehmen und engen europäischen Partnerschaften. Dass heute mit der RWTH Aachen eine der exzellentesten technischen Universitäten Deutschlands an Bord kommt, ist ein wichtiges Signal: Das Production Launch Centre Defence wird kein reines Industriecluster, sondern ein Ökosystem, in dem Spitzenforschung, Digitalisierung und Rüstungskompetenz zusammenwachsen. Wir nehmen unsere Verantwortung für Europas Souveränität ernst und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Resilienz des Landes – in Nordrhein-Westfalen, in Europa und im Weltraum.“

Starke Partnerschaften für das Production Launch Centre Defence (PLCD)

Auf der Münchener Sicherheitskonferenz im Februar 2026 hat das Land den Aufbau eines landeseigenen Technologie- und Entwicklungszentrums für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie angekündigt. Zu Beginn haben die Firmen Rheinmetall, Mubea und Lockhead Martin einen Letter of Intent unterzeichnet. Auf der ILA 2026 kommen nun vier weitere hochkarätige Partner aus Wissenschaft und Industrie dazu.

Die Kooperation mit Siemens eröffnet zusätzliche Perspektiven entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette. Das Unternehmen bringt umfassende Erfahrung in Automatisierung, intelligenter Fertigung, industrieller Software und Digitalisierung ein und unterstützt damit den Aufbau eines leistungsfähigen Innovations- und Produktionsökosystems.

Olaf Plante, Landesbevollmächtigter der Siemens AG für Nordrhein-Westfalen und Leiter der Siemens-Niederlassung Düsseldorf: „Die Anforderungen im Verteidigungsbereich verändern sich rasant – entscheidend ist, Innovationen schnell, effizient und im industriellen Maßstab verfügbar zu machen. Siemens bringt dafür ein durchgängiges Portfolio aus Software, Automatisierung und digital vernetzten Produktionslösungen ein. Mit Technologien wie digitalen Zwillingen, Smart Manufacturing und durchgängigen Datenketten helfen wir, Komplexität zu beherrschen und die Skalierung in die Serienproduktion deutlich zu beschleunigen. So unterstützen wir die Verteidigungsindustrie auch mit Energie- und Versorgungssystemen, Gebäude- und Sicherheitsinfrastruktur sowie digitalen Lösungen für Simulation und Cybersecurity – ohne selbst in die klassische Waffenproduktion einzusteigen. Wir freuen uns, diese Kompetenzen in das PLCD einzubringen und gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung neue Maßstäbe für eine resiliente und leistungsfähige industrielle Basis zu setzen.“

Mit der Einbindung einer der führenden technischen Exzellenzuniversitäten Europas erhält das PLCD eine wissenschaftliche Grundlage, die über reine Industriepartnerschaften hinausgeht. Die RWTH Aachen bringt besondere Kompetenzen in Produktion, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik ein und sichert die wissenschaftliche Exzellenz des Vorhabens.

Prof. Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen: „Die sicherheitspolitische Lage macht deutlich, dass neues Wissen und technologische Innovationen schneller in die industrielle Umsetzung gebracht werden müssen. Gerade die Produktionstechnik spielt dabei eine Schlüsselrolle, denn sie entscheidet darüber, wie schnell aus neuen Technologien leistungsfähige und skalierbare Produkte werden. Ich bin überzeugt, dass die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie im PLCD dazu beitragen wird, Innovationszyklen zu verkürzen und die technologische Souveränität sowie die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands nachhaltig zu stärken.“

Mit CGI beteiligt sich ein international führendes IT- und Beratungsunternehmen an der weiteren Konzeption. Die Expertise in Defence-IT, digitaler Transformation, Cybersicherheit, Datenanalyse und KI soll dazu beitragen, digitale Innovationen und resiliente Technologien frühzeitig in das Vorhaben einzubinden.

Stefan Becker, President CGI Germany: „Verteidigungsfähigkeit entscheidet sich heute auch im Digitalen – bei Cybersicherheit, Datenarchitektur und dem intelligenten Einsatz von KI. Genau hier setzt CGI mit seiner Expertise an. Unser Anspruch im PLCD ist es, digitale Resilienz nicht nachträglich einzubauen, sondern von Beginn an mitzudenken und mitzugestalten. Denn Technologiesouveränität beginnt mit den richtigen Entscheidungen in der Konzeptionsphase."

Mit Leonardo gewinnt das Projekt zudem einen der führenden europäischen Technologie- und Verteidigungskonzerne. Die Partnerschaft stärkt die europäische Dimension des Vorhabens und schafft neue Möglichkeiten für gemeinsame Innovationsprojekte und die Entwicklung interoperabler Zukunftstechnologien.

Lorenzo Mariani, CEO und Geschäftsführer von Leonardo, erklärte: „Forschung, die auf die rasche Umsetzung innovativer Technologien abzielt und bei der qualifizierte Fachkräfte im Zentrum der Konstruktion und Produktionssteuerung stehen, ist entscheidend, um die Reaktionsfähigkeit der Industrie zu beschleunigen. PLCD bietet eine einzigartige Gelegenheit, Nordrhein-Westfalen durch den Einsatz von Leonardo-Technologien zu unterstützen und so dazu beizutragen, die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit auch auf europäischer Ebene zu stärken sowie Innovationen und Chancen für künftige neue Hightech-Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.“

Europäische Luft- und Raumfahrtkooperation ausgebaut

Mit einem Kooperationsabkommen zwischen AeroSpace.NRW und dem italienischen Netzwerk DAP Piemont stärkt Nordrhein-Westfalen die europäische Zusammenarbeit in der Luft- und Raumfahrt. Die Partnerschaft soll gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte fördern und die Wettbewerbsfähigkeit beider Regionen stärken.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Starlab Space GmbH haben eine Absichtserklärung zur künftigen Nutzung von Experimentierplätzen auf der geplanten Raumstation Starlab unterzeichnet. Die Kooperation stärkt insbesondere den DLR-Standort Köln, der zentrale Kompetenzen in der astronautischen Raumfahrt, Raumfahrtmedizin, Missionsunterstützung sowie der Vorbereitung und Betreuung bemannter Missionen bündelt, und erhöht zugleich die internationale Sichtbarkeit des europäischen Raumfahrtsektors sowie die Chancen für Wissenschaft und Industrie.

Schwerlastdrohnen made in Nordrhein-Westfalen

Die eRC-System GmbH plant den Aufbau einer industriellen Produktion der Schwerlastdrohne U250 in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit Rheinmetall Technical Publications GmbH, eRC-System GmbH und IABG sollen Möglichkeiten einer strategischen Zusammenarbeit geprüft werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat mit den Firmen ein Memorandum of Understanding geschlossen. Ziel ist die Entwicklung, Zertifizierung und potenzielle Serienfertigung moderner elektrifizierter und unbemannter Luftfahrtsysteme entlang einer durchgängigen Wertschöpfungskette in Nordrhein-Westfalen.

Nordrhein-Westfälische Unternehmen im Schaufenster

Auf der ILA 2026 präsentieren sich Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen am Gemeinschaftsstand von AeroSpace.NRW und NRW.Global Business als Treiber zentraler Zukunftstechnologien der Luft- und Raumfahrt. Sie zeigen ihre Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von innovativen Komponenten über digitale Engineering-Lösungen bis hin zu Anwendungen für nachhaltige Luftfahrt und neue Raumfahrttechnologien.

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