Für besseres Klima an Schulen: Wie das Land Pausenhöfe entsiegelt
Minister Krischer besucht Sekundarschule in Hürtgenwald
Die Sekundarschule Nordeifel in Kleinhau hat mit rund 650.000 Euro aus dem Landesprogramm „Klimawandelvorsorge in Kommunen“ ihren Schulhof entsiegelt.
Wo früher Pflastersteine, versiegelte Flächen und Parkplätze dominierten, gibt es jetzt Bäume, Sträucher, Wiesenflächen und ein Außenklassenzimmer: Die Sekundarschule Nordeifel in Kleinhau hat mit rund 650.000 Euro aus dem Landesprogramm „Klimawandelvorsorge in Kommunen“ ihren Schulhof entsiegelt. Das beeindruckende Ergebnis stellte die Schule am Donnerstag, 11.09.2025, Umweltminister Oliver Krischer vor. „Mit der Entsiegelung hat die Schule nicht nur ein besseres Mikroklima auf dem Schulhof geschaffen. Sie gibt den Kindern auch die Möglichkeit, an heißen Tagen im Schatten zu lernen und zu spielen – das macht Klimaanpassung ganz konkret erfahrbar“, sagte Umweltminister Oliver Krischer beim Besuch in Hürtgenwald.
Auch Bürgermeister Stephan Cranen betonte die Bedeutung des Projekts: „Der neue Schulhof ist ein Gewinn für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die gesamte Gemeinde. Er zeigt, wie Klimaanpassung und Lebensqualität vor Ort zusammengehen.“
Maßnahmen im Detail
Bei der Neugestaltung wurde ein Teil der ehemaligen Asphaltfläche auf dem Schulhof aufgebrochen und teilweise durch Grünflächen ersetzt. Ein unterirdischer Rigolenkörper sorgt dafür, dass Regenwasser auf dem Gelände versickern und dem Grundwasser zugeführt werden kann. Oberhalb der Rigole ist eine Wiese mit neuen Baum- und Strauchpflanzungen sowie ein Hochbeet mit umlaufender Sitzgelegenheit entstanden. Dank der Fördermittel konnten auch große Bäume gepflanzt werden, die Schatten spenden. Zusätzlich wurden Hecken gesetzt, die Vögeln und Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. In weiteren Bereichen des Schulhofs ersetzen Rasenfugensteine die frühere Vollversiegelung, sodass auch hier das Regenwasser versickern kann. So ist ein Schulhof entstanden, der zum Lernen und Verweilen einlädt und gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz des Klimas und der Artenvielfalt leistet.
Diese Schulhofumgestaltung ist Teil der Landesförderung für Klimaanpassung in Kommunen. Zwischen 2020 und 2023 hat das Umweltministerium drei Förderprogramme mit insgesamt 48,2 Millionen Euro aufgelegt, um Städte und Gemeinden bei der Klimaanpassung zu unterstützen. Aktuell fördern Land und EU im Rahmen der laufenden EFRE-Förderperiode Maßnahmen der Klimaanpassung in Kommunen mit dem Förderaufruf „Klimaanpassung.Kommunen.NRW“ in bislang drei Einreichungsrunden mit rund 68 Millionen Euro.
Wettbewerb „Coole Schulhöfe für NRW“ mit der Deutschen Umwelthilfe startet in die zweite Runde
Mitte August 2025 hat das Umweltministerium außerdem mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die zweite Runde des Wettbewerbs „Coole Schulhöfe für Nordrhein-Westfalen“ gestartet. Bis zum 10. Oktober 2025 können sich Schulträger gemeinsam mit bis zu zwei Schulen bewerben, ihre Schulhöfe partizipativ und klimaangepasst umzugestalten. Zehn ausgewählte Projekttandems erhalten jeweils ein umfangreiches Unterstützungs- und Weiterbildungsangebot durch die DUH sowie eine Fördersumme von 20.000 Euro für die Konzeption und Umsetzung erster Maßnahmen. „Wir wollen, dass noch mehr Schulen in Nordrhein-Westfalen Projekte für mehr Natur auf dem Schulhof umsetzen können. Solche „coolen“ Orte sind auch notwendig als praktische Klimaanpassung und stärken zudem das Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei Kindern und Jugendlichen“, sagt Oliver Krischer.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:
„Seit 2018 setzen wir uns für zukunftsfähige Schulhöfe ein und unterstützen Schulträger und Schulgemeinschaften dabei, ihre Gelände klimaangepasst und kindgerecht zu gestalten. Es freut uns sehr, dass wir in Nordrhein-Westfalen dieses Zeichen für lokale Klimaanpassung setzen können. Gemeinsam mit den Projektbeteiligten zeigen wir, wie zukunftsfähige Lebensräume und Lernorte für Kinder aussehen. Statt einer grauen Asphaltwüsten müssen Schulhöfe endlich zu naturnahen Lern- und Lebensorten werden. Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen.“
Hintergrundinformationen zu den Förderprogrammen
www.efre.nrw/einfach-machen/foerderung-finden/klimaanpassungkommunennrw
Infos zum Wettbewerb „Coole Schulhöfe“:
www.duh.de/informieren/natur-und-umwelt-vor-ort/schulhoefe/nrw/
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